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Fürstentum Obere Pfalz, Kloster Ensdorf
Urkunden (Bestand)
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Staatsarchiv Amberg (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Staatsarchivs Amberg >> I. Altbestände (Territorien und Institutionen des Alten Reichs) >> A. Fürstentum Obere Pfalz >> 3. Klöster und Klosterrichterämter
1115-1797
Vorwort: 1. Klostergeschichte
Nach dem Tod von Graf Friedrich von Lengenfeld-Hopfenohe (1119) vollzogen sein Schwiegersohn Pfalzgraf Otto von Wittelsbach und Bischof Otto von Bamberg im Jahr 1121 seinen letzten Willen, die Errichtung eines Hausklosters in Ensdorf. Die Besiedlung erfolgte mit Mönchen des von Cluny beeinflussten Reformklosters St. Blasien im Schwarzwald, von wo auch der erste Abt Walchun 1123 kam. In diesem Jahr wurde die erste Kirche durch Bischof Otto von Bamberg geweiht und das Kloster bekam eine päpstliche Bestätigung, der 1131 eine kaiserliche folgte. Durch den Bamberger Bischof fand auch in der Folgezeit die Weihe des Abts und dessen Investitur mit den Temporalien statt. Die Vogteirechte wurden durch die Wittelsbacher ausgeübt und gingen 1336 an die pfälzische Linie als den Herren des Fürstentums der Oberen Pfalz über. Erzbischof Konrad von Salzburg weihte 1179 die erste aus Stein erbaute Kirche. 1280 erhielt das Kloster von Herzog Ludwig II. von Bayern die Pfarrei Vilshofen, 1314 von Ludwig dem Bayern die Niedergerichtsbarkeit über seine Hintersassen. Ebenfalls 1314 wurde der Frauenkonvent, der seit der Klostergründung bestanden hatte, aufgelöst. Nach langer Zeit des Verfalls der klösterlichen Disziplin und der wirtschaftlichen Grundlagen im 14. und frühen 15. Jh. gelang es Abt Hermann Holfelder (1445-1468) eine neue Blüte zu erreichen. Der Konvent umfasste unter ihm 34 Mitglieder und der Abt erhielt 1452 die Pontifikalien. Mit dem Klosterbrand im Jahr 1507 begann der Verfall. Abt Sebastian Sintersberger (1521-1525) wurde vom geistlichen Gericht in Regensburg zur Resignation gezwungen. In der Folge wurden das Kloster und seine Besitzungen von geistlichen Administratoren verwaltet und nach der Säkularisation 1556 als landesherrliches Klosterrichteramt von weltlichen Verwaltern geführt. Mit der Übertragung der Administration des Klosters an Abt Roman von Prüfening im Jahr 1669 erneuerte Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern das Klosterleben in Ensdorf. Ab 1695 erhielt Ensdorf mit Bonaventura Oberhuber wieder einen Abt, der ab 1699 auch Abt des Klosters Reichenbach war und den heutigen barocken Bau in Ensdorf errichten ließ, der mit der Weihe der Klosterkirche 1717 seinen Abschluss fand. Die drei nachfolgenden Äbte Anselm Meiler (1716-1761), Anselm Desing (1761-1772) und Diepold Ziegler (1773-1801) sind Beispiele für wissenschaftliche und pädagogische Leistungen und eine erneute Blüte des Klosters im 18. Jahrhundert. Nach dem Tod von Abt Diepold Ziegler am 21. November 1801 wurde die Wahl eines neuen Abts untersagt. Mit dem Eintreffen des Lokalkommissärs von Niller begann im Februar 1802 die Auflösung des Klosters. Unter den letzten 18 Patres waren auch die gelehrten Brüder Anselm Moritz (1766-1832) und Joseph Moritz (1769-1834), der später am Reichsarchiv in München tätig war. P. Otto Schierl betreute bis 1812 das Klosterarchiv. Als letzter Profess starb P. Stephan Götz im Jahr 1855. Mit den Salesianern Don Boscos ist 1920 das geistliche Leben ins Kloster zurückgekehrt.
2. Bestandsgeschichte
Der Urkundenbestand des 1802/03 zum zweiten Mal säkularisierten Klosters Ensdorf wurde 2001 von Dr. Karl-Otto Ambronn neu bearbeitet und regestiert. Er war in dieser Form im Reichsarchiv bzw. Bayerischen Hauptstaatsarchiv im 19./20. Jh. formiert worden und umfasst 768 Urkunden (Nr. 1-770, die Nr. 31 und 73 wurden noch in München den provenienzgemäß neuen Beständen mit den Signaturen "Kloster Speinshart Urkunden 29/1" bzw. "Oberpfalz Urkunden 553/1" zugewiesen und sind somit Leernummern) für die Zeit von 1115 bis 1797. Für die Urkunden von 1115 bis 1399 (Nr. 1-235) wurde noch in München die übliche Aussteller-/Sieglerliste mit Verweisen zum Band 24 der "Monumenta Boica" erstellt, die Urkunden ab 1401 waren nur durch Datumszettel erschlossen.
Kloster Ensdorf war 1556 unter Kurfürst Ottheinrich von der Pfalz zum ersten Mal aufgehoben worden. Die Urkunden wurden bis zur Wiedererrichtung 1669 unter Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern im Archiv der Regierung in Amberg verwahrt. Im Verzeichnis von 1663, das Valentin Schwaighauser, beider Rechte Doktor und Regierungsadvokat, im Vorfeld der Wiedergründung erstellte, werden 618 Urkunden genannt (Staatsarchiv Amberg, Standbuch 1217/1). Im Verzeichnis der Dokumente, die Abt Roman von Prüfening 1669 im Original übergeben werden, sind 637 Urkunden aufgeführt (Staatsarchiv Amberg, Kloster Ensdorf 298). Im vorliegenden Verzeichnis datieren 738 Urkunden vor 1669.
Bei der Aufhebung des Klosters Ensdorf 1803 blieben das Archiv und die Registraturen, somit auch der Urkundenbestand, vor Ort in Ensdorf unter der Aufsicht von P. Otto Schierl, der im Auftrag des Landgerichts Amberg amtierte und die Urkunden in zwei Kopialbüchern erfasste (Staatsarchiv Amberg, Kloster Ensdorf 311 und 312). Diese Bände, die "Collectio Monumentorum Monasterii Ensdorf", sollten als Ersatz für ein fehlendes Repertorium dienen und enthalten 781 Abschriften v.a. von Originalurkunden des Klosters Ensdorf. Der Urkundenbestand scheint also kaum Verluste erlitten zu haben.
Mit der Zentralisierung der oberpfälzischen Klosterarchive im Reichsarchiv durch Franz Joseph von Samet im Jahr 1812 kamen die Urkunden nach München.
Im Rahmen der gesamtbayerischen Beständebereinigungen wurden sie 1995 an das Staatsarchiv Amberg als dem Regionalarchiv für die Oberpfalz, wie dies in der 1988 getroffenen Zuständigkeitsregelung festgelegt worden war, zurückgegeben.
3. Literatur (in Auswahl)
Monasterium Ensdorf, in: Monumenta Boica Bd. 24, München 1821, S. 1-304.
Joseph Moritz, Codex Traditionum Monasterii Ensdorf, in: Max Frhr. von Freyberg, Sammlung historischer Schriften und Urkunden Bd.2, Stuttgart 1829, S. 180-352.
Felix Mader, Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz und Regensburg, Bd. 15: Bezirksamt Amberg, München 1908.
Ildefons Stegmann, Anselm Desing, Abt von Ensdorf 1699-1772, München 1929.
Maria Dietmunda Klara Kagermeier, Joseph Moritz 1761-1834, Augsburg 1934.
Vinzenz Schlichtner, Ensdorf, das ehemalige Benediktinerstift, München 1940.
Hans Zitzelsberger, Die Geschichte des Klosters Ensdorf von der Gründung bis zur Auflösung in der Reformation 1121-1525, in: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 95 (1954) S. 5-171.
Heribert Batzl, Ensdorf, ehemalige Benediktinerabtei - seit 1803 Pfarrkirche, München 1960.
Hans Zitzelsberger, Ensdorf, ehemalige Benediktinerabtei - seit 1803 Pfarrkirche, München 1968 (2. Aufl.).
Josef Hemmerle, Ensdorf, in: Die Benediktinerklöster in Bayern (Germania Benedictina, Bd. 2: Bayern),Augsburg 1970, S. 90-94.
Hans Zitzelsberger, Chronik von Ensdorf, Ensdorf 1991.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
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