1) Erzherzog Ferdinand erteilt auf mehrere Anfragen der Regierung von Wien aus seine Resolutionen, u.a. ein geschärftes Mandat gegen die "lutherische Ketzerei", da ihm berichtet wurde, dass sich ein Prediger zu Reutlingen kürzlich herausgenommen hätte, eine deutsche Messe zu lesen, und ohne vorhergehende Beichte das Sakrament auszuteilen, was bei den Nachbarn zu Irrungen und Anstoß führte. Desgleichen missbilligt er, dass das Gericht zu Urach gegen einen lutherischen Bauern zu gelinde verfuhr und verordnet, dass künftig ein jeder, der der Ketzerei beschuldigt ist, nicht mehr der weltlichen Obrigkeit, sondern einem Gericht von sechs oder sieben bzw. zumindest fünf Doktoren der Heiligen Schrift übergeben und von diesen gerechtfertigt und wenn er für einen Ketzer bekennt, der weltlichen Obrigkeit zur Exekution und Ergreifung des Schwertes übergeben werden soll, 17. August 1524
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1) Erzherzog Ferdinand erteilt auf mehrere Anfragen der Regierung von Wien aus seine Resolutionen, u.a. ein geschärftes Mandat gegen die "lutherische Ketzerei", da ihm berichtet wurde, dass sich ein Prediger zu Reutlingen kürzlich herausgenommen hätte, eine deutsche Messe zu lesen, und ohne vorhergehende Beichte das Sakrament auszuteilen, was bei den Nachbarn zu Irrungen und Anstoß führte. Desgleichen missbilligt er, dass das Gericht zu Urach gegen einen lutherischen Bauern zu gelinde verfuhr und verordnet, dass künftig ein jeder, der der Ketzerei beschuldigt ist, nicht mehr der weltlichen Obrigkeit, sondern einem Gericht von sechs oder sieben bzw. zumindest fünf Doktoren der Heiligen Schrift übergeben und von diesen gerechtfertigt und wenn er für einen Ketzer bekennt, der weltlichen Obrigkeit zur Exekution und Ergreifung des Schwertes übergeben werden soll, 17. August 1524
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, H 54 Bü 8, 1
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, H 54 Bauernkrieg
Bauernkrieg >> 2. Akten >> 1. Österreichische Regierung in Württemberg >> 1.1. Österreichische Regierung in Württemberg >> Reskripte und Schriftwechsel mit Erzherzog Ferdinand von Österreich
1524-1526; 1559
Dokument
Reutlingen, Prediger zu
Reutlingen RT
Urach = Bad Urach RT
Wien [A]
Reskripte und Schriftwechsel mit Erzherzog Ferdinand von Österreich
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
21.11.2025, 15:28 MEZ
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