Ev. Bund, Hauptverein Westfalen (Bestand)
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13.89
Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen (Archivtektonik) >> 05. Deposita von selbständigen Ämtern, Einrichtungen und Organisationen >> 05.11 Mission und Ökumene
1917-1985
Am 5. Oktober 1886 wurde in Erfurt der "Evangelische Bund zur Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen" gegründet. Er ist als Reaktion auf die Stärkung des Katholizismus während des Kulturkampfes zu verstehen. Die Leitung hatte der Landeshauptmann der Provinz Sachsen, Wilko Levin Graf von Wintzingerode-Bodenstein, der dann 18 Jahre an der Spitze des EB stand. Das dort angenommene Programm wurde zum Kern des Gründungsaufrufs vom 15. Januar 1887, der in 108 Tageszeitungen abgedruckt war. Dort sind die zentralen Anliegen benannt: Wahrung evangelischer Interessen gegenüber dem politischen Katholizismus und ?dem Indifferentismus und Materialismus der Zeit? sowie Förderung des innerevangelischen Friedens und Ausbau der landeskirchlichen Beziehungen. Das Statut sprach ?Männer und Frauen? an.Das Echo war überwältigend und die Zahl der Mitglieder wuchs sprunghaft an. Bei der 1. Generalversammlung in der Frankfurter Paulskirche im August 1887 waren es 10 000, 1895 bereits 100.000 und 1914 war der Evangelische Bund mit mehr als einer halben Million Mitglieder der größte evangelische und drittgrößte deutsche Verein. Das Interesse in gemischtkonfessionellen Regionen und in Städten war stärker als in rein evangelischen und ländlichen Gebieten. Das Bildungsbürgertum war besser repräsentiert als andere Schichten. Akademische Orts- und Frauengruppen waren bes. organisiert und wie viele vom Evangelische Bund unterstützten Arbeiter- und Gesellenvereine diesem ?angeschlossen?. Der Anteil der Theologen von anfangs ca. 30 % ging rasch zurück, so dass man von einer ?Laienorganisation? sprechen konnte. Die dezentrale Gliederung nach Orts-, Zweig- und Hauptvereinen sowie ein Zentralvorstand waren in Anlehnung an den Gustav-Adolf-Verein gewählt, mit dem es eine klare Arbeitsteilung und - bis heute sich fortsetzende - fruchtbare Zusammenarbeit gab. In Westfalen gründete sich ebenfalls ein Hauptverein. Von diesem sind lediglich die drei Protokollbücher von 1895 bis 1917 erhalten.Die Benutzung ist entsprechend den archivrechtlichen Bestimmungen der Evangelischen Kirche von Westfalen geregelt.Bielefeld, im März 2010Literatur: Artikel zum Evangelischen Bund in: www.wikipedia.org
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ