Sankt Peter (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 102
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs) >> Akten >> Kleinere geistliche Territorien >> St. Peter
[1095]-1854
Überlieferungsgeschichte
Das Benediktinerkloster St. Peter gehörte zum vorderösterreichischen Breisgau. 1560 wurde das Priorat St. Ulrich inkorporiert, 1598 die Propstei Sölden. Beim Anfall an Baden im Jahr 1806 wurde die Abtei aufgehoben.
Das Archiv des Klosters, das während der Kriege mit Frankreich zeitweise nach Petershausen ausgelagert war, wurde unter badischer Verwaltung noch vor Ort stark dezimiert; so fehlen die Rechnungen ganz. Zwischen 1811 und 1816 gelangten die Archivalien an das Provinzialarchiv in Freiburg, von dort bis 1840 nach Karlsruhe. Ihnen wurde Schriftgut der vorderösterreichischen Regierung und Kammer sowie der badischen Nachfolgebehörden in Freiburg zugeordnet (vgl. Bestand 14).
Inhalt und Bewertung
Der Bestand enthält auch einige wenige Spezialia zum Ort St. Peter selbst (vgl. Bestand 229).
Vorwort: Herzog Berthold I. von Zähringen gründete im Jahr 1073 in Weilheim (Kr. Esslingen) aus Familienbesitz ein Priorat, das dem Kloster Hirsau unterstand. Im Jahr 1093 wurde die Mönchsgemeinschaft in die Nähe des neuen Herrschaftsschwerpunkts des Geschlechtes der Zähringer bei Freiburg verlegt. Das nach seinem Patron St. Peter benannte Kloster war Grablege der Gründerfamilie und gehörte zu den Cluniazensern, die im Investiturstreit wie Berthold II. auf der päpstlichen Seite standen. Nach dem Aussterben der Zähringer verlor das Kloster an politischer Bedeutung. Die Besitzgrundlage des Klosters war um den Klostersitz herum zunächst noch sehr schmal. Sie wuchs jedoch durch Schenkungen zähringischer Ministerialen rasch an, so dass im 15.Jh. umfangreicher Streubesitz im ganzen Breisgau bestand. Außerdem konnte das Kloster auch über die Reformation hinweg noch seinen Besitz aus der Gründungszeit um Weilheim herum halten. Von Herzog Berthold II. war es mit Gütern um Herzogenbuchsee im Berner Gebiet ausgestattet worden, die jedoch im Zusammenhang mit der Reformation verloren gingen bzw. verkauft wurden. Im 17.Jh. hatte das Kloster durch den Dreißigjährigen Krieg und die Franzosenkriege sehr zu leiden. Im 18.Jh. stetzte ein Wiederaufblühen des Konvents ein, der damals nicht mehr als 20 Mönche umfasste. Das Klostergebäude wurde neu erbaut (1724- 1772) und die Mönche beteiligten sich rege an den wissenschaftlichen und literarischen Studien ihrer Zeit. Im Jahr 1806 wurde das Kloster durch Baden säkularisiert. Das Archiv, das während der Kriege mit Frankreich zeitweise nach Petershausen ausgelagert war, befand sich seit 1798 wieder im Kloster. Im Jahr 1803 wurde auf eine Bitte aus Karlsruhe dem Markgrafen der Rotulus Sanpetrinus und einige andere Archivalien ausgehändigt (siehe Abt.233/37). Markgraf Karl Friedrich hatte diese für die Geschichte des Geschlechtes der Zähringer wichtige Quelle bei einem Besuch des Klosters in dessen Jubiläumsjahr 1773 gezeigt bekommen und wollte es nun zur historischen Untermauerung der Ansprüche seines Hauses, das von den Zähringern abstammte, auf den damals noch vorderösterreichischen Breisgau nutzen. Das Klosters seinerseits hoffte -vergebens, wie sich zeigte -, sich so die Gunst seines eventuellen zukünftigen Herrschers zu erwerben. Der badische Besitznahmekommissar Stösser ließ 1806 das Archiv versiegeln um es für den Abtransport nach Karlsruhe zu sichern. Es befand sich jedoch noch 1811 in St.Peter, als wie in den Tagebüchern des Abtes Ignaz Speckle notiert ist, auf Anweisung des badischen Amtmannes alle Rechnungen und anderen "unnützen" Schriften aussortiert und vernichtet wurden. Zwischen 1811 und 1816 wurde das Archiv dann an das Provinzialarchiv in Freiburg verlagert (siehe Abt.68/511), von wo 1816 die erste Lieferung an das Generallandesarchivabgeschickt wurde- Entsprechend den Prinzipien der Archivordnung und Bestandsbildung wurde dann das Klosterarchiv auseinander- getrennt. Der vorliegende Bestand beinhaltet die Generalakten des Klosterarchivs und Akten vor allem vorderösterreichischer Provenienz die St. Peter betreffen (s.a. Provenienzliste). Das um die Jahrhundertwende gefertigte und als Zettelrepertorium angelegte Verzeichnis wurde von Unterzeichnetem überarbeitet, durch Umfangs- und Provenienzangaben erweitert und mit einem Index versehen. Die Herstellung des Findbuches erfolgte im Rahmen des MIDOSA-Projektes der Landesarchivverwaltung mit Hilfe der EDV. Karlsruhe, den 14.12.87 R. Rupp
Das Benediktinerkloster St. Peter gehörte zum vorderösterreichischen Breisgau. 1560 wurde das Priorat St. Ulrich inkorporiert, 1598 die Propstei Sölden. Beim Anfall an Baden im Jahr 1806 wurde die Abtei aufgehoben.
Das Archiv des Klosters, das während der Kriege mit Frankreich zeitweise nach Petershausen ausgelagert war, wurde unter badischer Verwaltung noch vor Ort stark dezimiert; so fehlen die Rechnungen ganz. Zwischen 1811 und 1816 gelangten die Archivalien an das Provinzialarchiv in Freiburg, von dort bis 1840 nach Karlsruhe. Ihnen wurde Schriftgut der vorderösterreichischen Regierung und Kammer sowie der badischen Nachfolgebehörden in Freiburg zugeordnet (vgl. Bestand 14).
Inhalt und Bewertung
Der Bestand enthält auch einige wenige Spezialia zum Ort St. Peter selbst (vgl. Bestand 229).
Vorwort: Herzog Berthold I. von Zähringen gründete im Jahr 1073 in Weilheim (Kr. Esslingen) aus Familienbesitz ein Priorat, das dem Kloster Hirsau unterstand. Im Jahr 1093 wurde die Mönchsgemeinschaft in die Nähe des neuen Herrschaftsschwerpunkts des Geschlechtes der Zähringer bei Freiburg verlegt. Das nach seinem Patron St. Peter benannte Kloster war Grablege der Gründerfamilie und gehörte zu den Cluniazensern, die im Investiturstreit wie Berthold II. auf der päpstlichen Seite standen. Nach dem Aussterben der Zähringer verlor das Kloster an politischer Bedeutung. Die Besitzgrundlage des Klosters war um den Klostersitz herum zunächst noch sehr schmal. Sie wuchs jedoch durch Schenkungen zähringischer Ministerialen rasch an, so dass im 15.Jh. umfangreicher Streubesitz im ganzen Breisgau bestand. Außerdem konnte das Kloster auch über die Reformation hinweg noch seinen Besitz aus der Gründungszeit um Weilheim herum halten. Von Herzog Berthold II. war es mit Gütern um Herzogenbuchsee im Berner Gebiet ausgestattet worden, die jedoch im Zusammenhang mit der Reformation verloren gingen bzw. verkauft wurden. Im 17.Jh. hatte das Kloster durch den Dreißigjährigen Krieg und die Franzosenkriege sehr zu leiden. Im 18.Jh. stetzte ein Wiederaufblühen des Konvents ein, der damals nicht mehr als 20 Mönche umfasste. Das Klostergebäude wurde neu erbaut (1724- 1772) und die Mönche beteiligten sich rege an den wissenschaftlichen und literarischen Studien ihrer Zeit. Im Jahr 1806 wurde das Kloster durch Baden säkularisiert. Das Archiv, das während der Kriege mit Frankreich zeitweise nach Petershausen ausgelagert war, befand sich seit 1798 wieder im Kloster. Im Jahr 1803 wurde auf eine Bitte aus Karlsruhe dem Markgrafen der Rotulus Sanpetrinus und einige andere Archivalien ausgehändigt (siehe Abt.233/37). Markgraf Karl Friedrich hatte diese für die Geschichte des Geschlechtes der Zähringer wichtige Quelle bei einem Besuch des Klosters in dessen Jubiläumsjahr 1773 gezeigt bekommen und wollte es nun zur historischen Untermauerung der Ansprüche seines Hauses, das von den Zähringern abstammte, auf den damals noch vorderösterreichischen Breisgau nutzen. Das Klosters seinerseits hoffte -vergebens, wie sich zeigte -, sich so die Gunst seines eventuellen zukünftigen Herrschers zu erwerben. Der badische Besitznahmekommissar Stösser ließ 1806 das Archiv versiegeln um es für den Abtransport nach Karlsruhe zu sichern. Es befand sich jedoch noch 1811 in St.Peter, als wie in den Tagebüchern des Abtes Ignaz Speckle notiert ist, auf Anweisung des badischen Amtmannes alle Rechnungen und anderen "unnützen" Schriften aussortiert und vernichtet wurden. Zwischen 1811 und 1816 wurde das Archiv dann an das Provinzialarchiv in Freiburg verlagert (siehe Abt.68/511), von wo 1816 die erste Lieferung an das Generallandesarchivabgeschickt wurde- Entsprechend den Prinzipien der Archivordnung und Bestandsbildung wurde dann das Klosterarchiv auseinander- getrennt. Der vorliegende Bestand beinhaltet die Generalakten des Klosterarchivs und Akten vor allem vorderösterreichischer Provenienz die St. Peter betreffen (s.a. Provenienzliste). Das um die Jahrhundertwende gefertigte und als Zettelrepertorium angelegte Verzeichnis wurde von Unterzeichnetem überarbeitet, durch Umfangs- und Provenienzangaben erweitert und mit einem Index versehen. Die Herstellung des Findbuches erfolgte im Rahmen des MIDOSA-Projektes der Landesarchivverwaltung mit Hilfe der EDV. Karlsruhe, den 14.12.87 R. Rupp
348 Akten
Bestand
Rainer Brüning/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 6, Bestände des Alten Reiches, insbesondere Generalakten (71-228), Stuttgart 2006, S. 203
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:03 MESZ