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Archiv der Hansestadt Lübeck (Archivtektonik) >> 01 Regierung und Volksvertretung bis 1937
a. 1201 wird der Rat als das zentrale Organ der politischen Leitung und Verwaltung sowie der Gesetzgebung und Rechtspflege genannt; diese Bereiche wurden erst schrittweise im Zuge der Gewaltenteilung um die Mitte des 19. Jh. voneinander getrennt.
Die oligarchisch-konservativ strukturierte Oberschicht, die den Rat stellte, konnte zwar über die Unruhen von 1380/84, 1408-1416 und 1599/1601 hinaus, die Handwerker und junge Kaufleute mit der Forderung nach Mitsprache entfacht hatten, die politische Macht noch behaupten, musste aber in den Auseinandersetzungen um die Mitte des 17. Jh. die Teilhabe der Bürgerschaft an der Finanzverwaltung (Kassarezeß 1665) zugestehen. Im Bürgerrezeß 1669 wurde sodann das Selbstergänzungsrecht des Rats zwar eingeschränkt, aber erhalten, wogegen aber das uneingeschränkte "Ratsregiment" beseitigt wurde. Denn außer in auswärtigen Angelegenheiten, Polizeisachen und der Rechtsprechung musste die Beteiligung der bürgerschaftlichen Kollegien zugestanden werden. Bis zur Verfassungsänderung 1848 blieben diese Bestimmungen in Kraft.
b. Das Alte Senatsarchiv (ASA) umfasst den Gesamtbestand aller Akten aus der Registratur des Rates seit Ende des 15. bis 2. Hälfte des 19. Jh. Nach verschiedentlichen Versuchen der jeweiligen zeitgenössischen Registratoren seit der 2. Hälfte des 16. Jh., Übersichtlichkeit und Ordnung herzustellen, gelang es Johann Carl Heinrich Dreyer um die Mitte des 18. Jh., den allergrößten Teil des ASA bis an seine Gegenwart heran in umfänglichen Folianten zu verzeichnen. Eduard Balthasar Winckler führte das Werk mit sog. Supplementbänden bis in die Mitte des 19. Jh. fort.
Georg Fink konnte von 1925-1939 die Neuverzeichnung der Abteilung Interna, incl. Handwerksämter, durchführen. Allerdings lässt sich aus mancherlei Indizien ablesen, dass er eine Überarbeitung seiner Repertorienbände geplant hat, die durch die Tagesarbeit an den arischen Abstammungsnachweisen seit 1933 und die Auslagerung der Bestände 1942 unmöglich gemacht worden ist. Die von Carl Friedrich Wehrmann nach 1854 pertinenzmäßig zusammengestellten Akten, wodurch die alten Verzeichnisse der Kämmerei-, Stadtkassen- und Marstallakten ihre Erschließungsfunktion verloren hatten, trennte Georg Fink wieder nach Provenienz, fügte die Aktentitel aber jeweils den alphabetischen Begriffen der Senatsakten an. Geplant war anscheinend ein weiterer Arbeitsschritt, d.h. sowohl eine provenienzmäßige Rekonstruktion der Verzeichung als auch getrennte Aufstellung.
Nach der Rückkehr der Bestände aus dem Osten 1987/90 entschied man sich um der schnelleren Benutzbarkeit willen für eine Überprüfung der Vollständigkeit anhand der Finckschen Verzeichnisses und daraus folgender Lagerung. So sind sowohl noch z. T. Provenienzbestände wie Kämmerei, Stadt-Cassa, Bauhof usw., im Verzeichnis zu finden, die Akten selbst aber schon herausgezogen und neu verzeichnet. Es gibt allerdings einige Ausnahmen. Der Zugang zu den Informationen ist zwar problemlos möglich, der archivarische Anspruch allerdings ist nicht befriedigt. Künftige Erschließungsarbeiten mögen hier eine Lösung erbringen. Die bedeutenderen Senatskommissionen sind unten aufgeführt, die Aktenüberlieferung kleinerer ist unter den betr. Abschnitten zu finden.
Die Externa-Bestände, die im Zustand der Dreyer-Wincklerschen Verzeichnung ausgelagert wurden, können zum großen Teil in Neuverzeichnung vorgelegt werden (außer Batavica/Niederlande und Suecica/Schweden). Die Ecclesiastica wurden in Angriff genommen. Um eine Vorstellung vom Inhalt der Externa und Ecclesiastica zu geben, sind die Ordnungsbegriffe der Dreyer-Wincklerschen Repertorien aufgeführt.
Die von Fritz Rörig im 2. Jahrzehnt des 20. Jh. herausgelösten, auf die Reichsstädte bezüglichen Unterlagen sind bei der Neuverzeichnung 1996/97 wieder in den Gesamtbestand integriert worden. Die Unterlagen des ASA Reichsfriedensschlüsse wurden, da nicht mit ausgelagert, in einer blattweisen Verzeichnung 1947 bearbeitet. Aus demselben Grund liegen auch Übersichten der Zeitabschnitte des Deutschen Bundes 1813-1848, der Deutschen Verhältnisse nach der Auflösung des Deutschen Bundes 1848-1866 und des Norddeutschen Bundes/Deutschen Reichs 1867-1890 (ebenfalls aus dem Jahr 1947) vor.
Gleichermaßen in sehr eingehender Verzeichnung (1920er Jahre) liegen die Reichstagsakten (z. T. auch Städtetage und Kurfürstentage) 1466-1805 vor, wogegen die Akten aus der Zeit des niedersächsischen Kreistages (1542-1678) nur in einer Verzeichnung aus der Mitte des 18. Jh. greifbar sind. Unter dem Begriff Gesandtschaftsarchive verbergen sich sowohl die Unterlagen der Berliner Hanseatischen, bzw. Lübeckischen Gesandtschaft als auch von Ministerresidenturen, Generalkonsulaten und Konsulaten. Verzeichnisse liegen nur von den Berliner Unterlagen vor, die übrigen - z.T. Splitterbestände und nur zufällig ins Archiv gekommen - müssen unter Einschluss der 1987/90 zurückgekehrten Unterlagen einer Neuverzeichnung unterzogen werden.
Eingrenzung und Inhalt: Inhaltsangabe vgl. jeweils unter den einzelnen Abschnitten.
Erschließungszustand, Umfang: 573 lfm
Literaturhinweis: Friedrich Bruns, Der Lübecker Rat. Zusammensetzung, Ergänzung und Geschäftsführung von den Anfängen bis ins 19. Jh., in: ZVLGA 32, 1951, S. 1-69; Ders., Verfassungsgeschichte des Lübeckischen Freistaates 1848-1898. Lübeck 1898; Günter Krabbenhöft, Verfassungsgeschichte der Hansestadt Lübeck. Eine Übersicht. Lübeck 1969; Ernst Pitz, Schrift- und Aktenwesen der städtischen Verwaltung im Spätmittelalter. Köln-Nürnberg-Lübeck (Mitteilungen aus dem Stadtarchiv Köln 45). Köln 1959.
Verwandte Verzeichnungseinheiten: Für die vorhergehende Zeit des Mittelalters vgl. die Urkundenbestände. Ergänzt und gespiegelt werden die Informationen des ASA durch die Akten der Bürgerschaft und natürlich sind auch zu Einzelfragen die jeweiligen Behördenbestände heranzuziehen.
Information on confiscated assets
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BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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