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Konferenz deutscher evangelischer
Arbeitsorganisationen (Bestand)
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Archiv für Diakonie und Entwicklung (Archivtektonik) >> Zentrale und übergeordnete Organisationen >> Übergeordnete und internationale Organisationen
1915 - 1927
Konferenz zum Zwecke des Austausches der freien Arbeitsorganisationen. Ziele der Konferenz waren: die Hebung der Sittlichkeit, Vertretung kirchlicher Forderungen bei den Reichtstagswahlen, Vertretung der freien Vereine bei den Kirchentagen und Eingliederung der freien ev. Vereinigungen in die neugestaltete Kirche.
Vorwort: Konferenz Deutscher ev. Arbeitsorganisationen
Am 12. Juni 1915 schickte der Central-Ausschuß für die Innere Mission ein allgemeines Schreiben an zehn freie Arbeitsorganisationen verschiedener kirchlicher Richtungen der ev. Kirche. Es lud zu einem Treffen privaten Charakters.
Das Ziel war: "... die größeren, mit ihrer Arbeit über den Umkreis einzelner Landeskirchen hinausreichenden Vereinigungen, die deutsches ev. Leben in unserem Volke auf dem Wege praktischer Betätigung zu wecken, zu fördern und zu vertiefen bestrebt sind, derartig miteinander in Fühlung zu bringen, daß sie über ihr gedeihliches Zusammenwirken an der Verwirklichung dieser Aufgabe in regelmäßig wiederkehrenden Verhandlungen Verständigung suchen."
An dem Treffen am 5. Juli 1915 nahmen teil:
- Ev.-Sozialen Kongreß
- Freie kirchlich-soziale Konferenz
- Konferenz für ev. Gemeindearbeit
- Ev.-kirchlicher Hilfsverein
- Ev. Bund zur Wahrung der deutschen protestantischen Interessen
- Deutscher Ev. Volksbund
- Deutscher Verband für Ev. Gemeinschaftspflege und Evangelisation
- Verband der deutschen ev. Pfarrvereine
- Ev. Verein der Gustav-Adolf-Stiftung
- Deutsche Ev. Missionshilfe
Diejenigen Verbände, die im weiteren Sinne zur Inneren Mission gehörten, waren nicht hinzu gezogen worden, weil sonst die Teilnehmerzahl zu groß geworden wäre. Auch nahm man an, daß sie sich einverstanden erklärt hätten. Das Ergebnis der Versammlung war die einstimme Annahme des Antrags "... zur Bildung einer Deutschen Evangelischen Arbeitsgemeinschaft (oder einer andere Nennung)..." (ADW, CA 165 II).
Am 22. Februar 1916 wurde in Berlin, Hotel Prinz Albrecht, die "Konferenz Deutscher ev. Arbeitsorganisationen" begründet. Zum Vorsitzenden wurde gewählt: Direktor Albert Spiecker (Central-Ausschuß für die Innere Mission); zu Schriftführern Direktor August-Wilhelm Schreiber (Dt. Ev. Missionshilfe) und Wilhelm Schneemelcher (Ev.-Sozialen Kongress) (ADW, EREV 170). Der Geschäftsort wurde Berlin-Steglitz, Humboldtstraße 14 I.
Zu den zehn schon gewonnenen Verbänden kamen noch weitere hinzu. Den linken Flügel des deutschen Protestantismus vertraten der Allgemeine ev.-protestantische Missionsverein und der Bund deutscher Jugendvereine. Die übrigen Verbände standen bereits in mehr oder weniger enger Verbindung zum CA.
Im Herbst 1916 setzte sich die Konferenz aus folgenden Mitgliedern zusammen:
I. Vereinigungen für Innere Mission:
- Central-Ausschuß für die Innere Mission
- Konferenz der Vorsteher der deutschen Brüderhäuser
- Evangelischer Diakonieverein
- Bund deutscher Jugendvereine
- Ev. Verband zur Pflege der weiblichen Jugend Deutschlands
- Deutsch-evangelischer Verein zur Förderung der Sittlichkeit
- Deutscher Bund ev.-kirchlicher Blaukreuzverbände
- Ev. Preßverband für Deutschland
II. Vereinigungen für Äußere Mission:
- Deutsche Ev. Missionshilfe
- Deutsche ev. Missionsausschuß
- Allgemeiner Ev.-Protestantischer Missionsverein
III. Vereinigungen für kirchliche Arbeit:
- Evangelische Bruderunität für Deutschland
- Ev.-kirchlicher Hilfsverein
- Deutscher Ev. Gemeindetag
- Verband der deutschen ev. Pfarrvereine
IV. Vereinigungen zur Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen:
- Ev. Bund zur Wahrung der deutschen protestantischen Interessen
V. Vereinigungen für ev. Diasporapflege:
- Ev. Verein der Gustav-Adolf-Stiftung
- Verein für deutsch-evangelisches Leben in den Schutzgebieten und im Ausland
VI. Vereinigungen für Soziale Arbeit:
- Ev.-Sozialer Kongreß
- Freie kirchlich-soziale Konferenz
- Deutscher Ev. Volksbund
- Gesamtverband ev. Arbeitervereine Deutschlands
- Deutsch-evangelischer Frauenbund
Zur Mitarbeit in einzelnen Fällen:
- Allgemeine Evangelisch-Lutherische Konferenz
- General-Konferenz der Diakonissen-Mutterhäuser
- Deutscher Verband für Ev. Gemeinschaftspflege und Evangelisation
- Nationale Vereinigung der ev. Jünglingsbündnisse Deutschlands
1923 hatte die Konferenz 75 Mitglieder (ADW, EREV 170).
Im Mittelpunkt der Arbeit standen die Hebung der Sittlichkeit, Vertretung kirchlicher Forderungen bei den Reichstagswahlen, Vertretung der freien Vereine auf den Kirchentagen und Eingliederung der freien ev. kirchlichen Vereinigungen in die neugestaltete Kirche (ADW, EREV 170).
Am 29. Februar 1924 hatte die Konferenz zu einer "sozialen Besprechung" eingeladen. Nach der Hebung der Sittlichkeit sollten jetzt die sozialen Fragen angesprochen werden. Dieser Wunsch wurde lebhaft angenommen und am 3. März 1924 wurde die ersten Sitzung des Sozialen Ausschusses der Konferenz abgehalten. Zum Vorsitzenden wurde Wilhelm Schneemelcher, zum Stellvertreter Friedrich Mahling und zum Schriftführer August-Wilhelm Schreiber gewählt (ADW, CA 165 A).
Auf der internationaler Ebene arbeitet der Soziale Ausschuß unter Prof. Arthur Titius. Für die Soziale Fragen auf Reichsebene war Wilhelm Schneemelcher zuständig (ADW CA/AC 280).
Schriftführer war bis 1927 Friedrich Sigmund-Schultze, danach bis zur Auflösung der Konferenz 1933 Herbert Jagow (Reinhard Mumms Mitarbeiter vom Kirchlich-Sozialen Bund) (ADW, KDEAO 3).
1928 kam es u.a. durch den Tod Wilhelm Schneemelchers zu teilweisen Neuwahlen für die Konferenz. Das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden Schneemelcher wurde an Professor Arthur Titius vergeben, zum Schrift- und Kassenführer (davor Pastor Flumme) wurde Herbert Jagow gewählt. Die Geschäftsstelle wurde nach Berlin-Spandau in das Johannesstift (Stoeckerhaus) verlegt (ADW, CA 165 VI).
1933 wurde die Konferenz auf Druck der Nationalsozialisten aufgelöst.
Bestandsgeschichte:
Die Akten wurden nach der Auflösung der Konferenz 1933 wohl weiterhin im Johannesstift in Berlin-Spandau aufbewahrt. Wahrscheinlich wurden sie zusammen mit den dort lagernden Akten der Apologetischen Centrale des CA, der Sozialen Geschäftsstelle und des Kirchlich-Sozialen Bundes am 10. Dezember 1937 durch die Gestapo beschlagnahmt, gelangten nach 1945 als Teil des von der Roten Armee beschlagnahmten Gestapo-Archivs in ein Sonderarchiv nach Moskau und wurden von dort Mitte der 1950er Jahre dem Zentralen Staatsarchiv der DDR übergeben.
Von den Akten erfuhr das Archiv des Diakonischen Werkes der EKD erst im Juli 1999, als das Bundesarchiv Berlin die Splitterüberlieferung der Konferenz Deutscher Evangelischer Arbeitsorganisationen mit einer Nachlieferung von Akten der Apologetischen Zentrale des CA an das Evangelische Zentralarchiv in Berlin abgab. Von dort wurden die Akten sogleich an das Archiv des Diakonischen Werkes der EKD in Berlin-Dahlem weitergeleitet. Im ADW wurden sie 2004 von Friederike Mischke mit dem Archivprogramm AUGIAS verzeichnet. Dabei wurde eine Akte der Konferenz, die nur aus der Schrift "Vorlage des Deutsch-Evangelischen Vereins zur Förderung der Sittlichkeit an die Konferenz Deutscher Evangelischer Arbeitsorganisationen über die Sittlichkeitsfrage", Berlin 1916, bestand, an die Bibliothek des DW abgegeben.
Weitere Archivalien im Archiv des Diakonischen Werkes der EKD zur Konferenz:
ADW, CA 165 I - V "Konferenz Deutscher ev. Arbeitsorganisationen" (1915-1941)
ADW, CA 165 A "Sozialer Ausschuß der Konferenz Deutscher ev. Arbeitsorganisationen" (1924-1931)
ADW, CA/AC 280 "Sozialer Ausschuß der Konferenz Deutscher ev. Arbeitsorganisationen" (1927-1929)
ADW, EREV 170 "Konferenz Deutscher ev. Arbeitsorganisationen" (1916-1937)
ADW, KSB 305 "Konferenz Deutscher ev. Arbeitsorganisationen" (1927-1931)
Literaturhinweise:
Gerhardt, Martin: Ein Jahrhundert Innere Mission, Die Geschichte des Central-Ausschusses für die Innere Mission der Deutschen Ev. Kirche, Teil II, Gütersloh 1948.
Häusler, Michael: August-Wilhelm Schreiber - eine Pastorenkarriere, in: Kaiser, Jochen-Christoph (Hrsg.): Soziale Arbeit in historischer Perspektive, zum geschichtlichen Ort der Diakonie in Deutschland, Stuttgart 1998.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.