Altes Archiv (sog. Rosa Repertorien)
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Tektonik
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Wertheim (Archivtektonik) >> Rosenbergisches Archiv
Überlieferungsgeschichte
Das in den sog. Rosa Repertorien erfasste Alte Archiv stellt das Ergebnis von Ordnungsbemühungen Anfang des 19. Jahrhunderts dar, als erstmals in umfassender Weise versucht wurde, das seit Mitte des 17. Jahrhunderts bei der fürstlichen Zentralverwaltung in Wertheim angefallene Schriftgut zu strukturieren. In seinem Kern enthält dieser Teil des Rosenbergschen Archivs die Aktenüberlieferung der fürstlichen Zentralbehörden aus der Zeit des Alten Reichs (insbesondere Kanzlei, Regierung und Hofkammer). Dieses wurde um geflüchtetes Schriftgut aus den linksrheinischen Besitzungen, insbesondere der Herrschaften Scharfeneck, Püttlingen und Rochefort, sowie die kurz nach der Säkularisierung extradierten Unterlagen aus den Archiven und Registraturen des Erzstifts Mainz und des Hochstifts Würzburg über die Ämter bzw. Verwaltungen Wörth, Rothenfels, Widdern und Talheim an der Schozach sowie des würzburgischen Eigenkloster Neustadt am Main sowie einige wenige sonstige Unterlagen, etwa aus den Nachlass einzelner Familienmitglieder, angereichert. Nicht oder nur zu einem sehr kleinen Anteil in das Alte Archiv eingegangen sind Archivalien des 1803 an die Fürsten gefallenen Klosters Bronnbach sowie die Überlieferung der fürstlichen Lokalverwaltungen in Abstatt und Wildeck, Breuberg, Habitzheim, Rosenberg sowie in Böhmen, die zunächst vor Ort verblieben waren und mit Ausnahme der Archivalien der böhmischen Verwaltungen erst nach Auflösung der betreffenden Ämter im Verlauf des 20. Jahrhunderts nach Wertheim gelangt sind. Die Bestände des Alten Archivs weisen heute erhebliche Lücken auf. Diese sind zum einen auf Kassationen im Verlauf des 19. Jahrhunderts, denen teilweise ganze Bestände zum Opfer gefallen sind, zum anderen auf Abgaben an die Registratur der Domänenkanzlei und das sog. Neue Archiv (Lit.-Bestände) zurückzuführen. Der Verbleib der in die Registratur und das Neue Archiv überführten Archivalien wurden in den alten handschriftlichen Findbüchern, die zumeist sehr viel ausführlicher sind als die Repertorien des Neuen Archivs, jeweils vermerkt, so dass diese weiterhin benutzt werden können.
Inhalt und Bewertung
Das Alte Archiv setzt sich aus sachthematischen und topographischen (Teil-)Beständen zusammen, die nach dem Literierungsprinzip in alphabetischer Reihenfolge angeordnet wurden und vielfach Mischbestände darstellen. Soweit es sich um umfangreichere Sachbetreffe handelt, sind diese in der Regel nach topographischen bzw. administrativen Gesichtspunkten weiter untergliedert, wobei die Ämterstruktur des frühen 19. Jahrhunderts zugrundegelegt wurde. Die ausschließlich unter topographischen Gesichtspunkten angelegten Bestände betreffen unter anderem die verlorenen linksrheinischen Besitzungen in den Niederlanden, der Pfalz und in Lothringen oder enthalten besondere Provenienzen, wie Nachlässe und Handakten einzelner Familienmitglieder oder die Überlieferung zeitweise eingerichteter Sonderbehörden. Innerhalb der teilweise nicht allzu umfangreichen Bestände wurde das Schriftgut ausschließlich nach der Laufzeit sortiert, was zur Folge hat, dass in einigen Fällen Aktenserien auseinandergerissen wurden. Die Herkunft der Unterlagen, die zum überwiegenden Teil aus den Registraturen von Regierung und Hofkammer stammen, lässt sich, obwohl die Bildung der Bestände ausschließlich unter Pertinenzgesichtspunkten erfolgte, häufig schon aus der Materie oder Laufzeit des jeweiligen Bestands erschließen. So handelt es sich bei Justiz- und Polizeisachen überwiegend um Akten aus der Regierungs-, bei Kameral- und Finanzsachen um Unterlagen aus der Kammerregistratur. Die Akten über die 1803 erworbenen Besitzungen aus der Zeit des Alten Reiches stammen zumeist aus der Registratur der Mainzer bzw. Würzburger Hofkammer.
Das in den sog. Rosa Repertorien erfasste Alte Archiv stellt das Ergebnis von Ordnungsbemühungen Anfang des 19. Jahrhunderts dar, als erstmals in umfassender Weise versucht wurde, das seit Mitte des 17. Jahrhunderts bei der fürstlichen Zentralverwaltung in Wertheim angefallene Schriftgut zu strukturieren. In seinem Kern enthält dieser Teil des Rosenbergschen Archivs die Aktenüberlieferung der fürstlichen Zentralbehörden aus der Zeit des Alten Reichs (insbesondere Kanzlei, Regierung und Hofkammer). Dieses wurde um geflüchtetes Schriftgut aus den linksrheinischen Besitzungen, insbesondere der Herrschaften Scharfeneck, Püttlingen und Rochefort, sowie die kurz nach der Säkularisierung extradierten Unterlagen aus den Archiven und Registraturen des Erzstifts Mainz und des Hochstifts Würzburg über die Ämter bzw. Verwaltungen Wörth, Rothenfels, Widdern und Talheim an der Schozach sowie des würzburgischen Eigenkloster Neustadt am Main sowie einige wenige sonstige Unterlagen, etwa aus den Nachlass einzelner Familienmitglieder, angereichert. Nicht oder nur zu einem sehr kleinen Anteil in das Alte Archiv eingegangen sind Archivalien des 1803 an die Fürsten gefallenen Klosters Bronnbach sowie die Überlieferung der fürstlichen Lokalverwaltungen in Abstatt und Wildeck, Breuberg, Habitzheim, Rosenberg sowie in Böhmen, die zunächst vor Ort verblieben waren und mit Ausnahme der Archivalien der böhmischen Verwaltungen erst nach Auflösung der betreffenden Ämter im Verlauf des 20. Jahrhunderts nach Wertheim gelangt sind. Die Bestände des Alten Archivs weisen heute erhebliche Lücken auf. Diese sind zum einen auf Kassationen im Verlauf des 19. Jahrhunderts, denen teilweise ganze Bestände zum Opfer gefallen sind, zum anderen auf Abgaben an die Registratur der Domänenkanzlei und das sog. Neue Archiv (Lit.-Bestände) zurückzuführen. Der Verbleib der in die Registratur und das Neue Archiv überführten Archivalien wurden in den alten handschriftlichen Findbüchern, die zumeist sehr viel ausführlicher sind als die Repertorien des Neuen Archivs, jeweils vermerkt, so dass diese weiterhin benutzt werden können.
Inhalt und Bewertung
Das Alte Archiv setzt sich aus sachthematischen und topographischen (Teil-)Beständen zusammen, die nach dem Literierungsprinzip in alphabetischer Reihenfolge angeordnet wurden und vielfach Mischbestände darstellen. Soweit es sich um umfangreichere Sachbetreffe handelt, sind diese in der Regel nach topographischen bzw. administrativen Gesichtspunkten weiter untergliedert, wobei die Ämterstruktur des frühen 19. Jahrhunderts zugrundegelegt wurde. Die ausschließlich unter topographischen Gesichtspunkten angelegten Bestände betreffen unter anderem die verlorenen linksrheinischen Besitzungen in den Niederlanden, der Pfalz und in Lothringen oder enthalten besondere Provenienzen, wie Nachlässe und Handakten einzelner Familienmitglieder oder die Überlieferung zeitweise eingerichteter Sonderbehörden. Innerhalb der teilweise nicht allzu umfangreichen Bestände wurde das Schriftgut ausschließlich nach der Laufzeit sortiert, was zur Folge hat, dass in einigen Fällen Aktenserien auseinandergerissen wurden. Die Herkunft der Unterlagen, die zum überwiegenden Teil aus den Registraturen von Regierung und Hofkammer stammen, lässt sich, obwohl die Bildung der Bestände ausschließlich unter Pertinenzgesichtspunkten erfolgte, häufig schon aus der Materie oder Laufzeit des jeweiligen Bestands erschließen. So handelt es sich bei Justiz- und Polizeisachen überwiegend um Akten aus der Regierungs-, bei Kameral- und Finanzsachen um Unterlagen aus der Kammerregistratur. Die Akten über die 1803 erworbenen Besitzungen aus der Zeit des Alten Reiches stammen zumeist aus der Registratur der Mainzer bzw. Würzburger Hofkammer.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:40 MEZ