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Abbildung eines auf einem Stuhl sitzenden Mannes mit Dysmelie
Schwarz-Weiß-Fotografie einer Zeichnung, die einen Mann zeigt, der in einem Raum auf einem Stuhl sitzt. Der Mann ist vom Kopf bis zu den Füßen zu sehen. Er trägt ein helles Hemd mit einer dunklen Schleife am Kragen, helle Kniestrümpfe und dunkle Halbschuhe, eine Hose trägt er nicht. Die rechte Hand hat er auf seinen Oberschenkel gelegt, der linke Arm hängt locker am Körper herab. Seine beiden Beine hält er gespreizt, sodass der Blick auf seine Genitalien gegeben ist. Ein drittes Bein ist zwischen den anderen beiden Beinen sichtbar. Er wurde frontal porträtiert und blickt die Betrachtenden direkt an. Der Hintergrund ist neutral, auf dem Boden liegt ein gemusterter Teppich.
Weil heute nicht mehr nachvollzogen werden kann, unter welchen Umständen und zu welchen Bedingungen diese Fotografie einer unbekleideten Person entstanden ist und es sich um einen ableistischen Kontext handelt, wird die Abbildung hier nur zum Teil in Klarform gezeigt.
Kontext:
Der Arzt und Sexualreformer Ludwig Levy-Lenz (1892–1966) druckte diese Abbildung in seiner Publikation „Hexenkessel der Liebe“ ab. Er betrachtete sie als ein Beispiel für die verschiedenen „Spielarten“ bzw. „Schöpferlaunen“ der Natur (von ihm auch „Mi**bildung“ genannt). Es ist nicht ohne Weiteres zu erklären, warum die Abbildung Teil der Publikation ist. Denn die hierdurch illustrierte Beobachtung, dass „es Fälle [gibt], wo Männer nicht mit einem, sondern mit zwei Gliedern zur Welt kommen […]“, und die abgebildete Person „noch ein drittes, verkümmertes Bein mit ziemlich normal gebildetem Fuß auf die Welt“ brachte, umfasst nur einen Absatz im eigentlichen Kontext der sog. „Hermaphroditen“ (Levy-Lenz, Ludwig (1931): Hexenkessel der Liebe. Ein Querschnitt durch Erscheinungsformen menschlichen Geschlechtslebens, Leipzig: Lykeion, S. 91).