Die Stadt und das Spital Blaubeuren, die Vogtei Steußlingen, die Stadt Schelklingen, das Kloster Urspring für Sotzenhausen sowie die Orte Pappelau und Weiler führen im Bezirk Riethental oberhalb des Klosterortes Weiler eine Renovation der abgegangenen Zehnt- und Weidsäulen durch. Die Vogtei Steußlingen besitzt hier in dem Steiner Ösch auf den Gütern von Weiler den großen und kleinen Fruchtzehnten, das Spital Blaubeuren auf den Äckern bei dem Bühlhau, Höll und Rohrhalden den großen Fruchtzehnten, die Gemeinden Blaubeuren, Pappelau, Weiler, Schelklingen und Sotzenhausen haben in diesem Teil gemäß den Verträgen vom 13. Dezember 1593, 13. September 1617 und 9. Juni 1618 das Weiderecht. Um abgegangene Zehnt- und Weidsäulen zu ersetzen, wurden unter Beteiligung aller betreffenden Herrschaften und Gemeinden am Freitag, 21. Oktober 1740, neue Säulen gesetzt. Dabei waren für die Stadt und das Spital Blaubeuren anwesend: Fürstlicher Rat und Vogt Johann Philipp Honold, Bürgermeister Johann Jakob Geiger, Bürgermeister und Hospitaloberpfleger Georg Friedrich Sadler, Stadt- und Amtsschreiber Theodor Jakob Seefrid, Amtsbürgermeister Georg Straub; für die Vogtei Steußlingen: Vogt Johann Gottlieb Klemm; für die Stadt Schelklingen: Amtsbürgermeister Eberlen, Stadtschreiber Leopold Heine, Ratsmitglieder Mathias Hepperle und Jakob Jehle, Untergänger Sebastian Luner; für Kloster Urspring wegen Sotzenhausen: Klosteramtsschreiber Anthoni Schlather; für Pappelau: Schultheiß Georg Seufert, Anwalt Hans Authenrieth, Gemeindepfleger Hans Krayß, Christian Bayer, Schmied Hans Gürr, Bauer Jakob Krayß als Untergänger sowie Hans Enderlen; für Weiler: Kloster-Schultheiß Johann Georg Rippmann, "vögtischer" Anwalt Thomas Cast, Klosteranwalt Johannes Ott sowie Hans Wörz und Jerg Pfetsch als geschworene Untergänger. Die letzteren nahmen die Säulensetzung vor. Die neuen Zehnt- und Weidsäulen wurden an den Stellen der noch vorhandenen Säulenreste eingesetzt und die Renovation nach der bei der Stadtschreiberei Blaubeuren verwahrten Beschreibung vom 19. August 1668 vorgenommen. Die erwähnten Verträge von 1593, 1617 und 1618 bleiben bestehen. Die gesetzten Säulen sind rechter Hand in Richtung der Blaubeurer Hospitalgüter und -wälder mit dem Spitalwappen, einem doppelten Kreuz, und der Jahreszahl 1740 signiert, linker Hand aber, gegen den Steußlinger Fruchtzehnten, nicht gekennzeichnet. Es folgt eine Lagebeschreibung der 11 Zehnt- und Weidsäulen (mit Angabe von Ortsbezeichnungen und Namen von Besitzern). Zur Beurkunden werden fünf gleichlautende Exemplare ausgestellt für die Vogtei Steußlingen, die geistliche Verwaltung und das Spital Blaubeuren, die Stadt Schelklingen sowie das Kloster Urspring. Diese fünf Stellen werden auch als Siegler genannt.

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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