Amtsverweserei Gerichtstetten (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Wertheim, R-H 8
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Wertheim (Archivtektonik) >> Rosenbergisches Archiv >> Provenienzbestände >> Lokalverwaltung
1630-1849
Inhalt und Bewertung
Die halbe Ortsherrschaft an Gerichtstetten (Kondominat mit Kurpfalz, später Würzburg) und dem Hof Schwarzenbrunn kam 1608 als heimgefallenes Lehen derer von Hardheim an die Grafen von Löwenstein-Wertheim. 1632 folgte die Hälfte von Buch am Ahorn aus dem Besitz der ausgestorbenen von Rosenberg. Neben der Verwaltung dieser Orte war das Amt Gerichtstetten zuständig für die Erhebung wertheimischer Gefälle in einer Reihe umliegender Ortschaften. Der Bestand enthält die Unterlagen zur Erhebung dieser Gefälle sowie die übliche Amtsüberlieferung.
Vorbemerkung: Die halbe Ortsherrschaft an Gerichtstetten (Kondominat mit Kurpfalz, später Würzburg) und dem Hof Schwarzenbrunn kam 1608 als heimgefallenes Lehen derer von Hardheim an die Grafen von Löwenstein-Wertheim. 1632 folgte die Hälfte von Buch am Ahorn aus dem Besitz der ausgestorbenen von Rosenberg. Ein Gutachten aus dem Jahr 1758 zum Anfall der Dörfer findet sich in StAWt-F Rep 34 Nr. 161. Sie bildeten zusammen mit Hirschlanden das Amt Gerichtstetten, dessen Sprengel sich auf die heutigen Landkreise Main-Tauber und Neckar-Odenwald verteilt. Dazu wurden von hier aus die Gefälle - vor allem Zehnten - in Dainbach, Dittwar, Hohenstadt, Königshofen, Merchingen, Sachsenflur, Schweigern und Uiffingen eingezogen. Die Verwaltung dieser Zehnten macht einen Großteil der Amtsüberlieferung aus (zur Gegenüberlieferung der freudenbergischen Regierung vgl. StAWt-F, Rep. 34). Gerichtstetten war nach dem Verlust Remlingens neben dem Kern der Grafschaft Wertheim die einzige Besitzung der Löwenstein-Wertheimer, die von beiden Linien gemeinsam verwaltet wurde. Daher ergibt sich die Besonderheit, dass Dekrete der Regierung in der Amtsüberlieferung zumindest zwischen 1770 und 1790 jeweils in doppelter Ausfertigung vorliegen: zum einen von der fürstlichen, also der Regierung der Rocheforter Linie, zum anderen von der gemeinschaftlichen Regierung der Freudenberger Grafenlinie (vgl. Nr. 43). Bis 1743 wurde das Amt als Kellerei angesprochen, danach führte es die Bezeichnung gemeinschaftliche Amtsverweserei. Die Amtsverweserei wurde 1844 aufgehoben. Ihre Aufgaben gingen an das löwenstein-wertheim-rosenbergsche Rentamt Bronnbach und die löwenstein-wertheim-freudenbergische Kellerei Wertheim über. Der hier vorliegende Bestand dürfte kaum mehr als ein Splitter des Schriftguts der Amtsverweserei sein, wodurch auch besondere Schwierigkeiten bei der Bildung der Akten und der Gliederung des Bestandes entstanden. Der Schriftwechsel des Amtes mit den Regierungen in Wertheim unter Punkt eins der Klassifikation vereint daher disparate Einzelblätter, während im Klassifikationspunkt "Justiz und Polizei" Schriftgut aus der Tätigkeit des Amtes gegenüber Untertanen untergebracht wurde. Weiteres Schriftgut der Provenienz Amtsverweserei Gerichtstetten findet sich in den Beständen des Alten Archivs (sog. Rosa Repertorien); zwölf Lagerbücher des Amts liegen heute im Lagerbuchselekt S 2. Der Bestand umfaßt etwa 60 cm in 126 Nummern. Der Bestand wurde verzeichnet von Reinhard Barthel und Robert Meier. Bronnbach, im Mai 2000 Robert Meier
Die Löwenstein-Wertheimer Amtleute zu Gerichtstetten (vgl. Gehrig S. 84): Treutlinger, Erasmus + 1628 Wiesenfelder, Johann 1629-1640- ? Treutlinger, Philipp Conrad -1647-1649 Reuss, Philipp 1649-1669 Reuss, Christoph 1670- ? Besell, Hieronymus 1673- ? Mayer, Michael (interimistisch)1684-1700 Artz, Franz 1702-1704 Lutz, Franz 1705-1725 Stuirbrinck, Johann Baptist 1725-1734 Hammer, Theoderich 1736-1742 Hammer, Franz Joseph 1742-1772 Meyer, Georg Blasius 1773-1783 Gärtner, Franz Joseph 1783-1805- ?
Die halbe Ortsherrschaft an Gerichtstetten (Kondominat mit Kurpfalz, später Würzburg) und dem Hof Schwarzenbrunn kam 1608 als heimgefallenes Lehen derer von Hardheim an die Grafen von Löwenstein-Wertheim. 1632 folgte die Hälfte von Buch am Ahorn aus dem Besitz der ausgestorbenen von Rosenberg. Neben der Verwaltung dieser Orte war das Amt Gerichtstetten zuständig für die Erhebung wertheimischer Gefälle in einer Reihe umliegender Ortschaften. Der Bestand enthält die Unterlagen zur Erhebung dieser Gefälle sowie die übliche Amtsüberlieferung.
Vorbemerkung: Die halbe Ortsherrschaft an Gerichtstetten (Kondominat mit Kurpfalz, später Würzburg) und dem Hof Schwarzenbrunn kam 1608 als heimgefallenes Lehen derer von Hardheim an die Grafen von Löwenstein-Wertheim. 1632 folgte die Hälfte von Buch am Ahorn aus dem Besitz der ausgestorbenen von Rosenberg. Ein Gutachten aus dem Jahr 1758 zum Anfall der Dörfer findet sich in StAWt-F Rep 34 Nr. 161. Sie bildeten zusammen mit Hirschlanden das Amt Gerichtstetten, dessen Sprengel sich auf die heutigen Landkreise Main-Tauber und Neckar-Odenwald verteilt. Dazu wurden von hier aus die Gefälle - vor allem Zehnten - in Dainbach, Dittwar, Hohenstadt, Königshofen, Merchingen, Sachsenflur, Schweigern und Uiffingen eingezogen. Die Verwaltung dieser Zehnten macht einen Großteil der Amtsüberlieferung aus (zur Gegenüberlieferung der freudenbergischen Regierung vgl. StAWt-F, Rep. 34). Gerichtstetten war nach dem Verlust Remlingens neben dem Kern der Grafschaft Wertheim die einzige Besitzung der Löwenstein-Wertheimer, die von beiden Linien gemeinsam verwaltet wurde. Daher ergibt sich die Besonderheit, dass Dekrete der Regierung in der Amtsüberlieferung zumindest zwischen 1770 und 1790 jeweils in doppelter Ausfertigung vorliegen: zum einen von der fürstlichen, also der Regierung der Rocheforter Linie, zum anderen von der gemeinschaftlichen Regierung der Freudenberger Grafenlinie (vgl. Nr. 43). Bis 1743 wurde das Amt als Kellerei angesprochen, danach führte es die Bezeichnung gemeinschaftliche Amtsverweserei. Die Amtsverweserei wurde 1844 aufgehoben. Ihre Aufgaben gingen an das löwenstein-wertheim-rosenbergsche Rentamt Bronnbach und die löwenstein-wertheim-freudenbergische Kellerei Wertheim über. Der hier vorliegende Bestand dürfte kaum mehr als ein Splitter des Schriftguts der Amtsverweserei sein, wodurch auch besondere Schwierigkeiten bei der Bildung der Akten und der Gliederung des Bestandes entstanden. Der Schriftwechsel des Amtes mit den Regierungen in Wertheim unter Punkt eins der Klassifikation vereint daher disparate Einzelblätter, während im Klassifikationspunkt "Justiz und Polizei" Schriftgut aus der Tätigkeit des Amtes gegenüber Untertanen untergebracht wurde. Weiteres Schriftgut der Provenienz Amtsverweserei Gerichtstetten findet sich in den Beständen des Alten Archivs (sog. Rosa Repertorien); zwölf Lagerbücher des Amts liegen heute im Lagerbuchselekt S 2. Der Bestand umfaßt etwa 60 cm in 126 Nummern. Der Bestand wurde verzeichnet von Reinhard Barthel und Robert Meier. Bronnbach, im Mai 2000 Robert Meier
Die Löwenstein-Wertheimer Amtleute zu Gerichtstetten (vgl. Gehrig S. 84): Treutlinger, Erasmus + 1628 Wiesenfelder, Johann 1629-1640- ? Treutlinger, Philipp Conrad -1647-1649 Reuss, Philipp 1649-1669 Reuss, Christoph 1670- ? Besell, Hieronymus 1673- ? Mayer, Michael (interimistisch)1684-1700 Artz, Franz 1702-1704 Lutz, Franz 1705-1725 Stuirbrinck, Johann Baptist 1725-1734 Hammer, Theoderich 1736-1742 Hammer, Franz Joseph 1742-1772 Meyer, Georg Blasius 1773-1783 Gärtner, Franz Joseph 1783-1805- ?
0,6 lfd. m in 126 Einheiten
Bestand
Franz Gehrig, Gerichtstetten im oberen Erfatal, 1994
Gerichtstetten : Hardheim MOS; Amt
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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13.11.2025, 2:40 PM CET