Appellationis Auseinandersetzung um Ableitung von Wasser
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(1) 0835
Wismar F 58 (W F 2 n. 58)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 06. 1. Kläger F
(1711) 30.01.1711-07.07.1712
Kläger: (2) Hermann von der Fehr, Branntweinbrenner zu Wismar (Kl. in 1. Instanz)
Beklagter: Michael Plagman, Friedrich Trebbin und Dietrich Teitcke als Inspektor und Provisoren zu St. Jakob
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Hinrich Gustav Scheffel (A & P) Bekl.: Joachim Dietrich Stemwede (A), Dr. Joachim Evers (P)
Fallbeschreibung: Kl. ist mit kurzer Fristsetzung vom Ratsgericht aufgefordert worden, einen Graben, mit dem er Wasser von seinen Feldern auf die St. Jakobs-Koppel leitet, zu schließen, widrigenfalls dürfen Bekl. entsprechende Maßnahmen ergreifen. Er appelliert dagegen an das Tribunal, bittet um ein Schreiben an den Rat, keine Veränderungen vorzunehmen, bevor er seinen Schriftsatz eingereicht hat und erhält dieses bei 14tägiger Fristsetzung an ihn. Am 11.02. erbittet Kl. Fristverlängerung und erhält sie am 13.02. Am 27.02. trägt er seine Beschwerden gegen das Ratsgerichtsurteil vor und bezieht sich auf Zeugenausssagen, die das alte Herkommen bezeugen. Das Tribunal weist das Ratsgericht am 17.03. an, den Graben nicht zuzuwerfen und gegebenenfalls Akten der Vorinstanz einzusenden. Am 02.06.1711 tragen Bekl. ihre Einwände gegen die "frivole Appellation" vor. Am 16.03.1712 berichtet der Rat von seinen erfolglosen Bemühungen, die Parteien miteinander zu vergleichen und sendet die Akten der Vorinstanz ein, die am 22.03. eröffnet werden. Am 22.03. tragen Bekl. ihre grundsätzlichen Bedenken vor, aus dem Ackerland des Kl.s eine Koppel zu machen. Am 04.04. erklärt Kl., er sei von Bürgermeister Gröning zur Anlage einer Gemeinen Koppel ermutigt worden und erbittet umgehend Urteil, da ihm der Acker unter den jetzigen Bedingungen verdirbt. Am 04.07.1712 bestätigt das Tribunal zwar das Urteil der Vorinstanz, verlangt aber, daß es durch Unparteiische umgesetzt werden solle.
Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1710-1711 2. Tribunal 1711-1712
Prozessbeilagen: (7) Ratsgerichtsprotokoll vom 28.01.1711; von Notar Johannes Schade aufgenommene Appellation vom 28.01.1711; von Notar Anthon von Dalen aufgenommenes Protokoll einer Ortsbegehung vom 24.03.1711
Beklagter: Michael Plagman, Friedrich Trebbin und Dietrich Teitcke als Inspektor und Provisoren zu St. Jakob
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Hinrich Gustav Scheffel (A & P) Bekl.: Joachim Dietrich Stemwede (A), Dr. Joachim Evers (P)
Fallbeschreibung: Kl. ist mit kurzer Fristsetzung vom Ratsgericht aufgefordert worden, einen Graben, mit dem er Wasser von seinen Feldern auf die St. Jakobs-Koppel leitet, zu schließen, widrigenfalls dürfen Bekl. entsprechende Maßnahmen ergreifen. Er appelliert dagegen an das Tribunal, bittet um ein Schreiben an den Rat, keine Veränderungen vorzunehmen, bevor er seinen Schriftsatz eingereicht hat und erhält dieses bei 14tägiger Fristsetzung an ihn. Am 11.02. erbittet Kl. Fristverlängerung und erhält sie am 13.02. Am 27.02. trägt er seine Beschwerden gegen das Ratsgerichtsurteil vor und bezieht sich auf Zeugenausssagen, die das alte Herkommen bezeugen. Das Tribunal weist das Ratsgericht am 17.03. an, den Graben nicht zuzuwerfen und gegebenenfalls Akten der Vorinstanz einzusenden. Am 02.06.1711 tragen Bekl. ihre Einwände gegen die "frivole Appellation" vor. Am 16.03.1712 berichtet der Rat von seinen erfolglosen Bemühungen, die Parteien miteinander zu vergleichen und sendet die Akten der Vorinstanz ein, die am 22.03. eröffnet werden. Am 22.03. tragen Bekl. ihre grundsätzlichen Bedenken vor, aus dem Ackerland des Kl.s eine Koppel zu machen. Am 04.04. erklärt Kl., er sei von Bürgermeister Gröning zur Anlage einer Gemeinen Koppel ermutigt worden und erbittet umgehend Urteil, da ihm der Acker unter den jetzigen Bedingungen verdirbt. Am 04.07.1712 bestätigt das Tribunal zwar das Urteil der Vorinstanz, verlangt aber, daß es durch Unparteiische umgesetzt werden solle.
Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1710-1711 2. Tribunal 1711-1712
Prozessbeilagen: (7) Ratsgerichtsprotokoll vom 28.01.1711; von Notar Johannes Schade aufgenommene Appellation vom 28.01.1711; von Notar Anthon von Dalen aufgenommenes Protokoll einer Ortsbegehung vom 24.03.1711
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
29.10.2025, 11:29 MEZ