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Lagerbücher von Bürgern (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Selekte >> Neuwürttembergische Lagerbücher >> Städte, Gemeinden und Bürger
1526-1740
Inhalt und Bewertung
Besserer: Besitz in Rot bei Laupheim und Donaurieden (1561)
1 Band
Biermann: Einkünfte in Schwäbisch Hall, Gelbingen, Unterlimpurg, Uttenhofen,
Untermünkheim, Enslingen, Erkenbrechtshausen, Hörlebach, Gaisdorf,
Michelfeld und Sulzdorf (1572)
2 Bände
Dauner in Bernstadt: Besitz in Bernstadt (1729)
1 Band
Hehl in Rottenmünster: Einkünfte in Bösingen (1740)
1 Band
Henckin in Neufra bei Rottweil: Besitz in Neufra (1552)
1 Band
Hüngerlin in Heilbronn: Besitz in Frankenbach (ab 1541)
2 Bände
Koch in Dietingen bei Rottweil: Besitz in Dietingen (1551)
1 Band
Kröll: Einkünfte in Raibach und Weckrieden (16. Jh.)
1 Band
Manlich in Augsburg: Besitz in Ummendorf (1554)
1 Band
Rickher in Schwäbisch Gmünd: Besitz in Mutlangen und Brainkofen (1656)
1 Band
Sanwaldt in Schwäbisch Hall: Besitz in Übrigshausen (1560)
1 Band
Schweiger in Egesheim: Besitz in Egesheim (1551)
1 Band
Vischer in Rottweil: Besitz in Dormettingen (1526)
2 Bände
Weihenmayer in Ulm: Besitz in Laupheim (1705)
1 Band
Wendelstain in Rottenburg: Besitz in Schwalldorf (1556)
Siehe: H 222 Bd. 27, 28
Widmann in Gaildorf: Besitz in Wackershofen (1548)
1 Band
1. Zur Geschichte des Bestandes: Angehörige der bürgerlichen Führungsschicht in den spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Städten sind häufig als Inhaber von Renten, Gütern und Grundherrschaften im städtischen Umland anzutreffen, zu deren Rechtssicherung und Verwaltung Verzeichnisse angelegt wurden. Lagerbücher, wie sie Gregor Richter definiert (Richter, Lagerbücher- oder Urbarlehre 1979, S. 83), sind diese Verzeichnisse oft nicht, denn es handelt sich bei ihnen nicht nur um Amtsbücher, sondern auch um lose oder geheftete Blätter und um Urkunden. Ihr Inhalt rechtfertigt jedoch ihren Verbleib im Lagerbuchselekt. Im vorliegenden Bestand H 207 sind Verzeichnisse zusammengefasst, die im 16., 17. und 18. Jahrhundert über Güter von Bürgern angelegt worden waren und - in der Regel durch Kauf der Güter - in den Besitz von Adel, Klöstern und Reichsstädten gekommen waren. Als Folge von deren Mediatisierung und Säkularisierung gelangten sie in das Staatsarchiv Stuttgart. Hier verblieben sie überwiegend in den betreffenden Provenienzbeständen, teilweise wurden sie aber auch - wie Band 85, 190 und 220 - neu gebildeten Pertinenzbeständen zugeordnet. In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Bestand H 207 von Friedrich Pietsch im Rahmen der Neugliederung des Lagerbuchselekts gebildet (Pietsch, ZWLG, 1968).Er stellt für Neuwürttemberg das Gegenstück zum Bestand H 131 dar, der Verzeichnisse von Gütern umfaßt, die vor 1802 aus der Hand von Bürgern an Württemberg kamen. Obwohl Pietsch selbst die Provenienz als "Ausgangspunkt und Prinzip der Bestandsgliederung" bezeichnete und die Ermittlung der "Registraturen der letzten Verwaltungen, in denen sich die Verzeichnungen vor der Übernahme in den württembergischen Staat befanden", zum "eigentlichen Ziel der Provenienzuntersuchung" erklärte (Pietsch, ZWLG 27 (i960), S. 371), wurde dieses Prinzip bei der Bildung des vorliegenden Bestandes aufgegeben. Einzelne Stücke wurden sogar aus provisorischen Beständen herausgenommen, die offensichtlich nach den genannten Grundsätzen angelegt worden waren, so etwa Band 90 aus dem Langerbuchbestand B 203 (heute H 199 Reichsstadt Rottweil) oder Band 180 aus dem Lagerbuchbestand B 177 (heute H 200 Reichsstadt Schwäbisch Gmünd). Der Lagerbuchbestand B 188, in dem anscheinend Verzeichnisse von Gütern zusammengefaßt waren, die aus bürgerlicher Hand in den Besitz der Reichsstadt Schwäbisch Hall gelangt waren, wurde aufgelöst. Im einzelnen ließen sich im vorliegenden Bestand folgende Provenienzen in dem von Pietsch genannten Sinne ermitteln: Beuron (Augustinerchorherrenstift) Bd. 190 Heilbronn (Reichsstadt) Bd. 93, 94 Kirchberg (Grafschaft) Bd. 40 Ochsenhausen (Kloster) Bd. 150, 220 Rottenmünster (Kloster) Bd. 85, 100 Rottweil (Reichsstadt) Bd. 90, 200, 201 Schwäbisch Gmünd (Reichsstadt) Bd. 180 Schwäbisch Hall (Reichsstadt) Bd. 60, 61, 120, 170, 240 Ulm (Reichsstadt) Bd. 80
2. Zur Ordnung des Bestandes: Der vorliegende Bestand H 207, dessen Bände in alphabetischer Reihenfolge nach den Familiennamen der ursprünglichen bürgerlichen Besitzer gegliedert sind, wurde um 1960 von mehreren Bearbeitern unter Leitung von Friedrich Pietsch vorläufig verzeichnet. Unter Anleitung von Oberstaatsarchivrat Dr. Herbert Natale nahm Staatsarchivreferendar Volker Trugenberger 1982 im Rahmen seiner Ausbildung eine Neuverzeichnung nach den 1974 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart aufgestellten Richtlinien zur Kurzverzeichnung von Lagerbüchern vor. Gleichzeitig verzeichnete Staatsarchivreferendarin Irmtraud Betz den altwürttembergischen Parallelbestand H 131. Der Bestand H 207 umfasste zunächst 20 Bände. Von ihnen mußten drei Lagerbücher anderen Beständen zugeordnet werden: Das 1563 angelegte "Ernewerungsbiechlin ... über die järlichen Zinß und Keltern, Weingart zu Aurbach" (Oberurbach) (bisher: H 207 Bd. 160) und die aus dem Jahr 1598 stammende "Ernewerung Hans Philipp Kuglers ... beeder gültbaren Höflin zuo Oberhainrieth" (bisher: H 207 Bd. 140) sind jetzt in den Bestand H 131 eingereiht (H 131 Bd. 455 und Bd. 405), weil die beschriebenen Güter vor 1800 an Württemberg fielen. Das Fallgut des Caspar Zeh in Durlangen gehörte dem Augustinerkloster in Schwäbisch Gmünd; die Beschreibung des Gutes (bisher: H 207 Bd. 260) wurde daher dem Lagerbuchbestand dieses Klosters zugeordnet (H 233 Bd. 450 a). Andererseits wurden die Güterverzeichnisse eines Hofes in Frankenbach, der der Heilbrunner Schultheißenfamilie Hüngerlin gehörte, wegen ihrer unterschiedlichen Entstehungszeit und der unterschiedlichen Art ihrer Anlage in zwei Einheiten aufgeteilt (H 207 Bände 93 und 94). Bei der Neuverzeichnung wurden die springenden Bandnummern, die Friedrich Pietsch eingeführt hatte, um auch Zugängen Platz zu bieten, beibehalten, damit Verweise und Belegangaben in anderen Repertorien und der Literatur weiterhin gültig bleiben. Zur besseren Übersicht ist vor jeder Bandbeschreibung der Name des ursprünglichen bürgerlichen Besitzers als Zwischenüberschrift aufgeführt. Der Bestand umfasst nunmehr 18 Güterverzeichnisse (0,3 lfd. m) Stuttgart, im Juli 1982 (Natale)
Hinweis zur Retrokonversion: Das Findbuch wurde im September 2010 von Archivinspektoranwärterin Sophia Scholz unter Anleitung von Johannes Renz mit Hilfe der OCR-Technologie retrokonvertiert.
Abkürzungsverzeichnis:
abg. abgegangen
Bd. Band
Bem. Bemerkung
Bl. Blatt
Bü Büschel
fl Gulden
Gde Gemeinde
gestr. gestrichen
Gft. Grafschaft
Kl. Kloster
lfd. m laufende Meter
Lkr. Landkreis
Nr. Nummer
o. D. ohne Datum
o. J. ohne Jahr
Prov. Proverbia (Sprüche Salomons)
S. Seite(n)
Sign. Signatur
Stkr. Stadtkreis
U Urkunde
V verso (Rückseite)
V. vor
ZWLG Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte
Übersicht über die Lagerbücher des Bestands H 207:
Band Nr. Jahr der Anlage Besitzer zur Zeit der Anlage letzte Provenienz vor dem Übergang an Württemberg frühere Signaturen
40 [1561] Besserer Gft. Kirchberg B 101/2 aus Bü 50; B 101,1
60 1572 Biermann zu Schwäbisch Hall Schwäbisch Hall B 186 P.U. 1615; B 188,2
61 [v. 1572] Biermann zu Schwäbisch Hall Schwäbisch Hall B 186 P.U. 1616; B 188,3
80 1729 Besserer Ulm B 207 aus Bü 142; B 207b,2
85 1740 Hehl [Kl. Rottenmünster] aus H 6
90 1552 Henckin zu Neufra Rottweil B 204 P.U. 1293; B 203,3b
93 1541/70 Hüngerlin Heilbronn B 189 aus Bü 65; B 189,1
94 1570 Hüngerlin zu Heilbronn Heilbronn B 189 aus Bü 65; B 189,1
100 1551 Koch zu Dietingen Kl. Rottenmünster B 494 aus Bü 19; B 203a,1 ; B 206a,1
120 [16. Jhd.] Kröll zu Waldenburg Schwäbisch Hall B 186 P.U. 1619; B 188,4
150 1554 Manlich zu Augsburg Kl. Ochsenhausen B 481 P.U. 1269; B 48l,5a
170 1560 Sanwaldt zu Schwäbisch Hall Schwäbisch Hall B 186 P.U. 1635; B 188,1
180 1656 Rickher zu Schwäbisch Gmünd Schwäbisch Gmünd B 1R0 aus Bü 294; B 177,3b
190 1551 Schwaiger [Stift Beuron] aus H 6
200 1526 Vischer zu Rottweil Rottweil B 203/5 aus Bü 143; B 151, 116a
201 1526 Vischer zu Rottweil Rottweil B 203/5 aus Bü 143; B 151, 116b
220 1705 Weihenmeyer zu Ulm Kl. Ochsenhausen H 32 aus Bü 15; B 207b,1
240 1548 Widman zu Gaildorf Schwäbisch Hall B 186 P.U. 2855; B 188 I
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.