Steffen Pelsser (auch: Belßer), Bürger und Schmied zu Gruol, einem gräflich hohenzollernsch-haigerlochischen Flecken, ist in das Gefängnis des Grafen [Johann] Christoph zu Hohenzollern gekommen, weil er entgegen der Vogtgerichtsordnung und dem am 8. September [1]619 vor der ganzen Gemeinde verlesenen Dekret zu Zimmern, Gruol und an anderen Orten Zusammenkünfte und Rottierungen wider die Obrigkeit gehalten und Bündnisse gemacht hat, und weil er, durch etliche nach Speyer gesandte Rebellen die Echtheit eines von den eines von den gehorsamen Untertanen für Speyer ausgefertigten Bevollmächtigungsschreiben hat anzweifeln lassen. Der Graf hat ihn deswegen vor das Stadtgericht stellen lassen, auf Fürbitten von Schultheiß, Bürgermeister, Gericht, Rat und Beamten aber begnadigt: Er muß vor seiner Freilassung neben den Haftunkosten 100 Gulden erlegen und 6 Jahre lang mit Roß, Wagen oder seinem Leib auf Anforderung fronen und alle den gehorsamen Untertanen wegen dieser Unruhe entstandenen Unkosten in Raten bezahlen. Er schwört Urfehde
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Steffen Pelsser (auch: Belßer), Bürger und Schmied zu Gruol, einem gräflich hohenzollernsch-haigerlochischen Flecken, ist in das Gefängnis des Grafen [Johann] Christoph zu Hohenzollern gekommen, weil er entgegen der Vogtgerichtsordnung und dem am 8. September [1]619 vor der ganzen Gemeinde verlesenen Dekret zu Zimmern, Gruol und an anderen Orten Zusammenkünfte und Rottierungen wider die Obrigkeit gehalten und Bündnisse gemacht hat, und weil er, durch etliche nach Speyer gesandte Rebellen die Echtheit eines von den eines von den gehorsamen Untertanen für Speyer ausgefertigten Bevollmächtigungsschreiben hat anzweifeln lassen. Der Graf hat ihn deswegen vor das Stadtgericht stellen lassen, auf Fürbitten von Schultheiß, Bürgermeister, Gericht, Rat und Beamten aber begnadigt: Er muß vor seiner Freilassung neben den Haftunkosten 100 Gulden erlegen und 6 Jahre lang mit Roß, Wagen oder seinem Leib auf Anforderung fronen und alle den gehorsamen Untertanen wegen dieser Unruhe entstandenen Unkosten in Raten bezahlen. Er schwört Urfehde
Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Ho 177 T 2 Nr. 124
Repert. X, A Nr. 12 (Kasten E, Fach 36)
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Ho 177 T 2 Herrschaft Haigerloch-Wehrstein: Urfehden
Herrschaft Haigerloch-Wehrstein: Urfehden >> 1. Urkunden
1620 Juni 10 ([1]620 Juni 10)
Urkunden
Siegler: Schultheiß, Bürgermeister und Rat der Stadt Haigerloch
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: kleines Sekretsiegel der Stadt; Siegel mit Papierdecke
Vermerke: 2 Blatt
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: kleines Sekretsiegel der Stadt; Siegel mit Papierdecke
Vermerke: 2 Blatt
Hohenzollern-Haigerloch, Johann Christoph von; Graf, 1586-1620
Pelsser, Steffen; Bürger und Schmied zu Gruol
Gruol, Haigerloch BL
Haigerloch BL
Heiligenzimmern, Rosenfeld BL
Speyer SP
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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03.04.2025, 1:46 PM CEST
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