B 3.33 Bürgerverein 1832 e. V. (Bestand)
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B 3.33
Stadtarchiv Amberg (Archivtektonik) >> B Abteilung Archivgut nichtstädtischer Herkunft >> B 3 Vereine
Der „Bürgerverein Amberg“ konstituierte sich am 4. März 1832 im Wirtshaus der Witwe Weigl und erhielt erst nachträglich die Genehmigung der Regierung. Am 1. Mai 1832 fand bereits die erste Generalversammlung des jetzt genehmigten Vereins statt. Der Verein führte in seiner 1847 gedruckten Satzung zwei „Gesellschaftszwecke“ an, nämlich „Literatur“ und gesellige Unterhaltung. Mit dem ersten Vereinsziel „Literatur“, das sich in der Satzung von 1894 nicht mehr findet, gehörte der „Amberger Bürgerverein“ zu den seit den Befreiungskriegen verstärkt auftretenden Bildungsvereinen. Seit der Aufklärung tauchte eine ganze Reihe von Vereinen auf, die auf die Bildung ihrer Mitglieder abhob. Gerade in der Zeit des „Biedermeier“ verstärkte sich diese Tendenz. Für uns verbindet sich mit dem Biedermeier die Vorstellung eines ruhigen, etwas abgeschlossenen und behäbigen, etwas selbstzufriedenen, vor allem aber friedlichen bürgerlichen Lebens - unberührt von großen Aufregungen. Um den „Vereinszweck“ Literatur erreichen zu können, wählte der „Bürgerverein“ nicht nur einen Bibliothekar, sondern wandte jährlich fast 100 Gulden für den Bezug von Publikationen, vor allem von Zeitungen und Zeitschriften auf, die den Mitgliedern in einem eigenen Lesezimmer zur Verfügung standen. In diesem Lesezimmer durfte der Satzung nach weder gezecht noch geraucht werden. Erst nach 8 Uhr abends konnten diese Presseerzeugnisse mit ins „Conversationszimmer“ genommen werden, wo die Mitglieder ihr geselliges Beisammensein pflegten. Höhepunkte der Geselligkeit bildeten die großen Feste und Bälle, die die Gesellschaft veranstaltete. Anlässe boten dafür in der Regel besondere Vorkommnisse oder Feiern im regierenden Haus der Wittelsbacher. So etwa das Namensfest des Königs, die Geburt oder Vermählung eines königlichen Prinzen, usw. Daneben gab es aber auch Feiern profaneren Charakters, so etwa im Sommer Landpartien, an denen bis zu 600 Personen teilnahmen. Neben einem - wie wir heute sagen würden - zünftigen Picknick dienten Singen, Musizieren, Spiele und Feuerwerke der allgemeinen Belustigung. Im Fasching führte die Gesellschaft beispielsweise 1836 einen Maskenzug durch, der von „wilden Thieren und Wilden“ begleitet wurde, wie der Chronist berichtet. Wer aber wurde Mitglied? Die Satzung unterschied 1847 zwischen ordentlichen und außerordentlichen und Ehrenmitgliedern. Ordentliches Mitglied konnte werden, wer über die entsprechende „Solidität und Bildung“ verfügte. Zur Aufnahme als außerordentliche Mitglieder eignen sich - der Satzung zufolge - vor allem Witwen, „selbständige Frauenzimmer“, also allein stehende Damen und Personen, die nur kurzfristig in Amberg weilten. Die geplante Aufnahme eines Mitglieds bedurfte der schriftlichen Anmeldung durch ein ordentliches Mitglied. Über die endgültige Aufnahme entschieden alle Mitglieder. Diese erfolgte in Form einer Ballotage, also einer Kugelung. Der Verein löste sich 2024 auf.
"Archivierungsgeschichte": Im Jubiläumsjahr 2007 entschloss sich die Vorstandschaft des Bürgervereins zur Abgabe seiner für die Stadtgeschichte wichtigen Vereinsunterlagen ins Stadtarchiv. Dieses vor allem auch vom 1. Vorsitzenden, Herrn Hans Scherer, angestoßene und getragene Projekt wurde im Juni 2008 unter seiner Nachfolgerin im Amt, Frau Virginia Herpich-Dobler, realisiert, so dass sich das Schriftgut des Bürgervereins jetzt als eigener Bestand im Stadtarchiv Amberg findet. Dieser trägt die Bezeichnung „Stadtarchiv Amberg Bürgerverein 1832 Amberg e. V.“. Die jüngeren Unterlagen des aufgelösten Vereins wurden 2024 durch Frau Herpich-Dobler dem Stadtarchiv übergeben.
"Archivierungsgeschichte": Im Jubiläumsjahr 2007 entschloss sich die Vorstandschaft des Bürgervereins zur Abgabe seiner für die Stadtgeschichte wichtigen Vereinsunterlagen ins Stadtarchiv. Dieses vor allem auch vom 1. Vorsitzenden, Herrn Hans Scherer, angestoßene und getragene Projekt wurde im Juni 2008 unter seiner Nachfolgerin im Amt, Frau Virginia Herpich-Dobler, realisiert, so dass sich das Schriftgut des Bürgervereins jetzt als eigener Bestand im Stadtarchiv Amberg findet. Dieser trägt die Bezeichnung „Stadtarchiv Amberg Bürgerverein 1832 Amberg e. V.“. Die jüngeren Unterlagen des aufgelösten Vereins wurden 2024 durch Frau Herpich-Dobler dem Stadtarchiv übergeben.
Archivbestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.05.2026, 1:19 PM CEST