Die Wahl bei uns: Fünf Millionen Arbeitslose - und jetzt? Was wollen die Parteien?
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/016 R050026/201
V
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/016 Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2005
Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2005 >> September 2005
8. September 2005
300 Entlassungen hier - 42-Stunden-Woche dort. Die Menschen bangen um ihre Arbeitsplätze. Wer erst Mal arbeitslos ist, dem droht der finanzielle Abstieg. - Wer sorgt für mehr Arbeit und soziale Gerechtigkeit? Welche Partei hat das richtige Konzept? - LÄNDERSACHE berichtet aus der Bodensee-Region. Auch im Urlaubsparadies werden Arbeitsplätze gestrichen, Mitarbeiter entlassen.
Angst vor Arbeitslosigkeit - Angst vor Armut
Brigitte Stahl arbeitet Schicht bei Diehl Ako in Wangen im Allgäu. Der Hersteller von elektronischen Schaltungen für Waschmaschinen oder Kühlschränke ist Weltmarktführer. Produziert in Polen, China oder Mexiko. Seit 25 Jahren gehört Brigitte Stahl zur Belegschaft, jetzt sollen gut 300 Mitarbeiter gehen. Die übrigen verzichten auf Weihnachts- und Urlaubsgeld und arbeiten länger - ohne Lohnausgleich. Auch Brigitte Stahl könnte die Kündigung treffen. Die Ungewissheit zehrt an ihren Nerven.
Die Angst vor Arbeitslosigkeit ist zugleich auch die Angst vor dem sozialen Abstieg. Und es kann jeden treffen. Laut einer Umfrage hat jeder dritte Bundesbürger Sorge in die Armut abzurutschen.
Arbeitslos in Konstanz
Stefan Pagels (22) ist seit zwei Jahren arbeitslos. Der gelernte Möbelschreiner jobbt zurzeit für 1,50 ¿ als Bürobote. Er bekommt Arbeitslosengeld II - das heißt: Miete, Sozialversicherungen und der Lebensunterhalt seiner vierköpfigen Familie sind gesichert. Er kommt zurecht, sagt Pagels. Doch für eine "richtige" Stelle würde er fast jede Arbeit annehmen.
Pagels ist einer von etwa 8.000 Langzeitarbeitslosen, die im Jobcenter Konstanz betreut werden. Doch nur rund 1.000 Stellen sind im Angebot. Für Stefan Pagels war bisher keine dabei - LÄNDERSACHE begleitet ihn ins Jobcenter.
Arbeitskräfte aus Osteuropa - gefragt ...
Ohne meine Saisonarbeiter aus Polen müsste ich dicht machen, sagt Obstbauer Karl Hakspiel aus Eriskirch bei Tettnang. Auf seinen Feldern am Bodensee ernten in diesen Tagen 60 polnische Helfer späte Erdbeeren. Doch schon bald, müssen viele von ihnen zu Hause bleiben. Denn seit 1. Juli besteht für die polnischen Saisonarbeiter Sozialversicherungspflicht. Die Konsequenz: Für die Polen wird der Job unrentabel, für den Landwirt der polnische Mitarbeiter zu teuer. Der Obstbauer ist sauer auf die rot-grüne Regierung, die eine bestehende Sonderregelung nicht mehr verlängern wollte. Er und seine Kollegen hoffen jetzt auf einen Regierungswechsel. LÄNDERSACHE besucht Obstbauer Hakspiel und seine Erntehelfer auf dem Feld.
... und gefürchtet
Wenig begeistert von den Arbeitskräften aus dem Osten sind etwa deutsche Handwerker. Seitdem die Meisterpflicht in vielen Branchen weggefallen ist, streichen Polen oder Tschechen die Wände in deutschen Wohnzimmern. Als Selbständige dürfen die EU-Neubürger ohne Sperrfrist sofort hier arbeiten. Und sie sind unschlagbar billig. Stuckateurmeister Karl Ludwig Krauter rechnet vor, ein Deutscher kostet 45 Euro die Stunde inklusive aller Lohnnebenkosten. Ein Pole arbeitet für 12 Euro. Hiesige Handwerksbetriebe können da nicht mithalten. Helfen könnten ihnen Mindestlöhne, wie sie im Baugewerbe seit Jahren gelten. Das Entsendegesetz legt die einheitlichen Löhne fest. Gegen Lohndumping wollte die rot-grüne Bundesregierung das Entsendegesetz auch auf andere Branchen ausweiten. Doch die Opposition hat blockiert. Und für Selbständige gelten die Mindestlöhne sowieso nicht. - Wie soll der deutsche Markt geschützt werden? - Darüber wird unter anderem in LÄNDERSACHE diskutiert.
Live-Diskussion über die Steuerpläne der Parteien in Konstanz mit:
- Ute Kumpf, SPD-Bundestagsabgeordnete,
- Andreas Schockenhoff, CDU--Bundestagsabgeordneter.
Angst vor Arbeitslosigkeit - Angst vor Armut
Brigitte Stahl arbeitet Schicht bei Diehl Ako in Wangen im Allgäu. Der Hersteller von elektronischen Schaltungen für Waschmaschinen oder Kühlschränke ist Weltmarktführer. Produziert in Polen, China oder Mexiko. Seit 25 Jahren gehört Brigitte Stahl zur Belegschaft, jetzt sollen gut 300 Mitarbeiter gehen. Die übrigen verzichten auf Weihnachts- und Urlaubsgeld und arbeiten länger - ohne Lohnausgleich. Auch Brigitte Stahl könnte die Kündigung treffen. Die Ungewissheit zehrt an ihren Nerven.
Die Angst vor Arbeitslosigkeit ist zugleich auch die Angst vor dem sozialen Abstieg. Und es kann jeden treffen. Laut einer Umfrage hat jeder dritte Bundesbürger Sorge in die Armut abzurutschen.
Arbeitslos in Konstanz
Stefan Pagels (22) ist seit zwei Jahren arbeitslos. Der gelernte Möbelschreiner jobbt zurzeit für 1,50 ¿ als Bürobote. Er bekommt Arbeitslosengeld II - das heißt: Miete, Sozialversicherungen und der Lebensunterhalt seiner vierköpfigen Familie sind gesichert. Er kommt zurecht, sagt Pagels. Doch für eine "richtige" Stelle würde er fast jede Arbeit annehmen.
Pagels ist einer von etwa 8.000 Langzeitarbeitslosen, die im Jobcenter Konstanz betreut werden. Doch nur rund 1.000 Stellen sind im Angebot. Für Stefan Pagels war bisher keine dabei - LÄNDERSACHE begleitet ihn ins Jobcenter.
Arbeitskräfte aus Osteuropa - gefragt ...
Ohne meine Saisonarbeiter aus Polen müsste ich dicht machen, sagt Obstbauer Karl Hakspiel aus Eriskirch bei Tettnang. Auf seinen Feldern am Bodensee ernten in diesen Tagen 60 polnische Helfer späte Erdbeeren. Doch schon bald, müssen viele von ihnen zu Hause bleiben. Denn seit 1. Juli besteht für die polnischen Saisonarbeiter Sozialversicherungspflicht. Die Konsequenz: Für die Polen wird der Job unrentabel, für den Landwirt der polnische Mitarbeiter zu teuer. Der Obstbauer ist sauer auf die rot-grüne Regierung, die eine bestehende Sonderregelung nicht mehr verlängern wollte. Er und seine Kollegen hoffen jetzt auf einen Regierungswechsel. LÄNDERSACHE besucht Obstbauer Hakspiel und seine Erntehelfer auf dem Feld.
... und gefürchtet
Wenig begeistert von den Arbeitskräften aus dem Osten sind etwa deutsche Handwerker. Seitdem die Meisterpflicht in vielen Branchen weggefallen ist, streichen Polen oder Tschechen die Wände in deutschen Wohnzimmern. Als Selbständige dürfen die EU-Neubürger ohne Sperrfrist sofort hier arbeiten. Und sie sind unschlagbar billig. Stuckateurmeister Karl Ludwig Krauter rechnet vor, ein Deutscher kostet 45 Euro die Stunde inklusive aller Lohnnebenkosten. Ein Pole arbeitet für 12 Euro. Hiesige Handwerksbetriebe können da nicht mithalten. Helfen könnten ihnen Mindestlöhne, wie sie im Baugewerbe seit Jahren gelten. Das Entsendegesetz legt die einheitlichen Löhne fest. Gegen Lohndumping wollte die rot-grüne Bundesregierung das Entsendegesetz auch auf andere Branchen ausweiten. Doch die Opposition hat blockiert. Und für Selbständige gelten die Mindestlöhne sowieso nicht. - Wie soll der deutsche Markt geschützt werden? - Darüber wird unter anderem in LÄNDERSACHE diskutiert.
Live-Diskussion über die Steuerpläne der Parteien in Konstanz mit:
- Ute Kumpf, SPD-Bundestagsabgeordnete,
- Andreas Schockenhoff, CDU--Bundestagsabgeordneter.
0:44:20; 0'44
Audio-Visuelle Medien
Herkunft: Ländersache - Politik in Baden-Württemberg
Hakspiel, Karl
Hummel, Barbara
Krauter, Karl
Ludwig
Pagels, Stefan
Roggendorf, Hendrik
Stahl, Brigitte
Stahl, Peter
Konstanz KN
Arbeitslosigkeit
Arbeitsplatz
Partei: CDU: Bundestagswahl 2005
Partei: Grüne: Bundestagswahl 2005
Partei: SPD: Bundestagswahl 2005
Partei; FDP; Bundestagswahl 2005
Partei; WASG; Bundestagswahl 2005
Wahl: Bundestagswahl 2005
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
21.11.2025, 15:31 MEZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
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- Audiovisuelles Archiv (Tektonik)
- Mitgeschnittene Film- und Tondokumente (Tektonik)
- Mitgeschnittene Filmdokumente von Südwest 3 und SWR 3 Fernsehen (Tektonik)
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