Forderungen
Show full title
GerKer, 872
GerKer Schöffengericht Kerpen
Schöffengericht Kerpen >> 1 Zivilsachen >> 1.1 Forderungen - Geld / Sachen
1686
Enthält: Johann Adolf Schreiber trägt am 16.5.1686 dem Gericht (Johann Heinrich Schieffer, Statthalter, Werner Sieger, Schöffe) die Beschwerde seiner Mutter, der Witwe Hansonis, und seiner Geschwister vor: dass die Erben von Elisabeth Opladen aus Köln die angeblich noch ausstehende Lieferungen von Getreide an ihre Mutter, die die beiden Frauen aber bereits am 18.4.1680 miteinander abgerechnet hätten, einfordern. Um seine Mutter zu entlasten, sollen zunächst sie selbst, dann verschiedene Zeugen dazu gehört werden. Witwe Hansonis, die man "angekleidet und uff ihrem Beth liegendt" antraf, räumt ein, dass über die auf der genannten Rechnung vom 18.4. hinaus noch weitere, dort nicht verzeichnete Waren geliefert und bezahlt worden seien. Die Zeugen: Michael Etzweiler, etwa 40 Jahre alt und 1679-1682 Pferdeknecht bei der Witwe Hansonis, Bastian Heiden, "etliche dreißig Jahr alt", ebenfalls Pferdeknecht 1682, und Gerhardt Mausbach aus Langenich, Michael Kurffgen aus Mödrath und Hubert Förster (ca. 40. Jahre alt), auch aus Mödrath, Michael Hellenthael, 27 Jahre, Pferdeknecht 1683, und schließlich Ignatius von Venne, 40 Jahre und Kanoniker an St. Martinus in Kerpen, sagen übereinstimmend aus, dass mehrere Male Lieferungen an Frau Opladen erfolgt seien - und zwar bis zum Jahr 1680, aber auch danach. Frau Opladen sei jedesmal mit ihrem Karren in Kerpen erschien und nicht wieder mit leeren Säcken nach Hause gefahren. Einmal sei sie dabei sogar mit samt Wagen und Ladung in der Nähe der kleinen Erft umgekippt ("über Hauffen gefallen"). Welche Waren aber abgerechnet wurde und welche nicht, wissen sie aber nicht. Weil die Zeugenaussagen eher belastend als nützlich für die Beklagte sind, schickt ein anderer Sohn der Witwe seinem Bruder in Kerpen einige Tage später weitere zwei Rechnungen, von der Mutter unterschrieben, und eine Vollmacht derselben, um die Sachlage zugunsten der Beklagten zurechtzurücken. Es kommt heraus, dass die Käuferin der Verkäuferin auch mindestens einen Vorschuss auf die Ware geleistet hat. Der Bruder soll daher ermitteln, ob es weitere, bisher nicht genannte Vorschüsse gegeben hat oder gar Obligationen abgeschlossen wurden. Damit werde er dann freitags vor das Bürgermeistergericht, vor das er zitiert sei, gehen und den weiteren Verlauf am nächstfolgenden Gerichtstag abwarten.
Schriftstücke: 2
Archivale
Emons, J.W.
Etzweiler, Michael, Pferdeknecht
Förster, Hubert, aus Mödrath
Hansonis, Witwe
Heiden, Bastian, Pferdeknecht
Hellenthael, Michael, Pferdeknecht
Kurffgen - Michael, aus Mödrath
Mausbach - Gerhardt, aus Langenich
Opladen, Elisabeth
Schreiber, Johann Adolf
Venne, Ignatius von (der), Kanoniker an St. Martinus
Erft
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
09.01.2026, 12:13 PM CET