Notar Johannes Figel von Biberach, Kleriker ("gewichter") des Konstanzer Bistums, beurkundet im Kloster Weingarten in Gegenwart von Abt Kaspar [Schiegg], Prior Ulrich Bucher und Konrad Eigner genannt Wagner, Großkeller, daß Melchior Becklin, Ammann, sowie Hans Tübing, Bürgermeister, namens der Stadt Markdorf erschienen sind. Nach dem Tod eines Markdorfer Bürgers namens Jos Blum hatte das Kloster von den Erben Sterbfallabgaben ("väll, geläß und tail") verlangt, weil der Verstorbene Leibeigener des Klosters war. Der Rat bittet, davon Abstand zu nehmen, weil dergleichen bisher nicht üblich war. Außerdem hat das Kloster Besitz in Markdorf, der bisher nicht zu den gemeinschaftlichen Lasten herangezogen wurde. Der Abt läßt durch den fürnehmen und weisen Johann Feuchter antworten, daß die Weingartener Leibeigenen, die sich in Reichs- und Herrenstädten verheiraten, Sterbfallabgaben entrichten müssen. So haben auch in Markdorf des Halden Erben mit einer beträchtlichen Summe die Ansprüche des Klosters abgelöst. Der Abt ist aber bereit, jedoch nur aus Gnade, nicht aus Gerechtigkeit, sich im vorliegenden Fall mit einem Fuder Wein zufrieden zu geben. Auf diesen Vorschlag gehen die Abgesandten der Stadt ein.
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Notar Johannes Figel von Biberach, Kleriker ("gewichter") des Konstanzer Bistums, beurkundet im Kloster Weingarten in Gegenwart von Abt Kaspar [Schiegg], Prior Ulrich Bucher und Konrad Eigner genannt Wagner, Großkeller, daß Melchior Becklin, Ammann, sowie Hans Tübing, Bürgermeister, namens der Stadt Markdorf erschienen sind. Nach dem Tod eines Markdorfer Bürgers namens Jos Blum hatte das Kloster von den Erben Sterbfallabgaben ("väll, geläß und tail") verlangt, weil der Verstorbene Leibeigener des Klosters war. Der Rat bittet, davon Abstand zu nehmen, weil dergleichen bisher nicht üblich war. Außerdem hat das Kloster Besitz in Markdorf, der bisher nicht zu den gemeinschaftlichen Lasten herangezogen wurde. Der Abt läßt durch den fürnehmen und weisen Johann Feuchter antworten, daß die Weingartener Leibeigenen, die sich in Reichs- und Herrenstädten verheiraten, Sterbfallabgaben entrichten müssen. So haben auch in Markdorf des Halden Erben mit einer beträchtlichen Summe die Ansprüche des Klosters abgelöst. Der Abt ist aber bereit, jedoch nur aus Gnade, nicht aus Gerechtigkeit, sich im vorliegenden Fall mit einem Fuder Wein zufrieden zu geben. Auf diesen Vorschlag gehen die Abgesandten der Stadt ein.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 K U 538
GLAK 7/627
01014
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 K Weingarten, Benediktinerkloster, Karlsruher Ablieferung: Urkunden
Weingarten, Benediktinerkloster, Karlsruher Ablieferung: Urkunden >> Urkunden
1481 Januar 27 (uff samßtag, der do was und ist der syben und zwaintzigest tag des monatz Januarius zu latin genannt)
50,2 x 38,1 (Höhe x Breite)
Urkunden
Deutsch
Aussteller: Notar Johannes Figel von Biberach, Kleriker ("gewichter") des Konstanzer Bistums
Empfänger: Abt Kaspar [Schiegg] von Weingarten
Zeugen: Johannes Spiegler, Jonas Adacher, Martin Kappeller und Hans Schiegg d.J. zu Altdorf
Überlieferungsart: Ausfertigung
Beglaubigungs- und Notarzeichen: Signet des Ausstellers
Empfänger: Abt Kaspar [Schiegg] von Weingarten
Zeugen: Johannes Spiegler, Jonas Adacher, Martin Kappeller und Hans Schiegg d.J. zu Altdorf
Überlieferungsart: Ausfertigung
Beglaubigungs- und Notarzeichen: Signet des Ausstellers
Adacher, Jonas
Becklin, Melchior, Ammann
Blum, Jos
Bucher, Ulrich; Prior
Eigner, Konrad, genannt Wagner, Großkeller
Feuchter, Johann
Figel, Johannes; Notar
Halden
Kappeller, Martin
Schiegg, Hans d.J.
Schiegg, Kaspar; Abt von Weingarten
Spiegler, Johannes
Tübing, Hans, Bürgermeister
Wagner, Konrad, Großkeller
Altdorf = Weingarten RV; Einwohner
Biberach an der Riß BC; Einwohner
Konstanz KN; Bistum, Kleriker
Markdorf FN; Bürgermeister
Markdorf FN; Einwohner
Markdorf FN; Stadtammann
Weingarten RV; Kloster
Weingarten RV; Kloster, Großkeller
Weingarten RV; Kloster, Leibeigene
Weingarten RV; Kloster, Prior
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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21.11.2025, 3:27 PM CET
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