Im Streit um die Pfarrkirche in Lesum zwischen dem armen Kleriker der Diözese Osnabrück Johannes Brummesette, weiland Familiar des Papstes (vertreten durch den Prokurator Alfonsus Alvari), einerseits und dem (unrechtmäßigen) Inhaber der Pfarre Heinrich Ammo (vertreten durch den Prokurator Johannes Wachtendunck andererseits) delegiert der Rotarichter Baptista de Herrer(is) de Roma, Elekt von Chieti, einen Teil des Prozesses an den Abt von St. Paul vor Bremen und an den Offizial von Bremen. - Der Prozess war am Konzil von Basel vor verschiedenen Richtern anhängig gewesen und zuungunsten von J.B. entschieden worden, wogegen er an die Rota appelliert hatte. Dort wurde er von den Rotarichtern Petrus Nardi (inzwischen verstorben) und Wilhelmus Bont verhandelt, die beide das Urteil bestätigten, wogegen J.B. wiederum appellierte. Gegen die Appellation, über die der Rotarichter Franciscus de Crivellis entscheiden sollte, legte der Gegner Berufung ein; das Verfahren darüber war vor Geminianus de Prato anhängig. Dagegen erwirkte J.B. dann eine Wiederaufnahme der Hauptverhandlung (negotium principale) vor o.g. Baptista de Roma, der aber wegen anderer dringender Geschäfte verhindert ist, worauf sich die Parteien auf die Delegation eines Teils der Verhandlung an die o. g. Judices delegati einigen.1 Ausfertigung Pergament, 40 x 53 cm, Schrift in Teilen abgeblättert. - Rep. 3 Lilienthal, Nr. 458. - 1 Siegel an gedrehtem Hanffaden angehängt: Rotarichter Baptista de Herreris, von rotem Wachs in gelber Schüssel, beschädigt, restauriert. - Regest: Schwarz, Regesten, Nr. 1708a. Baptista de Herreris de Roma, legum doctor, electus Cheatinus, sacri palatii apostolici causarum ac cause et partibus infrascr[iptis] a/ domino nostro papa auditor sp[ecialiter] deputatus. V[enera]bilibus et circumspectis viris dominis abbati monasterii s[ancti] Pauli extra muros Bremenses, ordinis sancti

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Niedersächsisches Landesarchiv
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