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6/25 [Nr. 79]: (D) [1652] (T) Universität an die Visitationskommissare
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Enthält: (I) Gravamina. a) Fisci et Oeconomiae:; 1) Das Jahreseinkommen Gravamina der Univ. betrug vor dem Krieg 7-8 000 Sch. Getreide, 4-500 Eimer Wein, rund 3 500 fl Zins, all dies für Professoren, officiales, Pfarrer, Pfleger und zur Erhaltung der Bauten. Ab 1626 7.erfolgten Schuldenaufnahmen, nach der Nördllnger Schlacht 1634 kam der Ruin: Frucht und Wein auf dem Land wurden weggenommen, die Güter lagen wüst, die Hofgüter in Wolfenhausen wurden von der Stadt Herrenberg hoch mit Kontributionen belegt(2 500 fl), welche das meiste Silbergeschirr der Univ. verschlangen. Aller Wein in Brackenheim und die Renten anderer Pfleger wurden von der Obrigkeit zu Kontributionsleistungen verwendet.; 2) Schließlich gingen die Besoldungen ganz zurück.; 3) In den letzten drei Jahren kam rund ein Drittel der Naturalien wieder herein; über 1 000 Morgen zehntpflichtige Weinberge liegen wüst, von den Äckern zwei Drittel bis vier Fünftel.; 4) Seit 1634/35 konnte die Univ. ihre 16 000 fl Schulden nicht mehr verzinsen.; 5) Den Professoren, deren Witwen und Waisen schuldet die Univ. 27 000 fl rückständige Bezüge.; 6) Die Wein- und Fruchtausstände sind. uneinbringlich, weil die Weinberge unbebaut sind; die Weinzinsen stehen in der Rechnung nur, damit sie nicht vergessen werden; die Fruchtzinsen stammen aus Gütern, die nach der Nördlinger Schlacht weggenommen wurden, aus der stillstehenden Bronnmühle, sowie aus unbekannten Äckern. Geldausstände hat die Univ. u.a. bei der Landschaft, dem Kirchenkasten, dem Stift Herrenberg, aber sie kann die Unterpfänder nicht verwerten.; 7) Die Zehnten zu Asch und Ringingen mussten in Normalzeiten jährlich 530 Sch. Dinkel und Hafer als Vogtrecht und Hundslege in die Kellerei Blaubeuren liefern, daher die Wiederholung der 1620 vorgelegten Bitte um Nachlass. Fazit: Die Univ. verlor jährlich über 10 000 fl; während des Krieges also über 1 Tonnen Goldes; daher Bitte, der Landschaft und den Untertanen die Bezahlung der rückständigen Zinsen an die Univ. und die Stipendien zu befehlen und aus den Klostereinkünften und von der Landschaft der Univ. ad tempus einen Zuschuss zu gewähren, wie es bei den Universitäten Wittenberg, Rostock, Helmstedt, Jena, Alddorf auch geschieht. Die Amtleute müßten bei der Eintreibung besser helfen und die Privilegien beachten. Bitte um Bescheid, wie sich die Univ. gegen die Gehaltsforderungen des Wilhelm Bidembach von Treuenfels verhalten solle. b) Gravamina des Contubernii und zur Univ. gestifteter Stipendien:; 1) Bitte, der seit 1642 wieder geöffneten Burse wie früher 300 Sch. Dinkel zu 30 x und zum Teil gratis als Gnadenfrucht zu liefern.; 2) Wiederholte Bitte, den Stipendien, zur Eintreibung ihrer ausständigen Zinsen zu helfen.; 3) Bitte um Bescheid wegen des zum Stipendium Ficklerianum gehörigen Isenburgschen Kapitals samt Zinsen.; c) Gravamina contra privilegia Universitatis:; 1) Bitte, den Obervogt Moritz von und zu Cronegg zur Ablegung des Eids auf die Privilegien der, Univ. zu veranlassen.; 2) Der Untervogt soll sich bei Bedarf persönlich aufs Universitätshaus begeben. Auch sollen Bürgerschaft, Gericht und Rat der jährlichen Verlesung der Privilegien in St. Georg persönlich beiwohnen.; 3) Die Stadt verlangt von allem eingeführten Wein Accise und hat sogar verboten, auswärts Wein zu kaufen.; 4) Obwohl die Univ. den ihr schädlichen Vertrag von 1586 gehalten hat, wurde sie im Krieg mit Quartier und Kontribution zu sehr beschwert. 1634 mit etlichen tausend fl, die höchsten Offiziere wurden bei der Univ. einquartiert. Nach der Besetzung starben: Lukas Osiander, Johann Harpprecht, David Magirus, Andreas Bayer, Martin Neuffer, Samuel Bansov, Balthasar Simon, Johann Plachetius, Karl Bardili, Jodocus Colb, Wilhelm Schickhardt, Zacharias Schäfer, Gottfried Mästlin, Peter Scaturigius, Eberhard Schultheiß, Syndicus und Oeconomus Contubernii Johann Eberhard Gilg, Notar Johann Georg Bell.; 4) Während der Turenneschen Belagerüng und Einquartierung gab die Univ. der Stadt über 700 fl, Getreide und Wein, später forderte die Stadt nochmals 412 fl.; 5) Jetzt verlangt die Stadt Beteiligung an den onera publicä (Wege, Pflaster, Brunnen). (278-289').
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.