Klage dagegen, daß der beklagte Herzog durch seinen Schultheißen und den jül. Rittmeister am 21. April 1605 einen Graben vor Neuss ausheben, den Neusser Graben zuschütten und etliche Schanzen verbrennen ließ, obgleich am 25. Sept. 1604 ein RKG-Mandat „de non offendendo“ unter Pön der Rechte, der Landfriedenskonstitution und der Reichsacht gegen ihn ausgebracht worden ist. Im Verlauf des Prozesses beklagen sich Bürgermeister und Rat der Stadt Köln, daß der Herzog ferner im Nov. und Dez. 1605 von Neusser Untertanen „auf den Steinen“ (bei Grimlinghausen) in Hamm 3 und weitere 4 Kühe gefordert hat. Der Beklagte behauptet demgegenüber, der Erzbischof maße sich Rechte zu Grimlinghausen an und die Neusser Bürger hätten eigenmächtig einen Graben errichtet. Es habe zu Friedenszwecken ein Scheidgraben auf der kurkölnischen Seite des Rheins zwischen dem Neusser Wald und dem Herzogtum Berg am sogenannten „Schandart“ existiert, den die Neusser Bürger eingerissen hätten. Gleichzeitig hätten sie einen anderen Graben als Wehrgraben aufgeworfen.
Show full title
Klage dagegen, daß der beklagte Herzog durch seinen Schultheißen und den jül. Rittmeister am 21. April 1605 einen Graben vor Neuss ausheben, den Neusser Graben zuschütten und etliche Schanzen verbrennen ließ, obgleich am 25. Sept. 1604 ein RKG-Mandat „de non offendendo“ unter Pön der Rechte, der Landfriedenskonstitution und der Reichsacht gegen ihn ausgebracht worden ist. Im Verlauf des Prozesses beklagen sich Bürgermeister und Rat der Stadt Köln, daß der Herzog ferner im Nov. und Dez. 1605 von Neusser Untertanen „auf den Steinen“ (bei Grimlinghausen) in Hamm 3 und weitere 4 Kühe gefordert hat. Der Beklagte behauptet demgegenüber, der Erzbischof maße sich Rechte zu Grimlinghausen an und die Neusser Bürger hätten eigenmächtig einen Graben errichtet. Es habe zu Friedenszwecken ein Scheidgraben auf der kurkölnischen Seite des Rheins zwischen dem Neusser Wald und dem Herzogtum Berg am sogenannten „Schandart“ existiert, den die Neusser Bürger eingerissen hätten. Gleichzeitig hätten sie einen anderen Graben als Wehrgraben aufgeworfen.
AA 0627, 955 - C 447/1239
AA 0627 Reichskammergericht, Teil II: C-D
Reichskammergericht, Teil II: C-D >> 1. Buchstabe C
1605 - 1624 (1604 - 1625)
Enthaeltvermerke: Kläger: Erzbischof Ernst von Köln Beklagter: Herzog Johann Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg sowie Konsorten: jül. Räte, Amtleute und Regierung zu Düsseldorf, Hetterich Breckwald zu Bilk (”Billisch“), Schultheiß zu Düsseldorf, und Hoven, jül. Rittmeister Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Konrad Lasser 1605 und 1617 - Dr. Beatus Moses (1622) Prokuratoren (Bekl.): Dr. Andreas Pfeffer 1605 - Dr. Conradus Fabri 1617 (für Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm bei Rhein und Kurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg) - Dr. Johann Schneit (1624) Prozeßart: Citationis ad vidend(um) se incidisse in poenam mandato de non offendendo insertam Instanzen: RKG 1605 - 1624 (1604 - 1625) Beweismittel: RKG-Mandat vom 25. Sept. 1604 (Q 2). Zeugenverhör über die Tathandlung von Heinrich Quantin, Vogtstatthalter Adolf Kerperden und Godefrid Hambloch, Schöffen des kurfürstl. hohen weltlichen Gerichts zu Neuss, vom 29. April 1605 (Q 3). Schreiben des Herzogs von Jülich vom 22. Aug. 1604 (Q 4), des Offizials des erzbischöfl. geistlichen Hofs zu Köln vom 16. Sept. 1604 (Q 5) und von Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Neuss vom 17. Sept. 1604 (Q 6) betr. Aufwerfung eines Grabens durch die Neusser Bürger. RKG-(Bei-)Urteil vom 18. Nov. 1623 (5) Beschreibung: 2 cm, 57 Bl., lose; Q 1 - 17, 3 Beilagen prod. 3. Feb. und 23. Sept. 1624, 5. Mai 1625.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
11.05.2026, 9:48 AM CEST
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Archival tectonics)
- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Teil II: C-D (Archival holding)
- 1. Buchstabe C (Classification)