Landesheilanstalten: Heilerziehungsanstalt Kalmenhof in Idstein (Bestand)
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Hessisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Gliederung >> Preußen >> Bezirksverband des Regierungsbezirks Wiesbaden >> Landesheilanstalten >> Landesheilanstalten
Enthält: 2 Patientenakten (1937-1944)
Bestandsgeschichte: Die Unterlagen über die Anstalt wurden gegen Kriegsende fast vollständig vernichtet. Der Bestand enthält nur zwei Patientenakten, die bei Verzeichnungsarbeiten aus Abt. 473/4 nach hier übernommen wurden.
Geschichte des Bestandsbildners: Im Jahre 1888 gründeten jüdische und christliche Frankfurter Bürger die 'Idiotenanstalt Calmenhof'. Sie war konfessionell nicht gebunden und wurde simultan als private Anstalt geführt. Der Anstalt angegliedert war eine Schule, die geistig behinderte Kinder 'zu erwerbstüchtigen und lebensfähigen Mitgliedern der Gesellschaft' heranbilden sollte. Seit 1923 führte die Anstalt den Namen Heilerziehungsanstalt Kalmenhof. 1930 erwarb der Kalmenhof das Hofgut Gassenbach hinzu. 1933 entfernten die Nationalsozialisten gewaltsam die bisherige Anstaltsleitung. Der Landeshauptmann bekleidete ab September 1933 in Personalunion das Amt des Verwaltungsrats- und des Vorstandsvorsitzenden. 1939 und 1941 mußten die Zöglinge zur Bewirtschaftung eines im Kalmenhof zeitweilig eingerichteten Lazaretts beitragen. Während der NS-Herrschaft war die Anstalt in die 'Euthanasie'-Aktionen einbezogen. Sie fungierte als Durchgangsstation für die Tötungsanstalt Hadamar. 1941 wurde eine 'Kinderfachabteilung' eingerichtet, in der zahlreiche Kinder u.a. aus dem Rheinland, dem Ruhrgebiet und aus Hamburg getötet wurden.
Findmittel: Online-Datenbank (Arcinsys)
Bestandsgeschichte: Die Unterlagen über die Anstalt wurden gegen Kriegsende fast vollständig vernichtet. Der Bestand enthält nur zwei Patientenakten, die bei Verzeichnungsarbeiten aus Abt. 473/4 nach hier übernommen wurden.
Geschichte des Bestandsbildners: Im Jahre 1888 gründeten jüdische und christliche Frankfurter Bürger die 'Idiotenanstalt Calmenhof'. Sie war konfessionell nicht gebunden und wurde simultan als private Anstalt geführt. Der Anstalt angegliedert war eine Schule, die geistig behinderte Kinder 'zu erwerbstüchtigen und lebensfähigen Mitgliedern der Gesellschaft' heranbilden sollte. Seit 1923 führte die Anstalt den Namen Heilerziehungsanstalt Kalmenhof. 1930 erwarb der Kalmenhof das Hofgut Gassenbach hinzu. 1933 entfernten die Nationalsozialisten gewaltsam die bisherige Anstaltsleitung. Der Landeshauptmann bekleidete ab September 1933 in Personalunion das Amt des Verwaltungsrats- und des Vorstandsvorsitzenden. 1939 und 1941 mußten die Zöglinge zur Bewirtschaftung eines im Kalmenhof zeitweilig eingerichteten Lazaretts beitragen. Während der NS-Herrschaft war die Anstalt in die 'Euthanasie'-Aktionen einbezogen. Sie fungierte als Durchgangsstation für die Tötungsanstalt Hadamar. 1941 wurde eine 'Kinderfachabteilung' eingerichtet, in der zahlreiche Kinder u.a. aus dem Rheinland, dem Ruhrgebiet und aus Hamburg getötet wurden.
Findmittel: Online-Datenbank (Arcinsys)
2 Akten
Bestand
Literatur: Dorothea Sick: 'Euthanasie' im Nationalsozialismus am Beispiel des Kalmenhofs in Idstein im Taunus. Frankfurt 1983 (Materialien zur Sozialarbeit und Sozialpolitik Bd. 9).
Literatur: Christian Schrapper; Dieter Sengling, Dieter (Hrsg.): Die Idee der Bildbarkeit. 100 Jahre sozialpädagogische Praxis in der Heilerziehungsanstalt Kalmenhof. Weinheim und München 1988.
Literatur: Christian Schrapper; Dieter Sengling, Dieter (Hrsg.): Die Idee der Bildbarkeit. 100 Jahre sozialpädagogische Praxis in der Heilerziehungsanstalt Kalmenhof. Weinheim und München 1988.
Kalmenhof (Idstein)
Hadamar
Hamburg
Gassenbach, Hof
Idstein
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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17.06.2025, 12:53 PM CEST