Auf unserer Webseite werden neben den technisch erforderlichen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt. Sie können die Website auch ohne diese Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Ich stimme zu“ erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen hier einsehen und ändern.
Es wird bekundet, dass Nikolaus (Niclaus) Barth, Zentschöffe aus
Kämmerzell (Kemerzell), einen Hintersiedelhof (hindersiedlers hütten) in
Kämmerze...
Anmelden
Um Merklisten nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst anmelden.
Urk. 75 Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a]
Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a] >> Reichsabtei, Stift >> 1721-1730
1723 September 15
Ausfertigung, Papier, drei aufgedrückte Papiersiegel
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: Signatum Fulda den 15ten 7bris 1723
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Es wird bekundet, dass Nikolaus (Niclaus) Barth, Zentschöffe aus Kämmerzell (Kemerzell), einen Hintersiedelhof (hindersiedlers hütten) in Kämmerzell besitzt, der im neuen Salbuch, Band 5, auf Seite 350 beschrieben ist. Der Hintersiedelhof ist ein Fuldaer Lehen [der Rentkammer]. Mit dem Hintersiedelhof hat er außerdem ein halbes und ein viertel Kammergut inne gehabt, die im Salbuch auf den Seiten 205 und 254 beschrieben sind. Nikolaus Barth will den Hintersiedelhof gegen eine andere Hofstelle, die ein Lehen des Konvents ist und deren Bebauungsrecht (bauschuldigkeit) er erworben hat, eintauschen. Die Hofstelle ist im Salbuch unter der Rubrik Kämmerzell auf Seite 428 beschrieben und umfasst einen Garten in der Angelbach am Brunnenpfad (Brunnpfadt) mit einer Größe von einer Achtel Fuhre Heu und zwei Maß Aussaat. Derzeit liegt auf dem Garten ein jährlicher Zins von sechs Böhmischen [Groschen]. Nikolaus Barth erbittet von der Fuldaer Rentkammer und vom Konvent von Fulda die lehnsrechtliche Zustimmung zu dem Tausch. Bevor die Zustimmung erteilt werden kann, ist ein Termin zur Besichtigung der Liegenschaften angesetzt worden. An der Besichtigung haben seitens der Rentkammer der Kammerrat Bott, seitens des Zentamts dessen Verwalter und Kammerrat, [Georg Wilhelm] Krifft, und seitens des Konvents der Hofrat und Anwalt (syndicus), [Johann Anton] Röthlein, teilgenommen. Es ist entschieden worden, dass der Tausch an sich möglich ist. Damit keinem der beiden Lehnsherrn ein Nachteil entsteht und sichergestellt ist, dass die getauschten Lehen dieselbe Größe aufweisen, sind von beiden Seiten Bevollmächtigte für eine erneute Ortsbesichtigung ernannt worden: seitens der Rentkammer Kaspar (Caspar) Kohlmann aus Maberzell, Johann (Iohannes) Heienfeld (Heyenfeldt) aus Gläserzell, beide Zentschöffen, sowie Johann (Hanß) Adam König, Schultheiß von Kämmerzell; seitens des Konvents Nikolaus (Claus) Eckert aus Kämmerzell, Johann (Iohannes) Wehner aus Lüdermünd, beide Schöffen des Konvents, sowie Johann (Iohannes) Zimmer, Lehnschultheiß von Kämmerzell. Nach der Ortsbesichtigung haben die Bevollmächtigten das Protokoll übergeben. Demnach umfasst der Hintersiedelhof ohne Wohnhaus eine Länge von 48 Schuh und eine Breite von 28 Schuh. Der Garten in der Angelbach hat dieselben Abmessungen. Dort muss allerdings noch ein Wohnhaus errichtet werden, so dass das Gelände in der Angelbach etwas kleiner ist. Daher ist das Gelände auf 58 Schuh Länge und 35 Schuh Breite erweitert und mit Pfählen markiert worden. Der jährliche Zins des Gartens beträgt nunmehr 13 Böhmische [Groschen] und zwei Pfennige an Geld und ein Rauchhuhn sowie ein halbes Pfund Wachs für die Kirche in Kämmerzell und drei Böhmische [Groschen] für den dortigen Schulmeister. Nikolaus Barth hat auch den zuvor auf der Angelbach liegenden Zins von sechs Böhmischen [Groschen] zu tragen. Die nicht zum Lehen gehörenden Anteile des Gartens bleiben weiterhin Lehen des Konvents. Von dem neuen Lehen in der Angelbach sind zudem der Burgfriedendienst, der zuvor mit dem Hintersiedelhof verbunden gewesen ist, und alle anderen Verpflichtungen gegenüber der Landesherrschaft und der Gemeinde zu leisten. Ankündigung der Unterfertigung. Siegelankündigung. Die Fuldaer Rentkammer, der Konvent von Fulda und das Fuldaer Zentamt haben ihre Zustimmung zu dem Tausch erteilt. Die Urkunde ist dreifach ausgefertigt worden. Die Fuldaer Rentkammer, der Konvent von Fulda und Nikolaus Barth haben jeweils ein Exemplar der Urkunde erhalten. Ausstellungsort: Fulda. (siehe Abbildungen: Seite 1, Seite 2 und 3, Seite 4 und 5, Rückseite; Siegel: Papiersiegel 1, Papiersiegel 2, Papiersiegel 3)
Vermerke (Urkunde): Unterschriften: Henricus freiherr von Eltz [Heinrich von Eltz] superior / manu propria
Vermerke (Urkunde): Unterschriften: hochfürstliches centh/ambt daselbsten / Georg Wilhelm Krifft / manu propria)
Vermerke (Urkunde): Siegler: Rentkammer von Fulda, Konvent von Fulda, Zentamt von Fulda
Böhmische Groschen sind auch als Prager Groschen bekannt.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.