Bildung und Kultur: Franz-Böhm-Schule, Frankfurt a.M. (Bestand)
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Hessisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Gliederung >> Land Hessen >> Landesbehörden, Gerichte und Einrichtungen mit Zuständigkeit oder Sitz im Archivsprengel Wiesbaden >> Fachverwaltungen und fachliche Einrichtungen >> Bildung und Kultur
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Bestandsgeschichte: Zugang 28/2009
Geschichte des Bestandsbildners: Bereits seit 1973 wird im Gebäude an der Eichendorffstraße im Frankfurter Stadtteil Ginnheim unterrichtet. Seit 1985 trägt die Schule den Namen Franz-Böhm-Schule. Hervorgegangen ist sie aus der ehemaligen Kaufmännischen Berufsschule. Die Franz-Böhm-Schule beschult mehr als 2.000 Lernende und gliedert sich in folgende Abteilungen: Fachoberschule, Berufsfachschule, Berufsgrundbildungsjahr und das so genannte BzB, sowie die Berufsschule mit mehreren Ausbildungsberufen (Stand: 2009).
Namensgeber Franz Böhm (16.2.1895-26.9.1977):
Franz Böhm war einer der Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft, Vater der Kartellgesetzgebung, Mitinitiator des Bundesentschädigungsgesetzes und Wegbereiter der Aussöhnung mit Israel. Er wurde 1895 in Konstanz geboren. Franz Böhm war geprägt von der liberal-protestantischen Tradition des badischen Bürgertums. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges studierte er in Freiburg Rechts- und Staatswissenschaften und wurde nach dem Assessorexamen 1924 in Freiburg zum Staatsanwalt ernannt. Er gehörte von Anfang an zu jenen Professoren und Dozenten der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg, die sich gegen den Nationalsozialismus wandten. Nur eine Namensverwechslung bewahrte Franz Böhm nach dem 20. Juli 1944 vor der Verhaftung und Verurteilung.
Nach dem Zusammenbruch beteiligte sich Franz Böhm gemeinsam mit seinen Freiburger Freunden auf verschiedene Weise am Wiederaufbau in der Bundesrepublik Deutschland. Bereits im April 1945 nahm Böhm die Wahl zum Prorektor an der Universität Freiburg an, wurde aber am 8. November 1945 zum Minister für Kultus und Unterricht in Hessen berufen. Nach Meinungsverschiedenheiten mit der amerikanischen Besatzungsmacht legte er das Amt im Februar 1946 nieder und nahm kurz darauf den Ruf an die Universität Frankfurt a.M. als Ordinarius an.
Im Jahre 1926 hatte Franz Böhm Marietta Ceconi geheiratet, die Tochter von Ricarda Huch. Er starb 1977 in Rockenberg.
Findmittel: Online-Datenbank (Arcinsys)
Bearbeiter: Elke Hack
Bestandsgeschichte: Zugang 28/2009
Geschichte des Bestandsbildners: Bereits seit 1973 wird im Gebäude an der Eichendorffstraße im Frankfurter Stadtteil Ginnheim unterrichtet. Seit 1985 trägt die Schule den Namen Franz-Böhm-Schule. Hervorgegangen ist sie aus der ehemaligen Kaufmännischen Berufsschule. Die Franz-Böhm-Schule beschult mehr als 2.000 Lernende und gliedert sich in folgende Abteilungen: Fachoberschule, Berufsfachschule, Berufsgrundbildungsjahr und das so genannte BzB, sowie die Berufsschule mit mehreren Ausbildungsberufen (Stand: 2009).
Namensgeber Franz Böhm (16.2.1895-26.9.1977):
Franz Böhm war einer der Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft, Vater der Kartellgesetzgebung, Mitinitiator des Bundesentschädigungsgesetzes und Wegbereiter der Aussöhnung mit Israel. Er wurde 1895 in Konstanz geboren. Franz Böhm war geprägt von der liberal-protestantischen Tradition des badischen Bürgertums. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges studierte er in Freiburg Rechts- und Staatswissenschaften und wurde nach dem Assessorexamen 1924 in Freiburg zum Staatsanwalt ernannt. Er gehörte von Anfang an zu jenen Professoren und Dozenten der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg, die sich gegen den Nationalsozialismus wandten. Nur eine Namensverwechslung bewahrte Franz Böhm nach dem 20. Juli 1944 vor der Verhaftung und Verurteilung.
Nach dem Zusammenbruch beteiligte sich Franz Böhm gemeinsam mit seinen Freiburger Freunden auf verschiedene Weise am Wiederaufbau in der Bundesrepublik Deutschland. Bereits im April 1945 nahm Böhm die Wahl zum Prorektor an der Universität Freiburg an, wurde aber am 8. November 1945 zum Minister für Kultus und Unterricht in Hessen berufen. Nach Meinungsverschiedenheiten mit der amerikanischen Besatzungsmacht legte er das Amt im Februar 1946 nieder und nahm kurz darauf den Ruf an die Universität Frankfurt a.M. als Ordinarius an.
Im Jahre 1926 hatte Franz Böhm Marietta Ceconi geheiratet, die Tochter von Ricarda Huch. Er starb 1977 in Rockenberg.
Findmittel: Online-Datenbank (Arcinsys)
Bearbeiter: Elke Hack
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen der Staatsarchive in Hessen.
17.06.2025, 12:53 MESZ