Jellinek, Camilla (Bestand)
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BArch N 1137
call number: N 1137
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Nachlässe und Sammlungen >> Nachlässe >> J
um 1900-1939
Geschichte des Bestandsbildners: Vorstandsmitglied des Bundes deutscher Frauenvereine
24. Sept. 1860 geb. in Wien
Vater: Gustav Wertheim (1822 - 1888), außerordentlicher Professor der Dermatologie in Wien
Mutter: Wilhelmine Walcher
Privatunterricht und
1875 - 1877 Besuch der Höheren Bildungsschule des Wiener Frauen-Erwerb-Vereins
17. Juli 1883 Eheschließung mit Professor Dr. Georg Jellinek, Staatsrechtslehrer
Besuch juristischer und philosophischer Vorlesungen an der Universität Heidelberg
1900 - 1933 Vorsitzende und Leiterin der Rechtsschutzstelle für Frauen und Mädchen e.V. in Heidelberg
1907 Vorsitzende der Rechtskommission des Bundes Deutscher Frauenvereine
1908 Veröffentlichung von „Frauenforderungen zur Strafrechtsreform"
1909 Veröffentlichung von „Die weibliche Bedienung im Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe"
1912 stellvertretende Vorsitzende des Rechtsschutzverbandes für Frauen
1. WK eine der beiden Vorsitzenden der Heidelberger Abteilung des Nationalen Frauendienstes, Leitung der Heidelberger Berufsberatung für Frauen
1915 Mitglied des Gesamtvorstandes des Bundes Deutscher Frauenvereine
1920 Veröffentlichung von „Die Frau im neuen Deutschland"
1921 Veröffentlichung von „Die Frauenbewegung in Deutschland"
1922 Teilnahme an der Konferenz des Internationalen Frauenbundes im Haag
1924 Vorsitzende des Ausschusses für Prüfung der Frage der Staatsangehörigkeit der verheirateten Frau (eingesetzt vom Bund Deutscher Frauenvereine)
1926 Vorsitzende des Badischen Bundes für Frauenbestrebungen
1928 Herausgabe der Broschüre „Frauen unter deutschem Recht" im Auftrage des Bundes Deutscher Frauenvereine
1930 Verleihung der Ehrendoktorwürde der juristischen Fakultät der Universität Heidelberg
Herbst 1934 Gleichschaltung der Heidelberger Rechtsschutzstelle und Rücktritt Camilla Jellineks als Vorsitzende auf Betreiben der NS-Frauenschaft
5. Okt. 1940 gestorben in Heidelberg
Mitgliedschaften (Vorstands- und Beiratsmitglied):
- Verein Frauenbildung - Frauenstudium
- Heidelberger Frauengruppe des „Verbandes gegen den Alkoholismus"
- Hausfrauenverein
- Vorsitzende der von ihr mitbegründeten Heidelberger „Wohlfahrtsstelle"
- Mitglied der städtischen Schulkommission
- Mitglied der bezirksamtlichen Kinokommission
- Mitglied der Ständigen Kommission des Internationalen Frauenbundes die Rechtsstellung der Frau betreffend
- Ehrenmitglied der GEDOK (Gemeinschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnen)
Bestandsbeschreibung: Materialien zu politischen und sozialen Frauenfragen (Stand: 1977)
Inhaltliche Charakterisierung: Der Nachlass Camilla Jellinek gelangte im Jahre 1963 gemeinsam mit den Nachlässen des Ehemannes Georg Jellinek und des Sohnes Walter Jellinek ins Bundesarchiv.
Das nach Aussonderung von Büchern, Broschüren und Zeitschriften verbleibende, nur wenig strukturierte Schriftgut wurde zu 23 Bänden formiert und dokumentiert in den 4 Überlieferungsgruppen
1 Persönliches
2 Schriftwechsel
3 Arbeit in der Frauenbewegung
4 publizistische Arbeiten
Die engagierte, insbesondere auf die rechtliche Fixierung der Gleichberechtigung der Frau gerichtete Tätigkeit Camilla Jellineks.
Die Gruppe Persönliches enthält neben Reiseaufzeichnungen zahlreiche Informationen zum Lebenslauf, die insb. Den Presseartikeln und Würdigungen anlässlich von Geburtstagen zu entnehmen sind. Ein beim Erwerbsvorgang befindlicher Umdruck einer ausführlichen Würdigung Camilla Jellineks anlässlich ihres 100. Geburtsages wurde diesem Nachlassteil hinzugefügt. Hervorzuheben ist ein von Camilla Jellinek verfasstes umfangreiches Manuskript zu einem Lebensbild Georg Jellineks (+1911) aus dem Jahre 1912.
Der Schriftwechsel dokumentiert neben persönlichen Angelegenheiten Kontakte zu früheren Kollegen Georg Jellineks und Erörterungen zu einzelnen Rechtsfragen zur Stellung der Frau.
Die Gruppe Arbeit und Frauenbewegung enthält Unterlagen zur Tätigkeit Camilla Jellineks als Leiterin der Rechtsschutzstelle für Frauen und Mädchen e.V. in Heidelberg und ihrem erzwungenen Rücktritt auf Betreiben der NS-Frauenschaft im Jahre 1933. Die Tätigkeit im Internationalen Frauenbund und im Bund deutscher Frauenvereine im Internationalen Frauenbund haben ihren Niederschlag ebenso gefunden wie die Erörterungen zu einzelnen Fragen der gesetzlichen Stellung der Frau insb. Hinsichtlich der Staatsangehörigkeit und des Namensrechts. Von den Korrespondenzpartnern sind zu nennen: Marianne Weber, Agnes von Zahn-Harnack und Else Jaffé.
Die umfangreichen publizistischen Arbeiten Camilla Jellineks sind belegt durch Typoskripte, Rezensionen ihrer Arbeiten, eine Sammlung von Sonderdrucken, Zeitschriftenartikeln, Reden und Aufsätzen sowie einige Bände von ihr verfasster Zeitungsartikel. Die behandelten Themen betreffen insbesondere soziale und rechtliche Fragen (wie § 218, Wahlrecht, Mietrecht, Gleichberechtigung, Beamtenrecht, Strafrechtsreform, Recht des unehelichen Kindes ect.).
Die an die Bibliothek abgegebenen Publikationen sind, soweit von Camilla Jellinek verfasst oder inhaltlich in enger Beziehung zur Nachlassüberlieferung stehend, im Findbuch aufgeführt.
An die zeitgeschichtlichen Sammlungen abgegeben wurden das für die Jahre 1906 - 1933 lückenhaft vorliegende Centralblatt des Bundes deutscher Frauenvereine. Bundesorgan begründet von Jeannette Schwerin. Hrsg. von Marie Stritt (später: Die Frauenfrage. Zentralblatt des Bundes deutscher Frauenvereine bzw. Bund deutscher Frauenvereine. Nachrichtenblatt bzw. Nachrichtenblatt des Bundes deutscher Frauenvereine (Signatur: ZSg 1 - 1903/6)).
Kassiert wurden zahlreiche Doppelstücke. Ausgesondert wurden auch nur unvollständig vorliegende Exemplare der Zeitschrift: Die Frau. Monatsschrift für das gesamte Frauenleben unserer Zeit. Hrsg. von Helene Lange, aus den Jahren 1913 - 1935. Die Zeitschrift, mit zahlreichen Aufsätzen Camilla Jellineks, liegt geschlossen in den Zeitgeschichtlichen Sammlungen vor (Signatur: ZSg 1 - 1963/1). Einige Briefe an Georg Jellinek wurden dem Nachlass Georg Jellinek hinzugefügt.
Da die Papiere während der Ordnungsarbeiten unter den vorläufigen Signaturen benutzt wurden, ist dem Findbuch eine Konkordanz beigegeben.
Die Ordnung der im Nachlass befindlichen Presseartikel und Broschüren erfolgte durch Frau Hildegard Jatschak.
Das Findbuch wurde geschrieben von Frau Wilm.
Fotos befinden sich in der biographischen Serie des Bildarchivs.
Koblenz, 1980
Marschall-Reiser
Zitierweise: BArch N 1137/...
24. Sept. 1860 geb. in Wien
Vater: Gustav Wertheim (1822 - 1888), außerordentlicher Professor der Dermatologie in Wien
Mutter: Wilhelmine Walcher
Privatunterricht und
1875 - 1877 Besuch der Höheren Bildungsschule des Wiener Frauen-Erwerb-Vereins
17. Juli 1883 Eheschließung mit Professor Dr. Georg Jellinek, Staatsrechtslehrer
Besuch juristischer und philosophischer Vorlesungen an der Universität Heidelberg
1900 - 1933 Vorsitzende und Leiterin der Rechtsschutzstelle für Frauen und Mädchen e.V. in Heidelberg
1907 Vorsitzende der Rechtskommission des Bundes Deutscher Frauenvereine
1908 Veröffentlichung von „Frauenforderungen zur Strafrechtsreform"
1909 Veröffentlichung von „Die weibliche Bedienung im Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe"
1912 stellvertretende Vorsitzende des Rechtsschutzverbandes für Frauen
1. WK eine der beiden Vorsitzenden der Heidelberger Abteilung des Nationalen Frauendienstes, Leitung der Heidelberger Berufsberatung für Frauen
1915 Mitglied des Gesamtvorstandes des Bundes Deutscher Frauenvereine
1920 Veröffentlichung von „Die Frau im neuen Deutschland"
1921 Veröffentlichung von „Die Frauenbewegung in Deutschland"
1922 Teilnahme an der Konferenz des Internationalen Frauenbundes im Haag
1924 Vorsitzende des Ausschusses für Prüfung der Frage der Staatsangehörigkeit der verheirateten Frau (eingesetzt vom Bund Deutscher Frauenvereine)
1926 Vorsitzende des Badischen Bundes für Frauenbestrebungen
1928 Herausgabe der Broschüre „Frauen unter deutschem Recht" im Auftrage des Bundes Deutscher Frauenvereine
1930 Verleihung der Ehrendoktorwürde der juristischen Fakultät der Universität Heidelberg
Herbst 1934 Gleichschaltung der Heidelberger Rechtsschutzstelle und Rücktritt Camilla Jellineks als Vorsitzende auf Betreiben der NS-Frauenschaft
5. Okt. 1940 gestorben in Heidelberg
Mitgliedschaften (Vorstands- und Beiratsmitglied):
- Verein Frauenbildung - Frauenstudium
- Heidelberger Frauengruppe des „Verbandes gegen den Alkoholismus"
- Hausfrauenverein
- Vorsitzende der von ihr mitbegründeten Heidelberger „Wohlfahrtsstelle"
- Mitglied der städtischen Schulkommission
- Mitglied der bezirksamtlichen Kinokommission
- Mitglied der Ständigen Kommission des Internationalen Frauenbundes die Rechtsstellung der Frau betreffend
- Ehrenmitglied der GEDOK (Gemeinschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnen)
Bestandsbeschreibung: Materialien zu politischen und sozialen Frauenfragen (Stand: 1977)
Inhaltliche Charakterisierung: Der Nachlass Camilla Jellinek gelangte im Jahre 1963 gemeinsam mit den Nachlässen des Ehemannes Georg Jellinek und des Sohnes Walter Jellinek ins Bundesarchiv.
Das nach Aussonderung von Büchern, Broschüren und Zeitschriften verbleibende, nur wenig strukturierte Schriftgut wurde zu 23 Bänden formiert und dokumentiert in den 4 Überlieferungsgruppen
1 Persönliches
2 Schriftwechsel
3 Arbeit in der Frauenbewegung
4 publizistische Arbeiten
Die engagierte, insbesondere auf die rechtliche Fixierung der Gleichberechtigung der Frau gerichtete Tätigkeit Camilla Jellineks.
Die Gruppe Persönliches enthält neben Reiseaufzeichnungen zahlreiche Informationen zum Lebenslauf, die insb. Den Presseartikeln und Würdigungen anlässlich von Geburtstagen zu entnehmen sind. Ein beim Erwerbsvorgang befindlicher Umdruck einer ausführlichen Würdigung Camilla Jellineks anlässlich ihres 100. Geburtsages wurde diesem Nachlassteil hinzugefügt. Hervorzuheben ist ein von Camilla Jellinek verfasstes umfangreiches Manuskript zu einem Lebensbild Georg Jellineks (+1911) aus dem Jahre 1912.
Der Schriftwechsel dokumentiert neben persönlichen Angelegenheiten Kontakte zu früheren Kollegen Georg Jellineks und Erörterungen zu einzelnen Rechtsfragen zur Stellung der Frau.
Die Gruppe Arbeit und Frauenbewegung enthält Unterlagen zur Tätigkeit Camilla Jellineks als Leiterin der Rechtsschutzstelle für Frauen und Mädchen e.V. in Heidelberg und ihrem erzwungenen Rücktritt auf Betreiben der NS-Frauenschaft im Jahre 1933. Die Tätigkeit im Internationalen Frauenbund und im Bund deutscher Frauenvereine im Internationalen Frauenbund haben ihren Niederschlag ebenso gefunden wie die Erörterungen zu einzelnen Fragen der gesetzlichen Stellung der Frau insb. Hinsichtlich der Staatsangehörigkeit und des Namensrechts. Von den Korrespondenzpartnern sind zu nennen: Marianne Weber, Agnes von Zahn-Harnack und Else Jaffé.
Die umfangreichen publizistischen Arbeiten Camilla Jellineks sind belegt durch Typoskripte, Rezensionen ihrer Arbeiten, eine Sammlung von Sonderdrucken, Zeitschriftenartikeln, Reden und Aufsätzen sowie einige Bände von ihr verfasster Zeitungsartikel. Die behandelten Themen betreffen insbesondere soziale und rechtliche Fragen (wie § 218, Wahlrecht, Mietrecht, Gleichberechtigung, Beamtenrecht, Strafrechtsreform, Recht des unehelichen Kindes ect.).
Die an die Bibliothek abgegebenen Publikationen sind, soweit von Camilla Jellinek verfasst oder inhaltlich in enger Beziehung zur Nachlassüberlieferung stehend, im Findbuch aufgeführt.
An die zeitgeschichtlichen Sammlungen abgegeben wurden das für die Jahre 1906 - 1933 lückenhaft vorliegende Centralblatt des Bundes deutscher Frauenvereine. Bundesorgan begründet von Jeannette Schwerin. Hrsg. von Marie Stritt (später: Die Frauenfrage. Zentralblatt des Bundes deutscher Frauenvereine bzw. Bund deutscher Frauenvereine. Nachrichtenblatt bzw. Nachrichtenblatt des Bundes deutscher Frauenvereine (Signatur: ZSg 1 - 1903/6)).
Kassiert wurden zahlreiche Doppelstücke. Ausgesondert wurden auch nur unvollständig vorliegende Exemplare der Zeitschrift: Die Frau. Monatsschrift für das gesamte Frauenleben unserer Zeit. Hrsg. von Helene Lange, aus den Jahren 1913 - 1935. Die Zeitschrift, mit zahlreichen Aufsätzen Camilla Jellineks, liegt geschlossen in den Zeitgeschichtlichen Sammlungen vor (Signatur: ZSg 1 - 1963/1). Einige Briefe an Georg Jellinek wurden dem Nachlass Georg Jellinek hinzugefügt.
Da die Papiere während der Ordnungsarbeiten unter den vorläufigen Signaturen benutzt wurden, ist dem Findbuch eine Konkordanz beigegeben.
Die Ordnung der im Nachlass befindlichen Presseartikel und Broschüren erfolgte durch Frau Hildegard Jatschak.
Das Findbuch wurde geschrieben von Frau Wilm.
Fotos befinden sich in der biographischen Serie des Bildarchivs.
Koblenz, 1980
Marschall-Reiser
Zitierweise: BArch N 1137/...
Jellinek, Camilla, 1860-1940
26 Aufbewahrungseinheiten; 1,1 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Besondere Benutzungsbedingungen: Die Benutzung unterliegt keinen anderen Beschränkungen als der Beachtung von Persönlichkeitsschutzrechten Betroffener und schutzwürdiger Belange Dritter.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
24.04.2026, 10:58 AM CEST