Enthaeltvermerke: Kläger: François Gauthoye, Pächter (Admotiateur) der Grafschaft Gronsveld (Gronsfeld) 1727 Beklagter: Graf Nikolaus von Arberg-Valengin und Kons.: Gottfried Lebens, Drost der Grafschaft Gronsveld 1727; Ignaz Felix Joseph Graf von Törring-Jettenbach (von Thöring zu Jettenpach) als Vormund der unmündigen Tochter und einzigen Erbin des Grafen von Arberg 1731; Vincenz Philipp Anton Freiherr von der Heyden genannt Belderbusch als Vormund der unmündigen Tochter und einzigen Erbin des Grafen von Arberg 1731; Drost und Schöffen der Grafschaft Gronsveld 1732 Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Melchior Deuren 1727 - Subst.: Dr. C. H. von Gulich (für François Gauthoye) Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Wilhelm Weylach 1727 - Subst.: Lic. Philipp Ludwig Meckel (für Graf Nikolaus von Arberg-Valengin) - Lic. Johann Wilhelm Weylach 1727 - Subst.: Lic. Philipp Ludwig Meckel (für Gottfried Lebens) - Lic. Ambrosius Joseph Stephani 1727 - Subst.: Lic. H. F. Spoenla (für Gottfried Lebens) - Lic. Johann Melchior Deuren 1731 - Subst.: Lic. Johann Konrad Helffrich (für den Freiherrn von der Heyden genannt Belderbusch) - Lic. Ambrosius Joseph Stephani 1732 - Subst.: Dr. Johann Nikolaus Schmid (für den Grafen von Törring-Jettenbach) - Lic. Anselm Franz Spoenla 1732 - Subst.: Dr. Johann Hermann Scheurer (für den Freiherrn von der Heyden genannt Belderbusch) - Lic. Weylach 1732 (für Drost und Schöffen der Grafschaft Gronsveld) - Lic. Johann Wilhelm Weylach 1737 (für den Grafen von Törring-Jettenbach) Prozeßart: Citationis ad videndum interveniri ac proponi exceptiones sub- et obreptionis adversus mandatum de arrestando delinquentum 19. Julii 1726 decretum cum condemnatione in expensas et damna data iuncto salvo conductu in optima forma vorgenommenen Veränderungen, inbesondere die Absetzung von Drost und Schöffen, werden aufgehoben. Dem Drost Lebens werden jedoch alle weiteren gerichtlichen Handlungen in sämtlichen Angelegenheiten, die mit der Auseinandersetzung um den Pächter Gauthoye zusammenhängen, untersagt. Schließlich werden dem Grafen von Arberg Auflagen bezüglich der Gestaltung des Gerichtswesens in der Grafschaft Gronsveld gemacht: Insbesondere müssten die Ämter des Drosten und des Gerichtsschreibers getrennt werden; die Gerichtsakten seien in verschließbaren Kisten mit zwei Schlössern aufzubewahren, zu denen der Gerichtsschreiber und ein Schöffe je einen Schlüssel haben sollten. Am 7.7.1728 übergibt der Prokurator des Grafen von Arberg ein attestum paritionis bezüglich der von ihm geforderten Veränderungen im Gerichtswesen der Grafschaft Gronsveld. Nach dem Tod des Grafen Nikolaus von Arberg 1731 kommt es zu erneuten Unregelmäßigkeiten im Gerichtswesen der Grafschaft, über die der von der Stadt Aachen bestellte Kommissar, Lic. Altorff, dem RKG Bericht erteilt: Die Siegel von gerichtlichen Dokumenten seien aufgebrochen worden und der als Vormund der minderjährigen Gräfin von Arberg bestellte Freiherr von der Heyden genannt Belderbusch habe den Pächter Gauthoye wieder ein- und die Schöffen der Grafschaft abgesetzt. Am 23.1.1732 wird dies dem Freiherrn von Belderbusch durch RKG- Urteil verboten, die Entscheidung über die Vormundschaft über die minderjährige Gräfin wird der Stadt Aachen übertragen, die deren nächsten Agnaten, den Grafen Felix Ignaz Joseph von Törring- Jettenbach, als Vormund einsetzt. Der Aachener Kommissar Altorff erhält die Anweisung, den Strafprozeß gegen Gauthoye fortzusetzen. Der Freiherr von Belderbusch zieht sich jedoch nicht zurück, so daß der Prozeß um die Vormundschaft und die von den Kontrahenten eingesetzten Verwalter der Grafschaft weiter fortgesetzt wird. Instanzen: RKG 1727-1755 (1726-1738) Beweismittel: Urteil der Schöffen von Gronsveld im Strafprozeß Drost Lebens für den Grafen von Arberg-Valengin und Gronsveld ./. François Gauthoye wegen des Todes des Sebastian Mombrison, 1726 (Q 6, 36). RKG-mandatum poenale de arrestando mox delinquentem etc. in Sachen Grammelich und Mombrison ./. Graf von Arberg, 1726 (Q 54, Q 141, Q 170). Facti species mit Anlagen (Q 68-69). Beauftragung des Kommissars Petit durch den Grafen von Arberg, 1727 (Q 126). RKG-Urteil in Sachen Grammelich und Mombrison ./. Graf von Arberg bzw. Gauthoye ./. Graf von Arberg bzw. Gottfried Lebens ./. Graf von Arberg, 1728 (Q 178). RKG-Urkunde über den durch den Freiherrn von der Heyden genannt Belderbusch geleisteten Vormundschaftseid betreffend die Vormundschaft über die unmündige Tochter des Grafen von Arberg, 1731 (Q 189). RKG- Urkunde über den durch den Grafen von Törring-Jettenbach geleisteten Vormundschaftseid betreffend die Vormundschaft über die unmündige Tochter des Grafen von Arberg, 1732 (Q 199). Aufstellung der Schulden der „Pseudoscabini“ gegenüber dem Grafen und dem Pächter François Gauthoye (Q 207). Aufstellung der Schulden des Drosten Gottfried Lebens gegenüber dem Grafen und dem Pächter François Gauthoye (Q 209). Beschreibung: 2 Bde., 26,5 cm, Q 1-243; Bd. 1: 13 cm, lose, 680 Bl., Q 1-87; Bd. 2: 13,5 cm, lose, 692 Bl., Q 88-243, Q 191 nicht belegt. Vgl. auch Prozeß 176 / M 3520.