Lehrensteinsfeld (Bestand)
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Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein, Ba 50
Landesarchiv Baden-Württemberg, Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein (Archivtektonik) >> Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein >> Archiv Bartenstein >> Ältere Bestände (bis Mitte 19. Jahrhundert)
1453-1856
Inhalt und Bewertung
1856 erwarb Hohenlohe-Bartenstein von der Familie Göler von Ravensburg das vormals reichsritterschaftliche Gut Lehrensteinsfeld. Der Kauf schloß die 'Registratur der eigentlichen Gutsverwaltung und die auf dieselbe sich beziehenden Archivakten' ein. Nach der Ausscheidung eines erheblichen Teils des Schriftguts, von der lediglich Pergamenturkunden ausgenommen waren, wurde das Archiv zunächst nach Pfedelbach verbracht und gelangte 1892 nach Bartenstein. Das Gut erwarb 1886 der Rentier Julius Dietzsch aus Stuttgart.
Der Bestand enthält die Reste des Verwaltungsschriftguts über Lehrensteinsfeld, zahlreiche Urkunden über auswärtige Besitzungen und Rechte der jeweiligen Inhaber der Herrschaft bzw. ihrer Vorfahren sowie Akten vorwiegend über Erbteilungen und Erbschaften in der Familie von Gemmingen.
Gliederung: 1. Urkunden: 1.1 Käufe und Verkäufe in Lehrensteinsfeld, 1.2 Kaiserliche Lehenbriefe über das Hochgericht in Lehrensteinsfeld und Adersbach, 1.3 Kaiserliche Volljährigkeitserteilungen, 1.4 Kaiserliche Lehenbriefe über die Reichslehen zu Kochendorf, 1.5 Güterverleihungen und Verkäufe zu Dahenfeld, 1.6 Hochberg, 1.7 Lehen und Güter in der Pfalz, 1.8 Sonstige Urkunden; 2. Verwaltung der Herrschaft Lehrensteinsfeld: 2.1 Ordnungen, Verordnungen, 2.2 Besitz, Einkünfte, Abgaben, Ablösungen, 2.3 Pfarrei, Kirche, Schule, 2.4 Forst und Jagd, 2.5 Sonstige Verwaltungsangelegenheiten; 3. Angelegenheiten der Familie von Gemmingen.
1856 erwarb die Standesherrschaft Hohenlohe-Bartenstein von den Freiherren Göler von Ravensburg das vormals reichsunmittelbare Rittergut Lehrensteinsfeld. Der Kauf schloß die "Registratur der eigentlichen Gutsverwaltung und die auf dieselbe sich beziehenden Archivakten" ein. Einer unmittelbar nach der Übernahme des Guts angefertigten Gebäudebeschreibung zufolge war das Archiv im 3. Stock (Turm) des Schlosses Lehrensteinsfeld untergebracht. Im Zuge der Bearbeitung der Bartensteiner Archive und Registraturen 1859 ordnete die Domänenkanzlei Bartenstein in einem Erlaß an das für Lehrensteinsfeld zuständige Rentamt Pfedelbach an, "diejenigen Akten, welche für den herrschaftlichen Besitz und für die Gerechtsame der fürstlichen Herrschaft künftig keinen Wert mehr haben, auszuscheiden und auf den Verkauf zur Verstampfung ... den Antrag zu stellen". Eine nachträgliche Anweisung des Fürsten Friedrich Karl zu Hohenlohe-Waldenburg als Vormund des minderjährigen Fürsten zu Hohenlohe-Bartenstein untersagte jedoch den Verkauf der Pergamenturkunden. Obwohl eine Bestätigung des Rentamts Pfedelbach nicht vorliegt, scheinen Ausscheidung und nachfolgender Verkauf in dem von der Domänenkanzlei angeordneten Umfang vorgenommen worden zu sein. Der danach noch verbliebene Rest des Archivs wurde zunächst nach Pfedelbach verbracht und gelangte 1892 mit der Verlegung des Rentamts Pfedelbach nach Bartenstein in das dortige Archiv. Der Vertrag über den Verkauf von Lehrensteinsfeld an J. Dietzsch 1886 enthielt übrigens keine Bestimmungen über das Gutsarchiv. In Bartenstein lagen die Lehrensteinsfelder Archivalien ungeordnet, unverzeichnet und vermischt mit anderem Schriftgut in einem Nebengebäude des Schlosses. Nach der Verlagerung des Archivs Bartenstein in das Hohenlohe-Zentralarchiv 1972-1976 und nach der Neuaufstellung der Bestände wurden auch die Urkunden, Akten und Bände des Gutsarchivs Lehrensteinsfeld in einem gesonderten Bestand zusammengefaßt. Ihre Verzeichnung erfolgte 1976 durch Oberstaatsarchivrat Dr. Taddey (Urkunden) und 1987 durch Archivamtmann W. Beutter (Akten und Amtsbücher). Nach gründlicher Durchsicht des noch unverzeichneten Bartensteiner Schriftguts auf versprengte Stücke konnte 1987 die Ordnung des Bestandes vorgenommen und die Redaktion des Repertoriums abgeschlossen werden. Der Bestand erhielt die Bezeichnung "Ba 50 Lehrensteinsfeld". Er umfasst in 4 lfd. m 77 Urkunden und 70 Büschel. Neuenstein, im Dezember 1987 Beutter Archivamtmann
77 Urkunden, 70 Bü (4,0 lfd.m)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ