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Badische Volkspartei (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Nichtstaatliches Archivgut >> Archive von Anstalten, Körperschaften und Stiftungen >> Parteien >> Badische Volkspartei
1945-2013
Überlieferungsgeschichte
Die Badische Volkspartei (BVP) wurde am 5. Juni 1959 in Karlsruhe gegründet. Sie sollte mit politisch-parlamentarischen Mitteln die Auflösung des seit 1952 bestehenden Landes Baden-Württemberg und die Wiederherstellung eines selbständigen Landes Baden betreiben. Als christlich soziale Volkspartei stand sie unter dem Schutz der Badischen Zentrumspartei. Ihre Ziele deckten sich mit denen des Heimatbundes Badenerland, mit dem sie auch zum Teil personell verquickt war. Nach dem Volksentscheid für den Fortbestand des Landes Baden-Württemberg im Jahr 1970 lösten sich beide Vereine auf.
In den Jahren 1997/98 übergaben Robert Albiez, Gründungsvorsitzender der BVP, und Landesgeschäftsführer Heinz Dörr dem Generallandesarchiv Schriftgut der BVP.
Weitere Stücke gelangten 2021 und 2023 als Geschenk von Heinz Dörr bzw. Frau Monika Dörr, Überlingen, in das Generallandesarchiv; der Zugang 2014-50 wurde 2022 von Dr. Peter Exner in den Bestand integriert (Nummern 203-212).
Inhalt und Bewertung
Gründung und Sitzungen.- Finanzen.- Korrespondenz mit Mitgliedern, anderen Vereinen und Parteien zu Wahlen, Volksabstimmungen, Parteitagen, Veröffentlichungen.- Interne und öffentliche Informationen.- Heimatbund Badenerland.- Robert Albiez.- Leo Wohleb.- Zeitungsausschnitte zur Badenfrage.- Überlieferung zur BVP in anderen Archiven
Geschichte der Badischen Volkspartei: Die Badische Volkspartei (BVP) wurde am 5. Juni 1959 in Karlsruhe gegründet, um auf politisch-parlamentarischem Weg die Auflösung des seit 1952 bestehenden Südwest-Staates und die Wiederherstellung des Landes Baden zu betreiben. Sowohl personell als auch inhaltlich ergaben sich dadurch Überschneidungen zum Heimatbund Badenerland (gegründet 1952; Bestand des Generallandesarchivs Karlsruhe: 69 Heimatbund Badenerland), der sich für die gleichen Ziele vorrangig beim Volksbegehren 1956 und beim Volksentscheid 1970 engagierte. Die Gründung der BVP, die sich überwiegend aus dem CDU-nahen Lager rekrutierte, verursachte beim Ordinariat in Freiburg und der badischen CDU erhebliche Irritation. Mitglieder der BVP traten bei den Gemeinderatswahlen 1959 mit nur geringem Erfolg an. Für die Landtagswahl 1960 wurde am 6. Mai ein Bündnis mit der Deutschen Partei (DP) geschlossen. Bei dieser Wahl am 15. Mai 1960, bei der u.a. die Witwe des ehemaligen (süd-) badischen Ministerpräsidenten Leo Wohleb für die BVP kandidierte, erreichte die DP (BVP) in Südbaden 4,3% (Freiburg-Stadt 9,2%) und in Nordbaden 1,8%. Nach der Durchführung des zweiten Volksentscheids 1970, in dem die Bürger für das Fortbestehen Baden-Württembergs votiert hatten, löste sich die BVP ebenso wie der Heimatbund Badenerland auf. Der erste Vorsitzende der BVP war Robert Albiez, dem 1960 bis zur Auflösung Dr. Karl Glunk folgte. Landesgeschäftsführer der Partei war von 1959 bis 1970 Heinz Dörr.
Bestandsgeschichte: Die hier erschlossenen Unterlagen wurden 1997 und 1998 dem Generallandesarchiv Karlsruhe von Robert Albiez in mehreren Lieferungen übergeben. Er hatte seinerseits einen Teil des Materials von Heinz Dörr, dem Landesgeschäftsführer der BVP erhalten, um seine Darstellung der Geschichte der BVP erarbeiten zu können, die dann in Albiez / Glunk / Grund (Hg.), Der überspielte Volkswille - vgl. unten Literatur - erschienen ist. Weiteres Material mit ergänzenden Unterlagen aus Nachlässen ehemaliger BVP-Führungskräfte ist bekannt. Die Übergabe dieser Unterlagen an das Archiv wurde angekündigt, ist aber noch nicht absehbar. Sie werden künftig an diesen Bestand angefügt. Herausgelöst aus dem Bestand wurde der ebenfalls von Robert Albiez übergebene Splitter des alten Archivs der badischen Zentrumspartei (69 Badische Zentrumspartei; 0,1 lfd.m). Der Bestand umfasst 145 Nummern mit 4,3 lfd. m. Er wurde mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg anlässlich des Landesjubiläums 2002 als Online-Findmittel nach Vorarbeiten von Frau Eva Gabriel von Frau Ulrike Gradmann erschlossen.
Inhalt: Der Bestand kam in teilweise geordneter Form in das Generallandesarchiv Karlsruhe. Ansätze einer Sachregistratur waren vor allem bei den Unterlagen zur Organisation der Partei erkennbar. Die Korrespondenz war allerdings teilweise sachthematisch, überwiegend chronologisch und in geringen Teilen auch nach Korrespondenzpartnern sortiert. Bei der Verzeichnung wurde die Struktur des Materials weitgehend beibehalten oder, wenn Zusammenhänge erkennbar waren, wiederhergestellt. Vor allem die Sachfaszikel zur Gründung, Organisation, Leitung, Verwaltung der BVP, das Material zur Badenfrage vor Gründung der BVP, die "Dreier-Kommission" und die Unterlagen zum Volksbegehren sind mit der entsprechenden Korrespondenz vorhanden. Den Kern des Bestandes bildet die übrige, chronologisch geordnete Korrespondenz 1959-1992. Abgeschichtet wurden unter formalen Aspekten das gedruckte bzw. schon bisher öffentlich zugängliche Material Werbematerial zur Volksbefragung von 1950 bis zum Volksentscheid 1970 sowie die zugehörigen Umfragen des Instituts für Demoskopie in Allensbach 1950 und 1959 Zeitungsausschnittsammlung, chronologisch 1950-1970, 1986-1992; Zeitung "Badenerland" ab 1953; Presseinformationen Getrennt wurde ferner das Material, das aus anderen Archiven sachthematisch zusammengeführt wurde: Archiv für Christlich-Demokratische Politik, Staatsarchiv Freiburg. Unter dem in dem Bestand integrierten, kaum vom Parteimaterial trennbaren Privatnachlass Robert Albiez' zur Badenfrage - darunter das Schriftgut zum Heimatbund Badenerland - ist das Material zum Gedenken an Leo Wohleb herauszuheben.
Literatur: Robert Albiez: Sachwalter des Mehrheitswillens. Der Heimatbund Badenerland von 1952-61 und der politische Lösungsversuch durch die Badische Volkspartei bei der Landtagswahl 1960, in: Der überspielte Volkswille. Die Badener im südwestdeutschen Neugliederungsgeschehen (1945-1970). Fakten und Dokumente, hrsg. von Robert Albiez/Karl Glunk/Paul-Ludwig Weinacht, Baden-Baden 1992², S. 98-183. Manfred Koch: Karlsruher Chronik. Stadtgeschichte in Daten, Bildern, Analysen, Karlsruhe 1992, S. 319 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 14).
212 Archivalieneinheiten (Nr. 1-212)
Bestand
Weitere Archivalien zur Badenfrage siehe Nichtstaatliches Archivgut Archive von Vereinen, Verbänden, Parteien, Stiftungen und Wirtschaftsunternehmen Heimatbund Badenerland
Literatur:
Robert Albiez: Sachwalter des Mehrheitswillens. Der Heimatbund Badenerland von 1952-61 und der politische Lösungsversuch durch die Badische Volkspartei bei der Landtagswahl 1960, in: Der überspielte Volkswille. Die Badener im südwestdeutschen Neugliederungsgeschehen (1945-1970). Fakten und Dokumente, hrsg. von Robert Albiez/Karl Glunk/Paul-Ludwig Weinacht, Baden-Baden 1992², S. 98-183
Manfred Koch: Karlsruher Chronik. Stadtgeschichte in Daten, Bildern, Analysen, Karlsruhe 1992 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 14), S. 319.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.