Oberstein (Bestand)
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4KG 119B
Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland (Archivtektonik) >> 4KG Kirchengemeinden >> 4KG 119B Oberstein
Bestandsbeschreibung: Die Herrschaft Oberstein gehörte zur pfälzischen Grafschaft Falkenstein und stand bis 1675 den Grafen von Daun, bis 1766 den Grafen von Leiningen-Heidesheim und bis 1794 den Grafen von Limburg-Styrum zu. Die Siedlung entstand unterhalb der Burgen Bosselstein und Schloss Oberstein, Sitz der beiden Hauptlinien der 1075 erstmals genannten Herren von Stein (Oberstein). An einer Felswand unterhalb von Burg Bosselstein ließ Graf Wirich IV. von Daun zwischen 1482 und 1484 wohl auf den Fundamenten einer älteren Höhlenburg die Felsenkirche errichten. Nach Einführung der Reformation durch Graf Philipp Franz von Daun 1572 ging die Kirche an die evangelische Gemeinde Oberstein über und blieb bis 1964 deren einziges Gotteshaus. Abgesehen von den Jahren 1629-41, als die Jesuiten katholische Pfarrer nach Oberstein brachten, blieb die Gemeinde lutherisch; 1843 verbanden sich die ansässigen Reformierten mit ihr. Nach Bildung des Fürstentums Birkenfeld 1817 wurden die nun preußischen Ortschaften Breungenborn, Ausweiler, Frauenberg und Hammerstein der Kirchengemeinde Reichenbach zugewiesen, gleichzeitig die vier Abteigemeinden Göttschied, Regulshausen, Gerach und Hintertiefenbach von Georg-Weierbach nach Oberstein umgepfarrt. Hintertiefenbach ging 1842 an die Kirchengemeinde Fischbach; Göttschied wurde zum 1.1.1963 zur eigenständigen Gemeinde erhoben. Das Schriftgut der Kirchengemeinde Oberstein war ursprünglich in 18 (XVIII) Fächer (zum Teil mit mehreren Faszikeln) sortiert und wurde (wohl beginnend mit Pfarrer Gottlieb) bis 1930 von den Pfarrern fortlaufend mittels Einzelblattverzeichnung in einem Repertorium erfasst. Auch den einzelnen Aktenbündeln wurden jeweils Repertorien vorgeschaltet. Ein Großteil dieses Archivs wurde 1957 von Pfarrer Paul Melzer im Pfarrhaus in Oberstein neu geordnet und verzeichnet. Melzer übernahm dabei teilweise die Einzelblattverzeichnung der vorliegenden Repertorien, teilweise wies er in dem von ihm erstellten Findbuch auch nur darauf hin. 2019 wurde dieser Bestand einschließlich noch unverzeichneter Konvolute bis auf einige Unterlagen zur Gründung und Geschichte der Orts- und Kirchengemeinde (u.a. handschriftliche Chroniken der Pfarrer), das Lagerbuch, mehrere Amtsbücher sowie Auskünfte aus den Kirchenbüchern im Rahmen des „Ariernachweises“ mit Sippentafeln (1934-1944) zur dauerhaften Aufbewahrung an die Evangelische Archivstelle Boppard übernommen. Dort wurde das Schriftgut nach dem gültigen Registraturplan für die Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland neu verzeichnet und erschlossen. Der Bestand umfasst jetzt 352 Verzeichnungseinheiten, die in 51 Archivkartons verpackt sind. Um die Überlieferungsbildung zu dokumentieren, wurden die meisten Konvolute physisch erhalten, aber inhaltlich im Rahmen der Verzeichnung größtenteils getrennt. Die Vorprovenienzen wurden erfasst und sind dem Findbuch zu entnehmen. Das Schriftgut umfasst im Kern einen Zeitraum von 1814-1935, einige wenige Schriftstücke reichen in das späte 17. und 18. Jahrhundert zurück, die Jahresrechnungen des Kirchen-, Pfarrei- und Kirchenbaufonds gehen bis 1947. Unterlagen die ehemalige Filiale Göttschied betreffend wurden offenbar nach deren Erhebung zur eigenständigen Kirchengemeinde dem Bestand weitgehend entnommen. Schwerpunkt des Schriftguts bildet das Rechnungswesen (v.a. Jahresrechnungen des Kirchen-, Pfarrei- und Kirchenbaufonds), recht gut dokumentiert sind auch das Grundstücks- und Gebäudewesen, das Unterrichtswesen sowie das Personalwesen. Erhalten sind auch zahlreiche Verfügungen betreffend besondere Gottesdienste und Veranstaltungen anlässlich von Gedächtnisfeiern oder Familienangelegenheiten des großherzoglich-oldenburgischen Hauses, außerdem eine entsprechende Überlieferung aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Literatur: 500 Jahre Felsenkirche Oberstein 1484-1984, hg. v. d. Evangeli-schen Kirchengemeinde Oberstein, Idar-Oberstein 1984; Rosenkranz, Evangelisches Rheinland, Bd. 1, S. 109f.; KABl 1963, S. 246.
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ