FDGB-Landesvorstand Sachsen-Anhalt (Bestand)
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P 39 (Benutzungsort: Magdeburg)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 08. Parteien, Organisationen, Vereine und Verbände >> 08.02. Gewerkschaften >> 08.02.01. Landesvorstände des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds (FDGB) mit Einzelgewerkschaften
1945 - 1952
Findhilfsmittel: Abschrift Ablieferungskartei
Registraturbildner: Im Ergebnis verbreiteter Einheitsbestrebungen unter Gewerkschaftlern aller Richtungen kam es in großen Städten sowie in industriell entwickelten Gebieten der Provinz Sachsen und des ehemaligen Freistaates Anhalt bereits kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges zur Bildung erster, zumeist noch lokal begrenzt wirkender, einheitlicher Gewerkschaften. Ihre rechtliche Grundlage leiteten sie aus dem SMAD-Befehl Nr. 2 vom 10. Juni 1945 ab, der die "Vereinigung in freien Gewerkschaften" erlaubte. Sie schlossen sich in der Provinz Sachsen, teilweise unter dem Einfluss eines Aufrufs des vorbereitenden Gewerkschaftsausschusses für Groß-Berlin vom 15. Juni 1945, auf einer provisorischen Delegiertenkonferenz am 15. Sept. 1945 in Halle zur FDGB-Provinzorganisation zusammen und wählten einen Provinzialausschuß unter dem Vorsitz von Rudolf Jäger. Zu vorrangigen Aufgaben erklärten sie die Mitwirkung am politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau, die Sicherung demokratischer Mitbestimmungsrechte sowie die Vertretung der Interessen der Arbeiter und Angestellten in der Lohn-, Tarif- und Sozialpolitik. In Abkehr vom traditionellen Organisationsprinzip (Wohngebietsorganisation) beschlossen sie die Einführung von Betriebsgruppen als unterster Organisationseinheit sowie von Industriegewerkschaften bzw. Einzelgewerkschaften, die jedoch keine eigene Finanzhoheit besaßen.
Der Organisationsaufbau der FDGB-Provinz-/Landesorganisation war im Sommer 1946 weitgehend abgeschlossen. Als "höchstes Organ" fungierte die Landesdelegiertenkonferenz. Sie wählte den mit der Führung der Geschäfte beauftragten Provinzialausschuß, ab 1947 den Landesvorstand, und bestimmte anfänglich drei Vorsitzende, ab 1950 nur noch einen Vorsitzenden, des Vorstandes. Erste Vorsitzende waren von 1945 - Febr. 1946 Rudolf Jäger (KPD), vom April 1946 - 1950 der bis dahin in der KPD-Bezirksleitung der Provinz Sachsen für Gewerkschaftsarbeit verantwortliche Rudolf Maisel sowie von 1950 - 1952 die Gewerkschaftsfunktionäre Herbert Ketscher und Siegfried Michl. Der aus seinem Amt als Präsident des Landtages bekannte Adam Wolfram fungiert von 1946 - 1949 gleichzeitig als 2. Vorsitzender des FDGB-Landesvorstandes Sachsen-Anhalt.
Die innere Struktur des Landesvorstandes unterlag häufigen Veränderungen, die v.a. auf erweiterte bzw. wechselnde Aufgabenstellungen und eine sogen. "Reorganisation" 1950/51 zurückzuführen waren. Mit einer gewissen Konstanz bestanden die Aufgabengebiete/Strukturteile Sekretariat des Landesvorstandes, Organisation (Instrukteur-Abt.), Arbeit/Sozialpolitik, Kultur/Bildung, Agitation/Schulung/Medien, Jugend-/Frauenfragen, Personal und Feriendienst. Daneben existieren zeitweilig Strukturteile wie Wirtschaft/Betriebsgruppenarbeit, Gewerkschaftseinheit und Vermögensverwaltung.
Eingebunden in eine zentralisierte Einheitsorganisation, vollzog die Landesorganisation Sachsen-Anhalt bis zu ihrer Überleitung in die FDGB-Bezirksorganisationen Halle und Magdeburg im Aug. 1952 alle wesentlichen Entwicklungen des FDGB mit. Dazu gehörte neben der ab 1947/48 einsetzenden Orientierung der Mitglieder auf die Erfüllung der Wirtschaftspläne und die Wettbewerbsbewegung auch die Ausschaltung von Gewerkschaftsfunktionären und Gewerkschaftern mit sozialdemokratischen und anderen Gewerkschaftsauffassungen ("Nur-Gewerkschafter"). In diesen "Transformationsprozess" fällt auch die den sogen. Bitterfelder Beschlüssen 1948 folgende Auflösung der Betriebsräte, wodurch das Vertretungsrecht der Belegschaften gegenüber den Betriebsleitungen auf den FDGB übergehen konnte. Bis 1950 war der "demokratische Zentralismus" als Organisationsprinzip und der Führungsanspruch der SED im FDGB weitgehend durchgesetzt worden.
(Quelle: Die Bestände der Landesarchive des Landes Sachsen-Anhalt 1945-1952. Kurzübersicht, Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt 1995.)
Bestandsinformationen: Der seit Ende 1992/Anfang 1993 im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt archivierte Bestand weist erhebliche Überlieferungslücken auf, insbesondere für die Jahre 1945 und 1946. Den Kern des Bestandes bilden die Akten der Aufgabenbereiche Sekretariat, Organisation und Kader/Personal.
Registraturbildner: Im Ergebnis verbreiteter Einheitsbestrebungen unter Gewerkschaftlern aller Richtungen kam es in großen Städten sowie in industriell entwickelten Gebieten der Provinz Sachsen und des ehemaligen Freistaates Anhalt bereits kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges zur Bildung erster, zumeist noch lokal begrenzt wirkender, einheitlicher Gewerkschaften. Ihre rechtliche Grundlage leiteten sie aus dem SMAD-Befehl Nr. 2 vom 10. Juni 1945 ab, der die "Vereinigung in freien Gewerkschaften" erlaubte. Sie schlossen sich in der Provinz Sachsen, teilweise unter dem Einfluss eines Aufrufs des vorbereitenden Gewerkschaftsausschusses für Groß-Berlin vom 15. Juni 1945, auf einer provisorischen Delegiertenkonferenz am 15. Sept. 1945 in Halle zur FDGB-Provinzorganisation zusammen und wählten einen Provinzialausschuß unter dem Vorsitz von Rudolf Jäger. Zu vorrangigen Aufgaben erklärten sie die Mitwirkung am politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau, die Sicherung demokratischer Mitbestimmungsrechte sowie die Vertretung der Interessen der Arbeiter und Angestellten in der Lohn-, Tarif- und Sozialpolitik. In Abkehr vom traditionellen Organisationsprinzip (Wohngebietsorganisation) beschlossen sie die Einführung von Betriebsgruppen als unterster Organisationseinheit sowie von Industriegewerkschaften bzw. Einzelgewerkschaften, die jedoch keine eigene Finanzhoheit besaßen.
Der Organisationsaufbau der FDGB-Provinz-/Landesorganisation war im Sommer 1946 weitgehend abgeschlossen. Als "höchstes Organ" fungierte die Landesdelegiertenkonferenz. Sie wählte den mit der Führung der Geschäfte beauftragten Provinzialausschuß, ab 1947 den Landesvorstand, und bestimmte anfänglich drei Vorsitzende, ab 1950 nur noch einen Vorsitzenden, des Vorstandes. Erste Vorsitzende waren von 1945 - Febr. 1946 Rudolf Jäger (KPD), vom April 1946 - 1950 der bis dahin in der KPD-Bezirksleitung der Provinz Sachsen für Gewerkschaftsarbeit verantwortliche Rudolf Maisel sowie von 1950 - 1952 die Gewerkschaftsfunktionäre Herbert Ketscher und Siegfried Michl. Der aus seinem Amt als Präsident des Landtages bekannte Adam Wolfram fungiert von 1946 - 1949 gleichzeitig als 2. Vorsitzender des FDGB-Landesvorstandes Sachsen-Anhalt.
Die innere Struktur des Landesvorstandes unterlag häufigen Veränderungen, die v.a. auf erweiterte bzw. wechselnde Aufgabenstellungen und eine sogen. "Reorganisation" 1950/51 zurückzuführen waren. Mit einer gewissen Konstanz bestanden die Aufgabengebiete/Strukturteile Sekretariat des Landesvorstandes, Organisation (Instrukteur-Abt.), Arbeit/Sozialpolitik, Kultur/Bildung, Agitation/Schulung/Medien, Jugend-/Frauenfragen, Personal und Feriendienst. Daneben existieren zeitweilig Strukturteile wie Wirtschaft/Betriebsgruppenarbeit, Gewerkschaftseinheit und Vermögensverwaltung.
Eingebunden in eine zentralisierte Einheitsorganisation, vollzog die Landesorganisation Sachsen-Anhalt bis zu ihrer Überleitung in die FDGB-Bezirksorganisationen Halle und Magdeburg im Aug. 1952 alle wesentlichen Entwicklungen des FDGB mit. Dazu gehörte neben der ab 1947/48 einsetzenden Orientierung der Mitglieder auf die Erfüllung der Wirtschaftspläne und die Wettbewerbsbewegung auch die Ausschaltung von Gewerkschaftsfunktionären und Gewerkschaftern mit sozialdemokratischen und anderen Gewerkschaftsauffassungen ("Nur-Gewerkschafter"). In diesen "Transformationsprozess" fällt auch die den sogen. Bitterfelder Beschlüssen 1948 folgende Auflösung der Betriebsräte, wodurch das Vertretungsrecht der Belegschaften gegenüber den Betriebsleitungen auf den FDGB übergehen konnte. Bis 1950 war der "demokratische Zentralismus" als Organisationsprinzip und der Führungsanspruch der SED im FDGB weitgehend durchgesetzt worden.
(Quelle: Die Bestände der Landesarchive des Landes Sachsen-Anhalt 1945-1952. Kurzübersicht, Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt 1995.)
Bestandsinformationen: Der seit Ende 1992/Anfang 1993 im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt archivierte Bestand weist erhebliche Überlieferungslücken auf, insbesondere für die Jahre 1945 und 1946. Den Kern des Bestandes bilden die Akten der Aufgabenbereiche Sekretariat, Organisation und Kader/Personal.
Laufmeter: 30.6
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
14.04.2025, 8:12 AM CEST