Die Ratsherren Anton Schermar und Christoph Löschenbrand sowie der Stadtwerk- und Brunnenmeister Lukas ("Laux") Hemerlin, derzeit Baugeschworene der Stadt Ulm, entscheiden über Nachbarschaftsstreitigkeiten zwischen dem Altbürgermeister und älteren geheimen Rat Johann Ehinger auf der einen Seite und dem Bürger Lukas Ehinger auf der anderen Seite. Diese sind entstanden, weil Johann Ehinger den Hof zwischen seinem Haus und dem Haus des Lukas Ehinger bei den Heiligen Drei Königen [ehemalige Kapelle Heilig Dreikönig, Frauenstraße 30] überbauen möchte, was Lukas Ehinger nicht gestatten will. Nach Anhörung der Parteien und einer Ortsbesichtigung entscheiden die Baugeschworenen, dass Johann Ehinger seinen Hof überbauen darf. Er soll aber einen Abstand von 4 Werkschuh zum Haus des Lukas Ehinger einhalten. Dieser Winkel darf künftig von keiner der Parteien überbaut werden. Auch darf dort kein Unrat abgelagert werden. Allerdings soll man die Traufe von den beiden Häusern und das Regenwasser durch diesen Winkel ableiten. Johann Ehinger steht das Recht zu, den Abtritt, den er in seinem Hof graben lassen möchte, durch diesen Winkel bei Bedarf räumen und säubern zu lassen. Bei der Untersuchung hat sich außerdem ergeben, dass Johann Ehinger und den künftigen Besitzern seines Hauses das Recht zusteht, Fenster und Lichtöffnungen, die auf diesen Winkeln hinausgehen, nach Bedarf machen zu lassen. Daran sollen sie Lukas Ehinger und die künftigen Bewohner seines Hauses nicht hindern.

Vollständigen Titel anzeigen
Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
Objekt beim Datenpartner
Loading...