Klage wegen falscher Anschuldigung vor Gericht. Am 17. September 1659 hatten die Beklagten an die Frau des Klägers, Maria Catharina geb. von Dalberg, 3000 Rtlr. für eine jährliche Pension von jährlich 150 Rtlr. gezahlt, wofür nicht nur der Hatzfeldtische Hof, sondern auch alle „auff St. Joannis gaßen“ liegenden Güter verpfändet wurden. Der Kläger gibt an, dies sei ohne sein Wissen und Einverständnis geschehen, sein Siegel und seine Unterschrift seien gefälscht worden, weshalb der Rentbrief ungültig sei und er von den am RKG Beklagten zu Unrecht vor das Gericht Niederich in Köln gezogen und „pro alienis debitis molestiert“ worden sei. Da Hatzfeldt nicht zahlte, verfügte das Gericht Niederich die Immission der Gebrüder Meinertzhagen in die Pfandgüter.
Vollständigen Titel anzeigen
Klage wegen falscher Anschuldigung vor Gericht. Am 17. September 1659 hatten die Beklagten an die Frau des Klägers, Maria Catharina geb. von Dalberg, 3000 Rtlr. für eine jährliche Pension von jährlich 150 Rtlr. gezahlt, wofür nicht nur der Hatzfeldtische Hof, sondern auch alle „auff St. Joannis gaßen“ liegenden Güter verpfändet wurden. Der Kläger gibt an, dies sei ohne sein Wissen und Einverständnis geschehen, sein Siegel und seine Unterschrift seien gefälscht worden, weshalb der Rentbrief ungültig sei und er von den am RKG Beklagten zu Unrecht vor das Gericht Niederich in Köln gezogen und „pro alienis debitis molestiert“ worden sei. Da Hatzfeldt nicht zahlte, verfügte das Gericht Niederich die Immission der Gebrüder Meinertzhagen in die Pfandgüter.
AA 0627, 2394 - H 582/2004
AA 0627 Reichskammergericht, Teil IV: H
Reichskammergericht, Teil IV: H >> 1. Buchstabe H
1662 - 1664 (1659 - 1663)
Enthaeltvermerke: Kläger: Hermann Graf zu Gleichen und Hatzfeldt Beklagter: Dr. Gerwin Meinertzhagen, Syndicus der Stadt Köln, und sein Bruder Johann, beide Ratsherren zu Köln Prokuratoren (Kl.): Dr. Paul Gambs [1660] 1662 - Subst.: Dr. Jakob Friedrich Kuehorn Prokuratoren (Bekl.): Lic. (Bernhard) Henningh (1662) Prozeßart: Citationis ex lege diffamari Instanzen: RKG 1662 - 1664 (1659 - 1663) Beweismittel: Rentbrief 1659 (Q 5). Auszug aus dem Protokoll des Gerichts Niederich 1661/62 (Q 10). Beschreibung: 2 cm, 47 Bl., lose; Q 1 - 16, 3 Beilagen.
Sachakte
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.05.2026, 09:27 MESZ