Nachlass Konrad Achtert (Bestand)
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N 68
Kreisarchiv Viersen (Archivtektonik) >> N Nachlässe und Privatsammlungen
1956-1995
Vorwort Konrad Achtert war Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion Nettetal.Konrad Achtert, geb. 1934 in Tschöplowitz/Schlesien, CDU-Mitglied seit 1963, wohnt seit 1958 in Kaldenkirchen und war dort als Bahnhofsvorsteher tätig, letzter Dienstgrad Bundesbahnamtsrat. Seine politische Laufbahn begann 1963 mit dem Eintritt in die Junge Union Ortsgruppe Kaldenkirchen,wo er bis zur kommunalen Neugliederung auch Ratsmitglied wurde. In der Übergangsphase zwischen der Selbständigkeit Kaldenkirchens und der Eingliederung in die aus fünf Kommunen neu geschaffene Stadt Nettetal gehörte er dem "Beirat des Beauftragten für die Aufgaben des Rates und des Bürgermeisters" an. Dieser Beauftragte führte die Geschäfte der Stadt Nettetal gemeinsam mit dem Beirat bis zur Wahl des neuen Bürgermeisters und Stadtrates im März 1970. Dem Stadtrat gehörte Achtert von Beginn an bis 1994 durchgehend an. Von 1974 bis 1994 war er Fraktionsvorsitzender und bis 1992 Vorsitzender des Finanzausschusses. Er gehörte vielen weiteren Ausschüssen als Vollmitglied oder stellvertretendes Mitglied an. Zudem nahm er Funktionen in Aufsichtsräten wahr.Der Nachlass Konrad Achtert enthält fast ausschließlich Unterlagen zu dessen politischem Wirken. Einblicke in sein Privatleben, etwa in Form von Gründungsunterlagen des Kegelklubs, in dem er Mitglied war, bilden seltene Ausnahmen. Kassiert wurden bei der Verzeichnung Dubletten der städtischen oder sonst institutionellen Überlieferung, die das Kreisarchiv bereits verwahrt, sowie Unterlagen die im Rahmen der regionalen Überlieferungsbildung nicht archivwürdig sind. Zu letzteren gehören unter anderem Protokolle des Städte- und Gemeindebundes, zu ersteren Informationsmaterial der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU, das Blatt "Zur Sache" des Kreisverbandes der CDU oder auch all die Anträge zu Rats- und Ausschusssitzungen der anderen Fraktionen. Des Weiteren wurden Unterlagen mit sehr geringer Aussagekraft wie nicht angenommene Einladungen zu Ausstellungen und ähnliches aussortiert.Aufbewahrt wurden Schreiben von Bürgervereinen und ähnlichen Körperschaften, auch wenn sie inhaltlich zunächst als belanglos erscheinen, von denen unsicher ist, ob sie an anderer Stelle überliefert werden. Als Beispiel sei hier der Bürgerverein Kaldenkirchen genannt.Einen Hauptteil des Nachlasses macht der Schriftverkehr der Fraktion aus, dessen Vorsitzender Achtert von 1974 bis 1994 war. Warum es in diesem Bereich große Lücken gibt, hat sich während der Verzeichnung des Gesamtbestandes nicht erschlossen. Weitere Lücken fallen innerhalb der Wahlkampfunterlagen und der Protokolle der Fraktionssitzungen auf. Beispielsweise ist zur Kommunal- und Landtagswahl am 04.05.1975 lediglich eine Wahlbroschüre der CDU erhalten. Auffällig ist das Fehlen der Protokolle der Fraktionssitzungen bis auf jene von 1970 bis 1973. Für den Zeitraum vom 24.01.1979 bis 01.10.1980 sind die Anwesenheitslisten und einige Einladungen vorhanden, jedoch ebenfalls keine Protokolle.Die in der städtischen Überlieferung enthaltenen Einladungen und Protokolle der einzelnen Rats-Ausschüsse wurden im Nachlass jeweils nur dann übernommen, wenn sie mit Anmerkungen versehen sind oder unmittelbar in den Zusammenhang des sonstigen Schriftgutes gehören. Achterts Tätigkeit in Aufsichtsräten erbrachte unterschiedlich umfangreiche Unterlagen. Beispielsweise handelt es sich bei den Stadtwerken auf den ersten Blick um einen geschlossenen Bestand von 1970 bis 1992, doch zeigen sich bei genauer Betrachtung einige Überlieferungslücken. So sind nicht alle Protokolle der Aufsichtsratssitzungen vorhanden, aus dem Jahr 1983 kein einziges.Konrad Achtert war in den 1960er Jahren nebenberuflich als Lokalreporter für die Grenzland-Nachrichten und den Grenzland-Kurier in Kaldenkirchen tätig. Vermutlich resultiert daher seine Sammelleidenschaft für Zeitungsartikel. Er legte Sammlungen zu Ortsteilen von Kaldenkirchen an, aber auch zu benachbarten Orten wie Brüggen, Amern und Waldniel, weiter zu Sachthemen wie politische Parteien oder Verkehr oder zu den Planungen bezüglich des Bahnhofs Kaldenkirchen. Angesichts der geschlossenen Zeitungsüberlieferung des Kreisarchivs wurden diese Zeitungsausschnittsammlungen kassiert, es sei denn, Achtert hat sie mit Notizen versehen oder es handelte sich um Artikel in überregionalen oder niederländischen Zeitungen. Die einzelnen Artikel wurden vom Nachlasser auf gebrauchtem Papier aufgeklebt, beispielsweise auf abgelaufenen Formularen der Deutschen Bundesbahn. Bei der Durchsicht dieser gebrauchten Papiere fanden sich ganz vereinzelt Schriftstücke, die einen kleinen Einblick in Achterts Privatleben vermitteln; in diesen Fällen wurden die wiederverwendeten Papiere gleichsam wie Palimpseste übernommen.In einigen Fällen handelte es sich bei archivwürdigen Stücken um Zinkoxidpapiere. Von diesen wurden aus bestandserhalterischen Gründen Ersatzkopien auf alterungsbeständigem Papier angefertigt. Im Einzelnen wurde das jedoch nicht auf den Kopien vermerkt. Auch im Falle von mit Tesafilm zusammengeklebten Seiten von Bilanzen wurden Ersatzkopien angefertigt (zum Beispiel Nr. 77, Baugesellschaft).Die Verzeichnung erfolgte [unter Anleitung von Dr. Michael Habersack] Anfang 2021 durch Annegret Hols.
Achtert, Konrad
44 Kartons (45 KÄ)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 14:00 MEZ