Naturschutz am Bodensee: Streit um Kormorane. Zerstören die Vögel die Existenz von Fischern?
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/019 R080013/202
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/019 Fernsehsendungen von SWR Fernsehen aus dem Jahre 2008
Fernsehsendungen von SWR Fernsehen aus dem Jahre 2008 >> Unterlagen
10. April 2008
Die als Fischräuber bekämpften Kormorane am Bodensee müssen um ihren Nachwuchs bangen. Das Regierungspräsidium Freiburg hat die brütenden Kormorane mit Halogenscheinwerfern aufgescheucht. Auf diese Weise sind 160 bis 200 Eier erkaltet und wahrscheinlich abgestorben. Umweltschützer sind empört. Die Fischer am Bodensee sehen jedoch keine Alternative zu der Aktion. Denn sie leiden unter dem Hunger der Kormorane.
Kormorane haben Appetit auf guten Fisch. Jeder Vogel verspeist etwa 500 Gramm pro Tag. So konkurrieren am Bodensee Fischer und Vögel um dieselbe Beute. Nun werden die Kormorane beim Brüten gestört. Auf diese Weise soll der Bestand der Tiere in Grenzen gehalten werden. Trotz scharfer Proteste der Naturschützer hat das Regierungspräsidium Freiburg der Aktion zugestimmt.
Es ist vor allem der Naturschutzbund Deutschland NABU, der versucht hat, die Vertreibung der brütenden Tiere zu verhindern. Der NABU-Landesvorsitzende Andre Baumann hat das Vorgehen der Behörden als "illegal" bezeichnet und rechtliche Schritte angekündigt. Der NABU berichtet, es seien bereits Jungvögel geschlüpft. In diesem Fall hätten die Elterntiere nicht vertrieben werden dürfen. Das Regierungspräsidium Freiburg erklärt dagegen, es gebe keine Hinweise auf bereits geschlüpfte Tiere. NABU-Chef Baumann meint, der Kormoran werde zum Sündenbock für die sinkenden Fischbestände gemacht. Für diese seien aber nicht die Vögel verantwortlich, sondern vor allem das weiter sinkende Nahrungsangebot für Fische durch das immer sauberer werdende Bodenseewasser.
Es sind vor allem die Berufsfischer, die sich für die Reduzierung des Bestandes der Kormorane stark gemacht haben. Seit Jahren sinken ihre Erträge. Aber auch die Fischer fordern keine endgültige Vertreibung der brütenden Vögel. Sie plädieren für ein "Wildmanagement", wie es auch bei Rot- und Schwarzwild angewandt wird. In diesem Falle wird eine Bestandsobergrenze festgelegt. Gibt es zu viele Tiere darf und muss geschossen werden.
Der See ist wieder sauber
Der Bodensee ist wieder sauber. Es ist noch gar nicht so lange her, dass Abwässer ungefiltert in den See geleitet wurden. In einer beispiellosen Aktion wurden Leitungen um den See gelegt und Kläranlagen gebaut. Nun fließen keine Gülle und keine Waschmittelrückstände mehr in den See. Was alle Umweltschützer und Touristikmanager begrüßen, hat aber ungeahnte Folgen. Der Gehalt an Phosphaten im Wasser ist zurückgegangen. Kleinlebewesen, das Plankton, wächst langsamer. Die nächsten in der Nahrungskette, die Fische, finden weniger Futter. Die Folge: Die Fischer am Bodensee fangen immer weniger.
Lebensraum und Wirtschaftsstandort
Die Region Bodensee gehört zu den touristisch attraktivsten Gebieten des Landes. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle. Aber auch die produzierende Wirtschaft ist hier vertreten. In der Region wird zur Zeit intensiv über die Zukunft nachgedacht, ein "Leitbild" ist in der Diskussion. Einig sind sich alle Beteiligten, dass die Belange der Wirtschaft mit denen des Naturschutzes in Einklang gebracht werden müssen. Streit entzündet sich immer wieder um einzelne Projekte wie bei Baumaßnahmen in Ufernähe oder wie jetzt beim Streit um die brütenden Kormorane.
Über die Kormorane und Frage, wie weit darf der Mensche in die Natur eingreifen, diskutieren in der LÄNDERSACHE Harald Jacoby vom NABU und Reinhart Sosat vom Landesfischereiverband Baden-Württemberg. Es moderiert Jürgen Rose.
Kormorane haben Appetit auf guten Fisch. Jeder Vogel verspeist etwa 500 Gramm pro Tag. So konkurrieren am Bodensee Fischer und Vögel um dieselbe Beute. Nun werden die Kormorane beim Brüten gestört. Auf diese Weise soll der Bestand der Tiere in Grenzen gehalten werden. Trotz scharfer Proteste der Naturschützer hat das Regierungspräsidium Freiburg der Aktion zugestimmt.
Es ist vor allem der Naturschutzbund Deutschland NABU, der versucht hat, die Vertreibung der brütenden Tiere zu verhindern. Der NABU-Landesvorsitzende Andre Baumann hat das Vorgehen der Behörden als "illegal" bezeichnet und rechtliche Schritte angekündigt. Der NABU berichtet, es seien bereits Jungvögel geschlüpft. In diesem Fall hätten die Elterntiere nicht vertrieben werden dürfen. Das Regierungspräsidium Freiburg erklärt dagegen, es gebe keine Hinweise auf bereits geschlüpfte Tiere. NABU-Chef Baumann meint, der Kormoran werde zum Sündenbock für die sinkenden Fischbestände gemacht. Für diese seien aber nicht die Vögel verantwortlich, sondern vor allem das weiter sinkende Nahrungsangebot für Fische durch das immer sauberer werdende Bodenseewasser.
Es sind vor allem die Berufsfischer, die sich für die Reduzierung des Bestandes der Kormorane stark gemacht haben. Seit Jahren sinken ihre Erträge. Aber auch die Fischer fordern keine endgültige Vertreibung der brütenden Vögel. Sie plädieren für ein "Wildmanagement", wie es auch bei Rot- und Schwarzwild angewandt wird. In diesem Falle wird eine Bestandsobergrenze festgelegt. Gibt es zu viele Tiere darf und muss geschossen werden.
Der See ist wieder sauber
Der Bodensee ist wieder sauber. Es ist noch gar nicht so lange her, dass Abwässer ungefiltert in den See geleitet wurden. In einer beispiellosen Aktion wurden Leitungen um den See gelegt und Kläranlagen gebaut. Nun fließen keine Gülle und keine Waschmittelrückstände mehr in den See. Was alle Umweltschützer und Touristikmanager begrüßen, hat aber ungeahnte Folgen. Der Gehalt an Phosphaten im Wasser ist zurückgegangen. Kleinlebewesen, das Plankton, wächst langsamer. Die nächsten in der Nahrungskette, die Fische, finden weniger Futter. Die Folge: Die Fischer am Bodensee fangen immer weniger.
Lebensraum und Wirtschaftsstandort
Die Region Bodensee gehört zu den touristisch attraktivsten Gebieten des Landes. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle. Aber auch die produzierende Wirtschaft ist hier vertreten. In der Region wird zur Zeit intensiv über die Zukunft nachgedacht, ein "Leitbild" ist in der Diskussion. Einig sind sich alle Beteiligten, dass die Belange der Wirtschaft mit denen des Naturschutzes in Einklang gebracht werden müssen. Streit entzündet sich immer wieder um einzelne Projekte wie bei Baumaßnahmen in Ufernähe oder wie jetzt beim Streit um die brütenden Kormorane.
Über die Kormorane und Frage, wie weit darf der Mensche in die Natur eingreifen, diskutieren in der LÄNDERSACHE Harald Jacoby vom NABU und Reinhart Sosat vom Landesfischereiverband Baden-Württemberg. Es moderiert Jürgen Rose.
0:20:00; 0'20
Audio-Visuelle Medien
Gutzweiler, Stephan
Riebel, Stefan
Sosat, Reinhart
Wetzlar, Hajo
Bodensee
Naturschutz
Tier: Kormoran
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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