Natruper Laischaft zu Osnabrück - Urkunden (Bestand)
Show full title
NLA OS, Dep 10 a
Nds. Landesarchiv, Abt. Osnabrück (Archivtektonik) >> Gliederung >> 2 Organisationen, Betriebe, Einrichtungen >> 2.2 Verbände und Innungen
1439-1846
Geschichte des Bestandsbildners: Die Natruper, Heger, Martinianer, Hase und Herrenteichslaischaften waren wirtschaftliche Interessenverbände, die sich seit der Mitte des 16. Jahrhunderts in Osnabrück aus Weidegenossenschaften entwickelt hatten. Sie sind nicht zu verwechseln mit den altstädtischen Stadtvierteln, die ebenfalls als Laischaften bezeichnet wurden und die in der mittelalterlichen Stadtverfassung Osnabrücks auch politische Funktionen übernahmen. Vornehmliche Aufgabe der Laischaften war die Verwaltung der zwischen Stadtbefestigung und Landwehr gelegenen Weidereviere, die allmählich in ihr Eigentum übergingen. Die Laischaften benannten sich nach dem jeweiligen Stadttor, durch das sie das Vieh ihrer Mitglieder, Interessenten genannt, auf die Weiden trieben. Die Weidegründe der Natruper Laischaft lagen dementsprechend vor dem Natruper Tor, auf dem Eversfeld. Neben der Organisation der Weidewirtschaft und Meliorationsmaßnahmen übernahmen die Laischaften im Laufe der Jahrhunderte auch öffentliche Aufgaben, insbesondere den Unterhalt von Wegen und Gräben sowie das Feuerlöschwesen in der Stadt. Als im 18. Jahrhundert die Viehwirtschaft für die Stadtbewohner zunehmend an Bedeutung verlor, bemühten sich die Laischaften vermehrt um den Kauf guter Böden für die Einrichtung von Gärten für ihre Interessenten.
Der Natruper Laischaft stand ein Buchhalter vor, der die Laischaftskasse verwahrte und die Rechnung führte. Ihm zur Seite standen bei der Verwaltung der Laischaft drei Vorsteher, mit denen zusammen er den Vorstand bildete. Seit 1834 gab es zudem 12 Deputierte; sie gehörten zum erweiterten Vorstand.
Am Ende des 19. Jahrhunderts verlor die Natruper Laischaft an Bedeutung, am 1.8.1944 wurde sie schließlich durch einen Beschluss der Laischaftsversammlung aufgelöst.
Bestandsgeschichte: Schon 1892 bemühte sich der Staatsarchivar Dr. Friedrich Philippi um das Archiv der Natruper Laischaft, aber erst 1897 wurde es schließlich als Depositum dem Staatsarchiv Osnabrück übergeben. 1837 hatte der damalige Buchhalter der Natruper Laischaft, Friedrich Schwietering, ein Repertorium für die Urkunden, Amtsbücher und Akten der Laischaft erstellt, das bis 1885 fortgeführt wurde. Heute ist das Archiv der erloschenen Natruper Laischaft ein Teil des Stadtarchivs Osnabrück. Die alte Bestandssignatur Dep 10 b wurde aber beibehalten.
Der Natruper Laischaft stand ein Buchhalter vor, der die Laischaftskasse verwahrte und die Rechnung führte. Ihm zur Seite standen bei der Verwaltung der Laischaft drei Vorsteher, mit denen zusammen er den Vorstand bildete. Seit 1834 gab es zudem 12 Deputierte; sie gehörten zum erweiterten Vorstand.
Am Ende des 19. Jahrhunderts verlor die Natruper Laischaft an Bedeutung, am 1.8.1944 wurde sie schließlich durch einen Beschluss der Laischaftsversammlung aufgelöst.
Bestandsgeschichte: Schon 1892 bemühte sich der Staatsarchivar Dr. Friedrich Philippi um das Archiv der Natruper Laischaft, aber erst 1897 wurde es schließlich als Depositum dem Staatsarchiv Osnabrück übergeben. 1837 hatte der damalige Buchhalter der Natruper Laischaft, Friedrich Schwietering, ein Repertorium für die Urkunden, Amtsbücher und Akten der Laischaft erstellt, das bis 1885 fortgeführt wurde. Heute ist das Archiv der erloschenen Natruper Laischaft ein Teil des Stadtarchivs Osnabrück. Die alte Bestandssignatur Dep 10 b wurde aber beibehalten.
39 Einheiten
Bestand
Literatur: Verfassung für die Natruper Laischaft, Osnabrück, 1842; Natruper Laischafts-Ordnung, Osnabrück, 1845; Programm zum Rundgang der Natruper Laischaft den 28. Juli 1857, Osnabrück, 1857; Friedrich Philippi, Die Osnabrücker Laischaften. Eine wirtschaftsgeschichtliche Studie, Osnabrück, 1896; Ludwig Hoffmeyer, Die Osnabrücker Leischaften, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück, Bd. 48 (1926), S.69-279; Übersicht der Verwaltung der Natruper Laischaft vom 1. Juli 1833 bis zum 30. Juni 1941, Osnabrück, 1941; Karl Kühling, Die Laischaften der Stadt Osnabrück, in: Bürgerverein zu Osnabrück (Hrsg.), Osnabrücker Bürgerbuch, Osnabrück, 1955, S. 58 - 83; Karl Kühling, Leischaften und Schnatgang (Verkehrsverein Stadt und Land Osnabrück (Hrsg.), Osnabrück, Bd. 10), 1961; Rüdiger Jeske, Die Osnabrücker Laischaften im 19. und 20. Jahrhundert. Rechtsstellung, Verfassung, Tätigkeit. (Osnabrücker Schriften zur Rechtsgeschichte, Bd. 1), Osnabrück, 1998.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
16.06.2025, 10:42 AM CEST