Verband der heimatvertriebenen und mitteldeutschen Wirtschaft, Landesverband Bayern e.V. (Bestand)
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Verband der heimatvertriebenen Wirtschaft Verband der heimatvertriebenen und mitteldeutschen Wirtschaft (VHW)
Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs >> 5 Abteilung V: Nachlässe und Sammlungen >> 5.2 Verbandsschriftgut >> 5.2.5 Jugend und Freizeit, Frauen, Soziales, Gesundheit, Sport, Opfer- und Betroffenenverbände
1948-1979
Vorwort: Das im Folgenden verzeichnete Schriftgut des Verbandes der heimatvertriebenen und mitteldeutschen Wirtschaft, Landesverband Bayern e.V., Sitz München, ging mit Schenkungsvertrag vom 22.4.1980 in das Eigentum des Freistaats Bayern und damit in den Besitz des Bayerischen Hauptstaatsarchivs über.
Auf Beschluss der Mitgliederversammlung vom 30.11.1979 war der Landesverband Bayern zum 21.12.1979 aufgelöst und zum 31.3.1980 durch die Geschäftsführerin Flick und den Schatzmeister Dr. Schade als Liquidastoren abgewickelt worden.
Während der Liquidation machte Ministerialrat Dr. Kumpert vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung das Bayerische Hauptstaatsarchiv auf das Verbandsschriftgut aufmerksam und stellte die Verbindung mit den Liquidatoren her, die sich bereit erklärten, die gesamte noch vorhandene Registratur unentgeltlich abzugeben. Leider stellte sich bei der Besichtigung des Schriftgutes heraus, dass ältere Teile - ihr Inhalt ist mangels eines vollständigen Registuraturplanes unbekannt - bereits makuliert waren. Außerdem wurden im Zuge der Liquidation den Mitgliedern des Verbandes die über sie und ihre Firmen geführten Einzelfallakten ausgeliefert.
Der Landesverband Bayern der heimatvertriebenen (seit 1965: und mitteldeutschen) Wirtschaft erwuchs aus drei Vereinigungen heimatvertriebener und geflüchteter Unternehmer, die sich im Jahre 1948 formiert hatten, und zwar aus der 'Arbeitsgemeinschaft der Flüchtlinge und Ausgewiesenen in Bayern' unter der Geschäftsführung des aus dem Sudentenland stammenden Dr. Rudolf Fernegg, aus der 'Wirtschaftshilfe' unter der Geschäftsführung des ebenfalls aus dem Sudetenland stammenden Erhard Trenkler und aus der 'Vertretung der ostdeutschen Betriebe' unter der Geschäftsführung von Dr. Harry Kruse.
Im Jahre 1951 schlossen sich die drei Vereinigungen, die von vorwiegend sudetendeutschen sowie von Unternehmern aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten getragen wurden, zur 'Vertretung der heimatvertriebenen Wirtschaft, Landesverband Bayern, Sitz München' zusammen. Am 19.11.1951 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichts München. Vorsitzender wurde der aus Danzig stammende Dr. Heinrich Grundmann, Geschäftsführer Dr. Harry Kruse (+ 28.9.1969). Der Vereinszweck richtete sich darauf, vertriebene und geflüchtete Handwerker, Gewerbetreibende und Induetrieunternehmer in Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern und anderen wirtschaftlichen Fachverbänden bei der Eingliederung in den Wirtschaftsprozess der westlichen Besatzungszonen bzw. der Bundesrepublik auf Grund der durch das Bundesvertriebenengesetz gewährten Vergünstigungen zu unterstützen.
Da im Laufe der Jahre zahlreiche aus der Sowjetischen Besatzungszone geflüchtete Unternehmer dem Verein beitraten, wurde sein Name gemäß Beschluss der Mitgliederversammlung mit dem 1.6.1965 geändert. Er hieß fortan 'Verband der heimatvertriebenen und mitteldeutschen Wirtschaft, Landesverband Bayern e.V.' und erreichte im Jahr 1968 einen Stand von etwa 1600 Mitgliedern.
Der Wegfall der aus dem Bundesvertriebenengesetz fließenden Vergünstigungen seit Ende der 60er Jahre und der Umstand, dass die meisten Flüchtlings- und Vertriebenenfirmen als eingegliedert gelten konnten, zog einen spürbaren Schwund namentlich der bedeutuenden und zahlungskräftigen Mitglieder nach sich. Daher sah sich der Vorstand bereits im Jahre 1976 gezwungen, die Auflösung des Verbandes in Erwägung zu ziehen.
In der Folgezeit trat bei zunehmenden Finanzierungsschwierigkeiten der Verbandsarbeit die wirtschaftlich-unternehmerische Betreuung der Mitglieder zu Gunsten der Beratung in Angelegenheiten des Lastenausgleichs in den Hintergrund. Einerseits in der Erkenntnis, dass der Satzungszweck des Verbandes erreicht und die Eingliederung der in ihm vertretenen Unternehmer in die bayerische Wirtschaft vollzogen sei, andererseits im Hinblick auf die wegen der bis zum Jahresende auf 370 Beitragszahler gesunkenen Mitgliederzahl ungesicherte Finanzierung der künftigen Verbandstätigkeit beschloss das am 31.8.1979 zusammengetretene Vorstandsgremium u.a., der Mitgliederversammlung am 30.11.1979 den Antrag vorzulegen, den Landesverband zum 31.12.1979 - mit Abwicklung zum 31.3.1980 - aufzulösen.
Die Verzeichnung des Bestandes geht auf Archivoberrat Hartmut Korn (+ 21.9.1994) zurück, von dem eine vollständige Verzettelung vorlag. Sie wurde weitestgehend übernommen. Eine Gliederung für eine von den Aktenzeichen abweichende innere Ordnung fehlte. Der vorhandene und ausschließlich auf die übernommenen Akten bezogene, in sich ungegliederte Registraturplan konnte für eine zufriedenstellende Ordnung des Schriftgutes nicht herangezogen werden, so dass ich eine freie, empirische Gliederung des Bestandes wählte.
Vornehmlich aus Übungsgründen besorgte ich auch die EDV-Eingabe in das FAUST-Programm. Bei dem geringen Umfang des Bestandes erschien die angewendete Indizierung ausreichend.
9.12.2002
Dr. Lauchs
Auf Beschluss der Mitgliederversammlung vom 30.11.1979 war der Landesverband Bayern zum 21.12.1979 aufgelöst und zum 31.3.1980 durch die Geschäftsführerin Flick und den Schatzmeister Dr. Schade als Liquidastoren abgewickelt worden.
Während der Liquidation machte Ministerialrat Dr. Kumpert vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung das Bayerische Hauptstaatsarchiv auf das Verbandsschriftgut aufmerksam und stellte die Verbindung mit den Liquidatoren her, die sich bereit erklärten, die gesamte noch vorhandene Registratur unentgeltlich abzugeben. Leider stellte sich bei der Besichtigung des Schriftgutes heraus, dass ältere Teile - ihr Inhalt ist mangels eines vollständigen Registuraturplanes unbekannt - bereits makuliert waren. Außerdem wurden im Zuge der Liquidation den Mitgliedern des Verbandes die über sie und ihre Firmen geführten Einzelfallakten ausgeliefert.
Der Landesverband Bayern der heimatvertriebenen (seit 1965: und mitteldeutschen) Wirtschaft erwuchs aus drei Vereinigungen heimatvertriebener und geflüchteter Unternehmer, die sich im Jahre 1948 formiert hatten, und zwar aus der 'Arbeitsgemeinschaft der Flüchtlinge und Ausgewiesenen in Bayern' unter der Geschäftsführung des aus dem Sudentenland stammenden Dr. Rudolf Fernegg, aus der 'Wirtschaftshilfe' unter der Geschäftsführung des ebenfalls aus dem Sudetenland stammenden Erhard Trenkler und aus der 'Vertretung der ostdeutschen Betriebe' unter der Geschäftsführung von Dr. Harry Kruse.
Im Jahre 1951 schlossen sich die drei Vereinigungen, die von vorwiegend sudetendeutschen sowie von Unternehmern aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten getragen wurden, zur 'Vertretung der heimatvertriebenen Wirtschaft, Landesverband Bayern, Sitz München' zusammen. Am 19.11.1951 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichts München. Vorsitzender wurde der aus Danzig stammende Dr. Heinrich Grundmann, Geschäftsführer Dr. Harry Kruse (+ 28.9.1969). Der Vereinszweck richtete sich darauf, vertriebene und geflüchtete Handwerker, Gewerbetreibende und Induetrieunternehmer in Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern und anderen wirtschaftlichen Fachverbänden bei der Eingliederung in den Wirtschaftsprozess der westlichen Besatzungszonen bzw. der Bundesrepublik auf Grund der durch das Bundesvertriebenengesetz gewährten Vergünstigungen zu unterstützen.
Da im Laufe der Jahre zahlreiche aus der Sowjetischen Besatzungszone geflüchtete Unternehmer dem Verein beitraten, wurde sein Name gemäß Beschluss der Mitgliederversammlung mit dem 1.6.1965 geändert. Er hieß fortan 'Verband der heimatvertriebenen und mitteldeutschen Wirtschaft, Landesverband Bayern e.V.' und erreichte im Jahr 1968 einen Stand von etwa 1600 Mitgliedern.
Der Wegfall der aus dem Bundesvertriebenengesetz fließenden Vergünstigungen seit Ende der 60er Jahre und der Umstand, dass die meisten Flüchtlings- und Vertriebenenfirmen als eingegliedert gelten konnten, zog einen spürbaren Schwund namentlich der bedeutuenden und zahlungskräftigen Mitglieder nach sich. Daher sah sich der Vorstand bereits im Jahre 1976 gezwungen, die Auflösung des Verbandes in Erwägung zu ziehen.
In der Folgezeit trat bei zunehmenden Finanzierungsschwierigkeiten der Verbandsarbeit die wirtschaftlich-unternehmerische Betreuung der Mitglieder zu Gunsten der Beratung in Angelegenheiten des Lastenausgleichs in den Hintergrund. Einerseits in der Erkenntnis, dass der Satzungszweck des Verbandes erreicht und die Eingliederung der in ihm vertretenen Unternehmer in die bayerische Wirtschaft vollzogen sei, andererseits im Hinblick auf die wegen der bis zum Jahresende auf 370 Beitragszahler gesunkenen Mitgliederzahl ungesicherte Finanzierung der künftigen Verbandstätigkeit beschloss das am 31.8.1979 zusammengetretene Vorstandsgremium u.a., der Mitgliederversammlung am 30.11.1979 den Antrag vorzulegen, den Landesverband zum 31.12.1979 - mit Abwicklung zum 31.3.1980 - aufzulösen.
Die Verzeichnung des Bestandes geht auf Archivoberrat Hartmut Korn (+ 21.9.1994) zurück, von dem eine vollständige Verzettelung vorlag. Sie wurde weitestgehend übernommen. Eine Gliederung für eine von den Aktenzeichen abweichende innere Ordnung fehlte. Der vorhandene und ausschließlich auf die übernommenen Akten bezogene, in sich ungegliederte Registraturplan konnte für eine zufriedenstellende Ordnung des Schriftgutes nicht herangezogen werden, so dass ich eine freie, empirische Gliederung des Bestandes wählte.
Vornehmlich aus Übungsgründen besorgte ich auch die EDV-Eingabe in das FAUST-Programm. Bei dem geringen Umfang des Bestandes erschien die angewendete Indizierung ausreichend.
9.12.2002
Dr. Lauchs
29
Bestand
Akten
deutsch
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
03.04.2025, 11:04 AM CEST
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