Wirtschafts- und Ernährungsamt (Bestand)
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C 28
Stadtarchiv Nürnberg (Archivtektonik) >> Stadtarchiv Nürnberg >> Bestandsgruppe C: Amtliche Provenienzen der bayerischen Zeit >> C 28 - Wirtschafts- und Ernährungsamt
Unter dem Wirtschaftsamt firmierten im 20. Jh. unterschiedliche Behörden der Stadtverwaltung. In der ersten Jahrhunderthälfte stand dabei die Organisation der Versorgung im Vordergrund. Bei der Kriegsfürsorge und Kriegswirtschaft im Ersten Weltkrieg wurden 1915/16 ein Lebensmittelamt, eine Lebensmittelkartenstelle und zahlreiche Ausgabestellen eingerichtet, die die Kartoffel-, Fleisch-, Butter-, Zucker-, Kohlenbewirtschaftung u.a. organisierten. Seit 1917 war beim Lebensmittelamt auch eine Abteilung zur Versorgung der Rüstungsindustrie installiert. Auch nach dem Krieg bestand die Organisation fort, erst im Lauf des Jahres 1920 erfolgte der Abbau des Lebensmittelamts und am 18.5.1921 seine Auflösung. Im Zweiten Weltkrieg wurde ein noch umfangreicherer Verwaltungsapparat zur Versorgung der Bevölkerung und der Kriegswirtschaft aufgebaut. Bezugsausweise, -scheine u.a. organisierten Wirtschaftsamt und Kartenstellen bzw. die Kartenhauptstelle, die in 17 Abteilungen und 23 Kartenstellen untergliedert waren. Daneben organisierte das Ernährungsamt mit ca. 22 Abteilungen v.a. die konkrete Lebensmittelversorgung. Von 1945-48 blieb die Zwangsbewirtschaftung von Lebensmitteln u.a. in ähnlicher Form bestehen. Seit der Währungsreform im Juni 1948 wurde dies nach und nach gelockert und schließlich im März 1950 ganz aufgehoben. Schon zuvor war laut Stadtratsbeschluss vom 30.5.1949 das Wirtschaftsamt dem Ernährungsamt angegliedert worden, gleichzeitig war das Personal des nunmehrigen Ernährungs- und Wirtschaftsamtes (EA/WiA) reduziert worden (1948 hatten beide Ämter noch über 600 Stellen aufgewiesen), am 31.3.1950 erfolgte die Auflösung der Dienststelle. (Quelle: Stadtlexikon)Die an das StadtAN gelangten Unterlagen umfassen lediglich den Zeitraum Kriegsbeginn 1939 bis zum Ende der Bewirtschaftungszeit 1950; sie wurden 1986 bis auf einen unverzeichneten Restbestand vorläufig erschlossen (Findliste C 28 (1) mit Inhaltsverzeichnis und Konkordanz). Der Bestand enthält neben allgemeinen organisatorischen und statistischen Unterlagen (Vorschriften, Anordnungen und Verfügungen, Monatsberichte, Rechnungsbelege, Formblätter und Mustersammlungen etc.) Material zur Lebensmittel- und Brennstoffversorgung, zur Warenzuweisung an die Bevölkerung und umfangreiche Karteien.Weiteres Material siehe die Bestände C 54 (Lebensmittel- und Wirtschaftsamt), C 114 (Amt für Wirtschaft und Verkehr) und C 76 (Referat VII, Öffentliche Einrichtungen, Wirtschaft und Verkehr).
lfd. Meter: 27,00; Einheiten: 474
Bestand
Deutsch
Wirtschafts- und Ernährungsamt (Bestand); Wirtschafts- und _Ernährungsamt (Bestand)
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 11:18 MESZ