Klage wegen einer 1658 durch das Stift Essen erfolgten Pfändung von zehn Pferden, die vier dem Stift Rellinghausen unterstehenden Personen auf der Landstraße abgespannt und nach Haus Borbeck geführt wurden. Außerdem hatte man ihnen die Wagen mit Zubehör abgenommen. Danach sollen die Beklagten dem Erbvogt des Stifts Rellinghausen und dessen Untertanen viele Schweine fortgetrieben haben. Diesem folgte 1659 ein bewaffneter Überfall mehrerer hundert dem Stift Essen unterstehender Bauern auf die Isenberger, Krayer und Berger Bauerschaft und die Fortnahme von ca. hundert Rindern und Pferden. Nach der Arrestierung eines Rellinghauser Untertanen auf Haus Borbeck erfolgte 1660 außerdem die Festnahme des Rellinghauser Landgerichtsboten Arnd Dobbe und dessen Gefangensetzung in Steele. Die Kläger fordern in ihrem RKG-Mandat die Freilassung aus der Haft, die Restitution abgenommener Güter und die Enthaltung von allen weiteren Gewalttaten. Dagegen verweisen die Beklagten auf ihre Rechte der Jurisdiktion und darauf, daß das Gericht Rellinghausen dem Stift Essen untersteht.
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Klage wegen einer 1658 durch das Stift Essen erfolgten Pfändung von zehn Pferden, die vier dem Stift Rellinghausen unterstehenden Personen auf der Landstraße abgespannt und nach Haus Borbeck geführt wurden. Außerdem hatte man ihnen die Wagen mit Zubehör abgenommen. Danach sollen die Beklagten dem Erbvogt des Stifts Rellinghausen und dessen Untertanen viele Schweine fortgetrieben haben. Diesem folgte 1659 ein bewaffneter Überfall mehrerer hundert dem Stift Essen unterstehender Bauern auf die Isenberger, Krayer und Berger Bauerschaft und die Fortnahme von ca. hundert Rindern und Pferden. Nach der Arrestierung eines Rellinghauser Untertanen auf Haus Borbeck erfolgte 1660 außerdem die Festnahme des Rellinghauser Landgerichtsboten Arnd Dobbe und dessen Gefangensetzung in Steele. Die Kläger fordern in ihrem RKG-Mandat die Freilassung aus der Haft, die Restitution abgenommener Güter und die Enthaltung von allen weiteren Gewalttaten. Dagegen verweisen die Beklagten auf ihre Rechte der Jurisdiktion und darauf, daß das Gericht Rellinghausen dem Stift Essen untersteht.
AA 0627, 4650 - R 489/1586
AA 0627 Reichskammergericht, Teil VII: P-R
Reichskammergericht, Teil VII: P-R >> 3. Buchstabe R
[1660 -], (898 - 1663)
Enthaeltvermerke: Kläger: Seniorin und Kapitularinnen des Stifts Rellinghausen Beklagter: Äbtissin des Stifts Essen und Konsorten: deren Räte und Kanzleiverwandte Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Hansen 1660 ? Subst.: Dr. Johann Ulrich Stieber Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff [1656] 1660 ? Subst.: Dr. Johann Leonhard Schommartz Prozeßart: Mandati de non amplius via facti procedendo, relaxando et restituendo sine clausula Instanzen: RKG 1660 - ? (898 - 1663) Beweismittel: Zusammenstellung von RKG-Urteilen früherer Mandatsverfahren, 1615 - 1623 (9 - 25). Auszug aus dem Kontributions-Register des Stifts Essen, 1640 - 1642 (67 - 70). Goldene Bulle Karls IV. von 1357 für das Stift Essen mit inserierten Urkunden über eine Schenkung an das Stift Essen durch Zwentibold 898, die Bestätigung von Besitz und Privilegien des Stifts Essen durch Otto I. 947, eine Schenkung Ottos I. an das Stift Essen 966, die Bestätigung von Besitz und Privilegien des Stifts Essen durch Otto II. 973, Otto III. 993, Heinrich II. 1003 und Konrad II. 1028, die Bestätigung einer inserierten Urkunde Rudolfs I. von 1275 über die Übernahme der Vogtei des Stifts Essen durch Albrecht (Albert) I. 1298, die Bestätigung der Vogteirechte von Rellinghausen für das Stift Essen durch Heinrich (VII.) [1231], die Abgabenbefreiung der dem Stift Essen gehörenden Höfe Ehrenzell, Brockhof und Beeck durch Heinrich (VII.) [1228] und die Bestätigung von Besitz und Privilegien des Stifts Essen durch Heinrich VII. 1310 (82 - 91). Zugeständnis der Wahl eines Propstes in der Kirche von Cappel durch das Stift Essen, 1241 (96 - 97). Bestätigung der Wahl von Maria geb. Gräfin von Spiegelberg, Dekanin des Stifts Essen, zur Pröpstin des Stifts Rellinghausen durch das Stift Essen, 1553 (98 - 99). Vertrag zwischen der Äbtissin des Stifts Essen und Wilhelm Alexander von Drimborn zu Baldeney über die Beilegung der Streitigkeiten um das Stift Rellinghausen, 1661 (115 - 119). Beschreibung: 4,5 cm, 123 Bl., 36 Aktenstücke; Protokoll ohne Eintrag (Prod. 9. 11. 1660 - 28. 9. 1663).
Sachakte
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
28.04.2026, 08:35 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Tektonik)
- 1.4. Reichsbehörden (Tektonik)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Tektonik)
- Reichskammergericht AA 0627 (Tektonik)
- Reichskammergericht, Teil VII: P-R (Bestand)
- 3. Buchstabe R (Gliederung)