Nachlass Eduard Heinrich Kausler (*1801, +1873) (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, J 40/1
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Sammlungen >> Sammlungen zur Landesgeschichte und Landeskunde >> Wissenschaftliche Nachlässe von Archivaren und Historikern (20. Jh.)
Inhalt und Bewertung
Vizedirektor des württembergischen Staatsarchivs Stuttgart, *1801, +1873
1. Zur Biographie Kauslers: Heinrich Eduard von Kausler war ein deutscher Archivar, Historiker, Germanist und Romanist. Geboren am 20. August 1801 in Winnenden, führte ihn sein Bildungsweg an die Universitäten Tübingen, Göttingen und Berlin. Neben den Rechtswissenschaften widmete sich Kausler dem Studium des Mittelalters und der deutschen und romanischen Sprachforschung. 1826 fand er am Königlichen Haus- und Staatsarchiv in Stuttgart eine Anstellung. Zunächst als Archivrat tätig, übernahm er schließlich den Posten des Vizedirektors. Am 27. August 1873 verstarb er in Stuttgart. Zu seinen wichtigsten geschichtswissenschaftlichen Arbeiten zählt die Herausgabe der in den Jahren 1849 bis 1871 erschienenen ersten drei Bänden des "Württembergischen Urkundenbuches", das den Urkundenbestand des Hauses und Landes Württemberg bis ins Jahr 1240 umfasst. Darüber hinaus war von Kausler unter anderem an der Herausgabe frühneuzeitlicher Kriegstagebücher sowie eines Briefwechsels zwischen Herzog Christoph von Württemberg und einem in seinem Dienst tätigen Bischof beteiligt. Als Sprachwissenschaftlicher publizierte er in drei Bänden die "Denkmäler altniederländischer Sprache und Litteratur", ebenso wie eine große kritische Ausgabe des umfangreichen altfranzösischen Rechtsbuchs "Assises du royaume de Jérusalem". An der damit zusammenhängenden "Geschichte der Kreuzzüge und des Königsreichs Jerusalems" war auch sein Bruder Rudolf Kausler beteiligt. Eduard von Kausler wirkte zudem maßgeblich mit bei der 1839 erfolgten Gründung des "Litterarischen Vereins zu Stuttgart", dessen Ziel die Herausgabe älterer Drucke und Handschriften war.
2. Zum Bestand: Der wissenschaftliche Nachlass Kauslers beinhaltet in erster Linie Materialsammlungen, Abschriften von Urkunden und regionalgeschichtlichen Registern, wissenschaftliche Korrespondenz sowie zahlreiche handschriftliche Notizen. Der Bestand bietet damit eine Dokumentation der geschichtswissenschaftlichen Forschungstätigkeit Kauslers. Er umfasst zwei Büschel in 0,1 lfd. m. Die Überarbeitung nach Vorarbeiten erfolgte im August 2016 durch Lena Schaffer.
2 Büschel (0,10 lfd. m)
Bestand
Kausler, Eduard Heinrich von; Archivar, Historiker, 1801-1873
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ
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