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Raymund [Peraudi], Kardinal der Titelkirche S. Maria Nuova in
[Cosmedin], Bischof von Gurk, päpstlicher Legat a latere für Deutschland,
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Urk. 75 Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a]
Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a] >> Reichsabtei, Stift >> 1501-1510
1501 Dezember 9
Ausfertigung, Pergament, mit roter Schnur angehängtes Wachssiegel in Metallkapsel (beschädigt, restauriert)
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: Datum Ulme Constantiensis diocesis anno incarnationis Dominice millesimoquingentesimoprimo quinto Idus Decembris pontificatus sanctissimi in Christo patris et domini nostri domini Alexandri divina providentia pape sexti anno decimo
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Raymund [Peraudi], Kardinal der Titelkirche S. Maria Nuova in [Cosmedin], Bischof von Gurk, päpstlicher Legat a latere für Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Friesland, Preußen und alle zum Heiligen Reich gehörenden Länder grüßt [Johann I. von Henneberg], Abt von Fulda; [Hermann III. von Bömelberg], Abt von Corvey und Hermann Gravenbechter, Kantor und Kanoniker von Fritzlar, aus den Diözesen Würzburg, Paderborn und Mainz, und befiehlt auf Ersuchen des Wilhelm, Landgraf von Hessen, Graf von Katzenelnbogen, Dietz, Ziegenhain und Nidda, Johann Fleck zur Zahlung an den Landgrafen zu zwingen. Johann Fleck, Kanoniker von [St. Martin] in Kassel, war über viele Jahre bis zum Jahr 1501 (usque ad annum millesimumquingentesimum primum) Einnehmer des Fürstentums Hessen. Er wurde vom Landgrafen zur Rechnungslegung in der bislang am Hof des Fürsten üblichen Form aufgefordert und wurde [der Unterschlagung] verdächtigt, da aus seiner Abrechnung Seiten herausgerissen waren. Daher konnte er mit seinen Registern nicht gefahrlos dem Landgrafen gegenübertreten [?]. Als Johann aufgefordert wurde [nach Marburg] in die Burg des Landgrafen zu kommen, damit ihm dort für seine Abrechnung ein Kontrolleur zur Seite gestellt würde, floh er in die Elisabethkirche des Deutschen Ordens bei Marburg. Dort hielt er sich einige Tage auf, bis ihm Sicherheit gewährt wurde und er in sein eigenes Haus [in Marburg] zurückkehrte. Später sollte er ordentlich Rechnung vor dem Landgrafen ablegen und bis dahin [in Marburg] bleiben. Er floh unter Bruch seines Eides und der von ihm eigenhändig aufgezeichneten und besiegelten Vereinbarung erneut, begab sich in eine Burg [des Erzbischofs von Mainz] und verlor daraufhin seine kirchlichen Pfründen und sonstigen Einnahmen und seinen Besitz. Raimund befiehlt nun, Johann zur Zahlung an den Landgrafen zu zwingen und bedroht alle seine Unterstützer, die etwa in seinem Namen Einkünfte erheben, mit Kirchenstrafen. Johanns Besitz soll mit Arrest belegt werden. Wenn nötig soll die weltliche Gewalt zur Hilfe gerufen werden. In dieser Angelegenheit angerufene Zeugen können im Weigerungsfall mit Kirchenstrafen belegt werden. Die mit der Durchführung beauftragten Exekutoren können auch allein handeln; kirchliche Gesetze stehen dem nicht entgegen. Siegelankündigung. Ausstellungsort: Ulm. Exhibita siquidem nobis. (siehe Abbildungen: Vorderseite, Rückseite; Siegel: Avers)
Vermerke (Urkunde): Unterschriften: [Unten links unter der Plica]: (Raimundus cardinalis Gurcensem [?] legatus / Ita est manu propria).
Auf der Plica rechts: (P. [?] Desiderii).
Unter der Plica links außen: (Decembris / gratis de mandato reverendissimi domini legati Ioannes Dominicus).
Auf der Rückseite: (Registrata Gacotis [?]).
Auf der Rückseite über den Siegelschnüren: (Ioannes Dominicus [?]).
Auf der Rückseite unten rechts: (Fol. 92 liber I P. T. [?]).
Vgl. zu Johann Fleck Demandt, Personenstaat, Nr. 696 und Gundlach, Hessische Zentralbehörden, Bd. 3, S. 68 f.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.