Gutsarchiv Ranis (Bestand)
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H 5 (Benutzungsort: Wernigerode)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 10. Adelsarchive >> 10.02. Gutsarchive
1509 - 1911
Findhilfsmittel: Findbuch (online recherchierbar)
Registraturbildner: Ranis ist eine Stadt im Saale-Orla-Kreis, Freistaat Thüringen.
Die Burg Ranis wird 1084 in einer Schenkung an Wiprecht von Groitzsch erwähnt. Ende des 12. Jahrhunderts Reichslehen, war sie ab 1208 im Besitz der Grafen von Schwarzburg und ging 1389/1418 an die Wettiner über. 1463 schenkte Herzog Wilhelm III. von Sachsen die Burg seinem Schwager Heinrich von Brandenstein. Dessen Nachkommen gelang es, Ranis nochmals als reichsunmittelbare Herrschaft zu etablieren, wie Reichstagsladungen von 1495/1547 und die Reichsmatrikel von 1521 zeigen. Mit der Zersplitterung des Familienbesitzes bald nach 1550 wurde Ranis endgültig kursächsisches Lehen. Als Teil des Amtes Arnshaugk ging es 1567 von den Ernestinern an das albertinische Kursachsen über, gehörte zwischen 1660 und 1718 zum Herzogtum Sachsen-Zeitz und wurde 1815 an Preußen abgetreten, wo es 1816–1944 der Provinz Sachsen zugeordnet war.
Seit 1463 war Heinrich von Brandenstein aus der Linie Oppurg-Ranis, die 1486 in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde, Inhaber von Ranis. 1571 musste der durch mehrere Erbteilungen zersplitterte Besitz an Melchior von Breitenbauch verkauft werden, der ihn als kursächsisches Lehen erhielt. Im Besitz seiner seit 1902 Breitenbuch genannten Familie blieb Burg Ranis bis 1942, als das Deutsche Rote Kreuz das Rittergut erwarb.
Durch die Erbteilungen des 16. Jahrhunderts zersplitterte der Raniser Besitz derer von Brandenstein. 1827 existierten noch die Rittergüter Burg Ranis, Vorwerk Ranis, Wöhlsdorf, Gräfendorf, Rockendorf und Brandenstein, deren gemeinsame Klammer das Kommungericht Ranis bildete, sowie ein weiteres Rittergut, das Drittel Ranis genannt. Unter dem Kommungericht lagen Teile der Dörfer Bodelwitz, Dobian, Goßwitz, Gräfendorf, Großkamsdorf, Kleinkamsdorf, Oelsen, Öpitz, Rockendorf, Schmorda, Seisla, Trannroda und Wilhelmsdorf. Darüber hinaus hatte das 1812 altschriftsässige Rittergut Burg Ranis noch alleinige Gerichtsrechte über Einwohner von Kolba und Dienstedt.
Bestandsinformationen: Der Bestand umfasst Reste des Archivs des Ritterguts und des Patrimonialgerichts Burg Ranis sowie des Kommungerichtsarchivs Ranis. Er enthält auch Archivalien der Polizeiverwaltung Ranis, die aus dem Kreisarchiv Ziegenrück an das heutige LASA abgegeben worden sind und Akten, die bis 2006 Teil der Aktenbestandes Amt Arnshaugk waren. 1 lfm des Bestandes ist unerschlossen.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Registraturbildner: Ranis ist eine Stadt im Saale-Orla-Kreis, Freistaat Thüringen.
Die Burg Ranis wird 1084 in einer Schenkung an Wiprecht von Groitzsch erwähnt. Ende des 12. Jahrhunderts Reichslehen, war sie ab 1208 im Besitz der Grafen von Schwarzburg und ging 1389/1418 an die Wettiner über. 1463 schenkte Herzog Wilhelm III. von Sachsen die Burg seinem Schwager Heinrich von Brandenstein. Dessen Nachkommen gelang es, Ranis nochmals als reichsunmittelbare Herrschaft zu etablieren, wie Reichstagsladungen von 1495/1547 und die Reichsmatrikel von 1521 zeigen. Mit der Zersplitterung des Familienbesitzes bald nach 1550 wurde Ranis endgültig kursächsisches Lehen. Als Teil des Amtes Arnshaugk ging es 1567 von den Ernestinern an das albertinische Kursachsen über, gehörte zwischen 1660 und 1718 zum Herzogtum Sachsen-Zeitz und wurde 1815 an Preußen abgetreten, wo es 1816–1944 der Provinz Sachsen zugeordnet war.
Seit 1463 war Heinrich von Brandenstein aus der Linie Oppurg-Ranis, die 1486 in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde, Inhaber von Ranis. 1571 musste der durch mehrere Erbteilungen zersplitterte Besitz an Melchior von Breitenbauch verkauft werden, der ihn als kursächsisches Lehen erhielt. Im Besitz seiner seit 1902 Breitenbuch genannten Familie blieb Burg Ranis bis 1942, als das Deutsche Rote Kreuz das Rittergut erwarb.
Durch die Erbteilungen des 16. Jahrhunderts zersplitterte der Raniser Besitz derer von Brandenstein. 1827 existierten noch die Rittergüter Burg Ranis, Vorwerk Ranis, Wöhlsdorf, Gräfendorf, Rockendorf und Brandenstein, deren gemeinsame Klammer das Kommungericht Ranis bildete, sowie ein weiteres Rittergut, das Drittel Ranis genannt. Unter dem Kommungericht lagen Teile der Dörfer Bodelwitz, Dobian, Goßwitz, Gräfendorf, Großkamsdorf, Kleinkamsdorf, Oelsen, Öpitz, Rockendorf, Schmorda, Seisla, Trannroda und Wilhelmsdorf. Darüber hinaus hatte das 1812 altschriftsässige Rittergut Burg Ranis noch alleinige Gerichtsrechte über Einwohner von Kolba und Dienstedt.
Bestandsinformationen: Der Bestand umfasst Reste des Archivs des Ritterguts und des Patrimonialgerichts Burg Ranis sowie des Kommungerichtsarchivs Ranis. Er enthält auch Archivalien der Polizeiverwaltung Ranis, die aus dem Kreisarchiv Ziegenrück an das heutige LASA abgegeben worden sind und Akten, die bis 2006 Teil der Aktenbestandes Amt Arnshaugk waren. 1 lfm des Bestandes ist unerschlossen.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Laufmeter: 10.4
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
14.04.2025, 8:12 AM CEST