Nahrath, Stanz- und Emaillierwerke; Ahlen (Bestand)
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N 182 N 182 Nahrath, Stanz- und Emaillierwerke; Ahlen
Kreisarchiv Warendorf (Archivtektonik)
1891-1990
Form und Inhalt: Vorwort zum Bestand N 182
Stanz- und Emaillierwerke Nahrath, Ahlen
Zur Industriegeschichte der Stadt Ahlen zählt auch die Emailleindustrie. Sie bildete lange Zeit neben dem Bergbau den wichtigsten Industriezweig der Stadt. Daher kursierte lange der Slogan ”Ahlen - Stadt der Emaille“.
Der Beginn der Emailleindustrie in Ahlen liegt im mittleren 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit nahmen drei Firmen und Betriebe die Produktion von Emaillegeschirren auf: Wilhelm Brock (gegründet 1848), Johannes und Heinrich Kerkmann (gegründet 1863) und Gebrüder Niesing.
Die Entwicklung der Emailleindustrie in Ahlen war durch das nah gelegene Ruhrgebiet begünstigt, das mit dem Bergbau und seiner entstehenden Stahlindustrie die benötigten Bleche und das Heizmaterial lieferte . Gleichzeitig war es mit seiner rasch ansteigenden Bevölkerung ein ideales Absatzgebiet.
Die Bedeutung der Emailleproduktion in Ahlen nahm schnell zu. Gab es 1877 nur etwa 80 Mitarbeiter in den Emaille-Fabriken, waren es 1899 schon 700. Auch die Gründung neuer Emaillierwerke nahm stetig zu. So wurden in den Jahren 1877 bis 1922 eine Vielzahl von Firmen gegründet. Viele dieser Betriebe mussten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schließen, da es immer wieder zu Lieferengpässen von Eisen- und Stahlblechen kam, wodurch die Produktion beizeiten drastisch reduziert werden musste. Außerdem kam es zu verschiedenen Zeitpunkten durch Wirtschafts- und Bergbaukrisen zu schwachen Auftragslagen und Problemen beim Absatz, vor allem im Hauptabsatzgebiet der Emaillegeschirre, dem Ruhrgebiet.
Nach und nach mussten einige Firmen schließen, sodass im Jahr 1950 lediglich Beumer, Rollmann & Tovar, Nahrath, Westfalia Emaille und die Firma Kaldewei in Ahlen bestehen konnten.
Nach weiteren Schließungen in den 1960er- und 90er-Jahren ist heute Kaldewei der letzte existierende Produzent von Emailleprodukten (u.a. Badewannen).
Die Firma Nahrath, Stanz- und Emaillierwerke, wurde 1907 von Stephan Nahrath begründet. Sie existierte bis 1991. Das Firmengebäude befand sich direkt auf der Südseite des Ahlener Bahnhofs.
Zum Bestand: Der Bestand umfasst Akten und vor allem Werbematerial der Firma Nahrath mit einem Schwerpunkt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Materialien wurden nach der Auflösung der Firma von der Stadt Ahlen bewahrt und zusammengetragen und im Jahre 2020 an das Kreisarchiv übergeben. Da es sich um Schriftgut privatwirtschaftlicher Herkunft handelt, wurden die Unterlagen nicht zu den Beständen des Stadtarchivs genommen, sondern ein separater Firmennachlass gebildet.
Die Unterlagen sind frei benutzbar, insbesondere die Werbematerialien unterliegen jedoch urheberrechtlichen Einschränkungen für eine etwaige Reproduktion.
Literatur: Stadt Ahlen (Hrsg.), Wolfgang Muth: Emaille-Industrie in Ahlen seit 1877 (Ausstelllungskatalog Heimatmuseum Ahlen 1987), Ahlen 1987.
Warendorf, Oktober 2021
Anika Tölke/Knut Langewand
Stanz- und Emaillierwerke Nahrath, Ahlen
Zur Industriegeschichte der Stadt Ahlen zählt auch die Emailleindustrie. Sie bildete lange Zeit neben dem Bergbau den wichtigsten Industriezweig der Stadt. Daher kursierte lange der Slogan ”Ahlen - Stadt der Emaille“.
Der Beginn der Emailleindustrie in Ahlen liegt im mittleren 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit nahmen drei Firmen und Betriebe die Produktion von Emaillegeschirren auf: Wilhelm Brock (gegründet 1848), Johannes und Heinrich Kerkmann (gegründet 1863) und Gebrüder Niesing.
Die Entwicklung der Emailleindustrie in Ahlen war durch das nah gelegene Ruhrgebiet begünstigt, das mit dem Bergbau und seiner entstehenden Stahlindustrie die benötigten Bleche und das Heizmaterial lieferte . Gleichzeitig war es mit seiner rasch ansteigenden Bevölkerung ein ideales Absatzgebiet.
Die Bedeutung der Emailleproduktion in Ahlen nahm schnell zu. Gab es 1877 nur etwa 80 Mitarbeiter in den Emaille-Fabriken, waren es 1899 schon 700. Auch die Gründung neuer Emaillierwerke nahm stetig zu. So wurden in den Jahren 1877 bis 1922 eine Vielzahl von Firmen gegründet. Viele dieser Betriebe mussten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schließen, da es immer wieder zu Lieferengpässen von Eisen- und Stahlblechen kam, wodurch die Produktion beizeiten drastisch reduziert werden musste. Außerdem kam es zu verschiedenen Zeitpunkten durch Wirtschafts- und Bergbaukrisen zu schwachen Auftragslagen und Problemen beim Absatz, vor allem im Hauptabsatzgebiet der Emaillegeschirre, dem Ruhrgebiet.
Nach und nach mussten einige Firmen schließen, sodass im Jahr 1950 lediglich Beumer, Rollmann & Tovar, Nahrath, Westfalia Emaille und die Firma Kaldewei in Ahlen bestehen konnten.
Nach weiteren Schließungen in den 1960er- und 90er-Jahren ist heute Kaldewei der letzte existierende Produzent von Emailleprodukten (u.a. Badewannen).
Die Firma Nahrath, Stanz- und Emaillierwerke, wurde 1907 von Stephan Nahrath begründet. Sie existierte bis 1991. Das Firmengebäude befand sich direkt auf der Südseite des Ahlener Bahnhofs.
Zum Bestand: Der Bestand umfasst Akten und vor allem Werbematerial der Firma Nahrath mit einem Schwerpunkt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Materialien wurden nach der Auflösung der Firma von der Stadt Ahlen bewahrt und zusammengetragen und im Jahre 2020 an das Kreisarchiv übergeben. Da es sich um Schriftgut privatwirtschaftlicher Herkunft handelt, wurden die Unterlagen nicht zu den Beständen des Stadtarchivs genommen, sondern ein separater Firmennachlass gebildet.
Die Unterlagen sind frei benutzbar, insbesondere die Werbematerialien unterliegen jedoch urheberrechtlichen Einschränkungen für eine etwaige Reproduktion.
Literatur: Stadt Ahlen (Hrsg.), Wolfgang Muth: Emaille-Industrie in Ahlen seit 1877 (Ausstelllungskatalog Heimatmuseum Ahlen 1987), Ahlen 1987.
Warendorf, Oktober 2021
Anika Tölke/Knut Langewand
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ