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Stoecker, Adolf (Dep.) (Bestand)
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Laufzeit: (1819) 1836 - 1909 (1910 - 1934, 1969)
Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
Bestandsbeschreibung: Lebensdaten: 1835 - 1909
Der vorliegende Nachlass des evangelischen Theologen, Hof- und Dompredigers zu Berlin, Politikers und gleichzeitig antisemitischen Agitators Adolf Stoecker wurde in den Jahren 1922-1929 und 1935 als Depositum von Pastor D. Mumm und seiner Frau Elisabeth Mumm (geb. Kaehler, vermutlich Nichte von Frau Stoecker) aus Charlottenburg im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz hinterlegt (Akz. 42/1922, 220/1923, 64+233+243/1925, 37/1928, 87+280/1929, 162/1935). Im Jahr 2009 (Akz. 37/2009) wurde die heutige Nr. 208 vom Bundesarchiv im GStA PK hinterlegt.
Der Nachlass beinhaltet in der Hauptsache Personalpapiere, Predigten und Redemanuskripte, Prozessakten und Klagesachen, parlamentarische Unterlagen, Aufsätze, umfangreiche Korrespondenz mit einer Vielzahl von -partnern und eine umfangreiche Sammlung von Flugblättern, Drucksachen, Broschüren, Zeitschriften, Zeitungen und Zeitungsausschnitten. Unter dem Klassifikationspunkt 5 "Provenienzfremde Dokumentationen" befindet sich unter anderem eine Sammlung Dietrich Oertzens zur Person Stoeckers, die er vermutlich im Rahmen der Erstellung der Biographie angelegt hat.
Das ursprüngliche Findbuch mit der Erstverzeichnung wurde in den Jahren 1924-1926 von H. von Petersdorff erstellt. Im Zuge der jetzigen Nachlassbearbeitung wurden alle Archivalien durch W. Bauer magazintechnisch bearbeitet, dabei vollständig revidiert und nach laufenden Nummern umsigniert. Eine entsprechende Konkordanz befindet sich am Findbuchende. Die Datenbankeingabe erledigte I. Pistiolis. Die Erstellung des neuen Findbuchs geschah durch die Unterzeichnende. Dabei wurde die Verzeichnung leicht überarbeitet, der Nachlass klassifiziert, fehlende Datierungen ermittelt und z. T. Umfangsangaben in der Datenbank ergänzt. Bei der Revision 1950 als fehlend festgestellte Archivalien wurden z.T. im Unverzeichneten angefunden. Im August 2006 wurden weitere, bislang ungeordnete Dokumente aus dem Nachlass Stoecker durch den Referendar B. Schmitt verzeichnet.
Die Zeitungen (u.a. Nr. 844-907) sind zum großen Teil in einem schlechten Zustand und werden teilweise wie im Findbuch angegeben nicht mehr vorgelegt. Ersatzweise informieren die Enthält-Vermerke über die darin befindlichen Zeitungen. Da auch die Broschüren in einigen Fällen vom Papierzerfall betroffen sind, wurden im Findbuch entsprechende Hinweise angebracht, dass diese Nummern nicht xerokopiert werden dürfen.
Laufzeit: (1819) 1836-1909 (1910-1934, 1969) und ohne Datum
Umfang: 10 lfm
Zu bestellen: VI. HA, Nl Adolf Stoecker, Nr. ....
Zu zitieren: GStA PK, VI. HA Familienarchive und Nachlässe,
Nl Adolf Stoecker (Dep.), Nr. ....
Berlin, Juli 2014 Archivoberinspektorin Sylvia Rose
Literatur
" Dietrich von Oertzen, Adolf Stoecker - Lebensbild und Zeitgeschichte, 2 Bände, Berlin 1910
" Adolf und Anna Stoecker. Brautbriefe, im Auftrage der Familie hrsg. von Dietrich von Oertzen, Schwerin 1913
" Walter Frank, Hofprediger Adolf Stoecker, Berlin 1928
" Grit Koch, Adolf Stoecker. 1835-1909. Ein Leben zwischen Politik und Kirche, Erlangen und Jena 1993
" Hans-Christof Kraus (Hrsg.), Konservative Politiker in Deutschland. Eine Auswahl biographischer Porträts aus zwei Jahrhunderten, Berlin 1995, S. 8 u. ö.
" Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, X. Band, Herzberg 1995, Spalten 1507-1511 (mit ausführlicher Werk- und Literaturauflistung)
" Michael Imhof, "Einen besseren als Stöcker finden wir nicht", Oldenburg 1996
" Gerd Heinrich (Hrsg.), Tausend Jahre Kirche in Berlin-Brandenburg. Berlin 1999, S. 529-533 u. ö.
" D. Bussiek, "Mit Gott für König und Vaterland!" Die Neue Preußische Zeitung (Kreuzzeitung) 1848-1892, Münster 2002 (Schriftenreihe der Stipendiatinnen und Stipendiaten der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bd. 15) (S. 431 - Hinweis auf Verwendung des Nachlasses Adolf Stoecker)
" Der "Berliner Antisemitismusstreit" 1879-1881. Eine Kontroverse um die Zugehörigkeit der deutschen Juden zur Nation. Kommentierte Quellenedition. Im Auftrag des Zentrums für Antisemitismusforschung bearbeitet von Karsten Krieger. 2 Teile, München 2003, S. 21 u.ö.
" Bettina Hitzer, Im Netz der Liebe. Die protestantische Kirche und ihre Zuwanderer in der Metropole Berlin (1849-1914), Köln 2006 (S. 418 - Hinweis auf die Verwendung des Nachlasses Stoecker )
Lebensdaten des Adolf Stöcker
11. Dez. 1835 geb. in Halberstadt
Abitur am Halberstädter Domgymnasium
1853-1857 Studium der Theologie in Halle und Berlin
1858-1862 Betätigung als Hauslehrer bei adligen Familien
1863-1866 Pfarrer zu Seggerede/Altmark
1863-1886 Autorentätigkeit für die Neue Evangelische Kirchenzeitung
1866-1871 Pfarrer zu Hamersleben bei Magdeburg
1867 Heirat mit Anna Krüger (Das Ehepaar hatte keine Kinder)
1871-1874 Divisionspfarrer in Metz
1874-1890 Hof- und Domprediger zu Berlin
1874 Mitglied des Generalsynodalvorstands der altpreußischen Landeskirche
1877 Leitung der "Berliner Stadtmission"
1878 Begründung der Christlich-Sozialen Partei auf Stoeckers Initiative
1879-1898 Mitglied des Preußischen Landtages
1887 Herausgeber der Deutschen Evangelischen Kirchenzeitung
1881-1893
1898-1908 Mitglied der konservativen Fraktion des Reichstages
1890 Begründung des Evangelisch-sozialen Kongresses
1896 Ausstieg aus dem Evangelisch-sozialen Kongress und Gründung der Freien kirchlich-sozialen Konferenz mit Gleichgesinnten
7. Feb. 1909
(lt. Nachruf in Nr. 673 am 8.2.) gest. in Gries bei Bozen/Tirol
Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof der Dreifaltigkeitskirche in Berlin
Die Angaben wurden dem Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, X. Band, Herzberg 1995, Spalten 1507-1511 und dem Archivale Nr. 926 aus dem Nachlass entnommen.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.