Hintergrund des Verfahrens ist ein Streit um Steuerschulden eines Weingutes in Oberkassel (Herzogtum Berg), das der Appellant von seiner Schwiegermutter übernommen und nach dem Krieg wieder instand zu setzen begonnen hatte. Er hatte in Abschlag auf angebliche Steuerschulden des Gutes in Höhe von 363 Rtlr. 100 Rtlr. bezahlt, nachdem aber seine Schwiegermutter Zweifel an dieser Summe geäußert hatte, Einsicht in die Steuerunterlagen verlangt, aber weder vom Steuereinnehmer, Schultheiß Gerhard Conen (Cohnen), noch von dessen Witwe, dem Sohn und dessen Witwe, nunmehr Ehefrau des Appellaten, erhalten. Vielmehr war er 1674 wegen einer Steuerschuld von inzwischen 689 Rtlr. vor dem Rentmeister zu Löwenberg verklagt und trotz seiner Einwände von diesem und 1678 von der Hofkanzlei zur Zahlung verurteilt worden. Die RKG-Appellation richtet sich dagegen, daß auch nachdem er dagegen um Restitutio in integrum nachgesucht hatte, die Hofkanzlei das Urteil von 1678 bestätigte. Der Appellant wirft allen Vorinstanzen Form- und Verfahrensfehler vor.
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Hintergrund des Verfahrens ist ein Streit um Steuerschulden eines Weingutes in Oberkassel (Herzogtum Berg), das der Appellant von seiner Schwiegermutter übernommen und nach dem Krieg wieder instand zu setzen begonnen hatte. Er hatte in Abschlag auf angebliche Steuerschulden des Gutes in Höhe von 363 Rtlr. 100 Rtlr. bezahlt, nachdem aber seine Schwiegermutter Zweifel an dieser Summe geäußert hatte, Einsicht in die Steuerunterlagen verlangt, aber weder vom Steuereinnehmer, Schultheiß Gerhard Conen (Cohnen), noch von dessen Witwe, dem Sohn und dessen Witwe, nunmehr Ehefrau des Appellaten, erhalten. Vielmehr war er 1674 wegen einer Steuerschuld von inzwischen 689 Rtlr. vor dem Rentmeister zu Löwenberg verklagt und trotz seiner Einwände von diesem und 1678 von der Hofkanzlei zur Zahlung verurteilt worden. Die RKG-Appellation richtet sich dagegen, daß auch nachdem er dagegen um Restitutio in integrum nachgesucht hatte, die Hofkanzlei das Urteil von 1678 bestätigte. Der Appellant wirft allen Vorinstanzen Form- und Verfahrensfehler vor.
AA 0627, 751 - B 2022/6030
AA 0627 Reichskammergericht, Teil I: A-B
Reichskammergericht, Teil I: A-B >> 2. Buchstabe B
(1632 - 1687)
Enthaeltvermerke: Kläger: Jakob Brosius, Gerichtsschreiber des berg. Amtes Hückeswagen und Bornefeld, Wermelskirchen, (Bekl.) Beklagter: Georg Nesselradt (-rath, -rodt), Schöffe zu Dollendorf (Rhein-Sieg-Kr.), (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Dr. Joh. Georg Döler 1686 - Subst.: Lic. Adam Roleman Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Rentmeister zu Löwenberg - 2. Jül.-berg. Hofkanzlei - 3. RKG ? - ? (1632 - 1687) Beweismittel: Die früheste Forderung stammt aus dem Jahr 1630, als Gumprich Weinstock Steuerheber war (20). Auszug aus dem Schuldbuch des Schultheißen Conen 1632-1656 (31-34). Beschreibung: 44 Bl., lose; Protokoll ohne Einträge, 22 unquadrangulierte Aktenstücke prod. am 17. Juni 1687.
Diverse Registraturbildner
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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28.04.2026, 8:07 AM CEST
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- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Archival tectonics)
- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Teil I: A-B (Archival holding)
- 2. Buchstabe B (Classification)