Abt Georg [von Gravenegg-Burchberg], Dechant, Küster und Konvent des Fürststifts Kempten beurkunden, dass sich Hans Hiemer zu Bettelhofen um einen nicht spezifizierten Geldbetrag, dessen Empfang sie hiermit bestätigen, von ihrer Leibherrschaft losgekauft hat. Namens ihres anvertrauten Gotteshauses und ihrer Nachkommen sprechen die Aussteller genannten Hans von der Eigenschaft seines Leibes und Gutes los, erlauben ihm freien Zug und die Annahme von Schutz und Schirm oder Bürgerrecht bei Fürsten, Herren, Städten, Adelspersonen "oder andern", wobei er von ihrer Seite keinerlei Behinderung befürchten muss. Es gilt der Vorbehalt, dass der Freigelassene künftig von Kemptener Gotteshausleuten weder durch Erbschaft, Schenkung noch auf sonstigem Weg liegende Güter in "vnser Grafschaft" erwerben, sondern sich in solchen Fällen mit Geld oder Fahrnis abfinden lassen muss, wobei auf außer Landes gehendes Vermögen nach des Stifts Gewohnheit und Herkommen der Abzug zu entrichten ist. Sollte Hiemer jemals wieder in das Territorium des Fürststifts ziehen, muss er sich dessen Leibherrschaft erneut unterwerfen.
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Abt Georg [von Gravenegg-Burchberg], Dechant, Küster und Konvent des Fürststifts Kempten beurkunden, dass sich Hans Hiemer zu Bettelhofen um einen nicht spezifizierten Geldbetrag, dessen Empfang sie hiermit bestätigen, von ihrer Leibherrschaft losgekauft hat. Namens ihres anvertrauten Gotteshauses und ihrer Nachkommen sprechen die Aussteller genannten Hans von der Eigenschaft seines Leibes und Gutes los, erlauben ihm freien Zug und die Annahme von Schutz und Schirm oder Bürgerrecht bei Fürsten, Herren, Städten, Adelspersonen "oder andern", wobei er von ihrer Seite keinerlei Behinderung befürchten muss. Es gilt der Vorbehalt, dass der Freigelassene künftig von Kemptener Gotteshausleuten weder durch Erbschaft, Schenkung noch auf sonstigem Weg liegende Güter in "vnser Grafschaft" erwerben, sondern sich in solchen Fällen mit Geld oder Fahrnis abfinden lassen muss, wobei auf außer Landes gehendes Vermögen nach des Stifts Gewohnheit und Herkommen der Abzug zu entrichten ist. Sollte Hiemer jemals wieder in das Territorium des Fürststifts ziehen, muss er sich dessen Leibherrschaft erneut unterwerfen.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 515 U 3064
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 515 II Weingarten, Benediktinerkloster: Leibeigenschaftsbriefe
Weingarten, Benediktinerkloster: Leibeigenschaftsbriefe >> Leibeigenschaftsbriefe >> 1550-1599
1570 September 26
21,4 x 30,5 (Höhe x Breite)
Urkunden
Deutsch
Aussteller: Fürststift Kempten
Empfänger: Hans Hiemer
Siegler: Die Aussteller
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: Siegel abgegangen
Vermerke: Rückvermerk
Empfänger: Hans Hiemer
Siegler: Die Aussteller
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: Siegel abgegangen
Vermerke: Rückvermerk
Hiemer, Hans
Kempten, Georg von Grafeneck-Burgberg; Fürstabt, -1571
Bettelhofen : Herlazhofen, Leutkirch RV
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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21.11.2025, 3:25 PM CET
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- Leibeigenschaftsbriefe (Classification)
- 1550-1599 (Classification)