6/30 [Nr. 8]: (D) 1696 Febr. 3 - 13 (T) Protokoll der Verhandlung zwischen Visitationkommission und Senat im Universitätshaus
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UAT 6/ Ältere Universitätsregistratur, Vermischte Sachakten (I)
Ältere Universitätsregistratur, Vermischte Sachakten (I) >> 9. Visitationen (1520-1792) >> Visitationes, Bd. VI: Nr. 1-110
Enthält: (I) 1) Febr. 3 1696. Das fürstliche Commissions-Reskript wird dem Rektor überreicht, dieser läßt es durch den Univ.-Sekretär Jakob Essich verlesen. Jeder Senator übergibt sein Gutachten über die Universität verschlossen der Kommission. J.G. Kulpis begründet die Bestellung des Dr. Michael Förtsch zum 4. prof. theol. ord. durch den Herzog; dieser verlange Antwort auf das gestern dem Rektor zugestellte Reskript. Rektor Gabriel Schweder, das Schreiben des Senats wegen der 4. professio theol. ord. wolle dem Herzog nicht zu nahe treten; Einzelvota wurden, da es die Statuten nicht verlangen, nie protokolliert; er bitte ihn mit weiterer Abforderung des Protokolls zu verschonen. J.G. Kulpis: Der Herzog verlange den catalogus responsum und Antwort, ob der Rektor das Reskript über Förtsch ausführen wolle; über die Benennung einiger Unfähiger neben Förtch werde man noch reden. G. Schweder: Mich. Förtsch sollte in Tübingen den Doktorgrad erwerben oder die Univ. gegen die Giessischen Kontroversen dadurch absichern, daß er die Konkordienformel unterschreibe. J.G. Kulpis genehmigt eine Beratung in der Nebenstube. Ergebnis: Die controversia Menzeriana sei gefährlich. J.G. Kulpis: Sie sei ducali auctoritate aufgehoben. Er verliest die Declaratio des Michael Förtsch und die Eidformel eines candidati theologiae und verbietet der Universität, diese zu ändern. G.Schweder erbittet Aufschub zwecks weiterer Beratung.; 2) 1696 Febr. 4 J.G. Häberlin: Die Mentzersche Kontroverse betreffe keinen fundamentalen Irrtum und solle mit Schweigen übergangen werden. J.G. Kulpis: Wird von Förtsch mehr verlangt als die Declaratio? G.Schweder: Der Senat will selbst mit ihm reden. Michael Förtsch: Er hoffe, seine Declaratio genüge, er wolle weder dem Herzog noch seinem Gewissen entgegen handeln und wünsche den Frieden. Kanzler Joh. Adam Osiander: Es hiess, Förtsch werde in Giessen doktorieren und also auf die dort fovierte sententia das juramentum ablegen müssen. Förtsch verneint. J.G. Schweder: Der Senat werde wohl der Declaratio zustimmen.; 3) 1696 Febr. 10 Anschließend an die von Michael Förtsch gehaltene oration: J.G. Kulpis zu Johann Adam Osiander: Ob er"die Bantzische Acta" gelesen habe? J.A. Osiander: Ja, sie seien ganz von fanatischen Prinzipien durchzogen, wenn alle gradus nichts hülfen, müßten andere media, wie mit Wisenfautt angewandt werden. Prof.(Georg Heinr.) Keller hat diese Acta noch nicht gelesen. J.G. Kulpis: Alle Theologieprofessoren müssen sie lesen und ein schriftliches Gutachten erstatten. Er verliest ein fürstlich hessisches Schreiben und fragt, was sie von der Darmstädtischen Sache hielten. J.A. Osiander: Eine gedruckte Predigt, die Dr.(Heinrich?) Schröder schickte, enthielt pietistische Heterodoxa. M. Förtsch: Man kenne ihre Irrtümer nicht, könne sich nicht auf die heraufgekommenen Scharteken verlassen. J.G. Kulpis verlangt auch darüber ein Gutachten.; 4) 1696 Febr. 13 Anschließend an die Präsentation Michael Förtschs im Stift. J.G. Kulpis verlangt; 1. eine Beantwortung übergebener Fragpunkte.; 2. Bericht über die Bestrafung des Praeceptors mag. (Josua Friedr.) Spohn; 3. Ebenso über die von (Wilh. Ludw.) Maskofsky und mag. Fromman; 4. Abschriften der Dispensationsreskripte für die Professoren Scheinemann und Cammerer; 5. Ebenso der Reskripte vom 28.August 1663 und 2.Sept.1678 über Verwandte im Senat; 6. Eine Erklärung über den Streit mit der Landschaft wegen Steuern. G.Schweder: Nr. 1 gehe heute ab, der Rest folge bald, er bitte um die Hilfe der Kommission wegen der rückständigen Zinsen bei der Landschaft. J.G. Kulpis: Er könne nichts versprechen. Die Kommission zieht ab, begleitet bis an die Kutsche. (37-44')
Akte
Visitationes, Bd. VI: Nr. 1-110
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BZK no.
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This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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- Visitationes, Bd. VI: Nr. 1-110 (Record)