Martin Schmid, gesessen zu Tiefenbach ("Tu/e/ffennbach") [Stadt Neu-Ulm], bekennt, dass ihm Adelheid Steinhövel, die Witwe des Ulmer Bürgers Magnus ("Mang") Krafft des Jüngeren, und ihre Kinder mit Wissen und Zustimmung ihrer Pfleger Johann Ehinger von Pfaffenhofen [a. d. Roth/Lkr. Neu-Ulm], Bürgermeister, und Wilhelm Besserer, Altbürgermeister zu Ulm und Hauptmann des Schwäbischen Bundes, auf Lebenszeit einen Hof in Tiefenbach verliehen haben. Diesen Hof hat zuvor sein leiblicher Vater Heinrich Schmid von Holzschwang [Stadt Neu-Ulm] bewirtschaftet. Er verpflichtet sich, den Hof in gutem Kulturzustand zu halten und davon jährlich 12 Imi Roggen, 12 Imi Fesen und 12 Imi Hafer, alles Ulmer Maß, 4 Pfund Heller Heugeld, 200 Eier, 4 Herbsthühner und 1 Fastnachtshuhn als Zins nach Ulm zu liefern. Bei seinem Tod oder wenn er den Hof früher verlässt, stehen den Obereigentümern 4 Pfund als Weglöse zu. Aus dem zu dem Hof gehörenden Wald darf er Brenn-, Zaun- und Bauholz für seinen Eigenbedarf an Stellen hauen, die ihm von den Obereigentümern zugewiesen werden. Er darf daraus aber kein Holz verkaufen oder auf andere Weise abgeben. An Orten in dem Wald, an denen Holz eingeschlagen wurde, darf er sein Vieh vier Jahre lang nicht weiden lassen. Tut er dies trotzdem, hat er die angerichteten Schäden am Jungwuchs zu ersetzen. Wenn er den Hof verlässt oder stirbt, dann dürfen er oder seine Erben das, was sie dort ausgesät haben, noch ernten, müssen davon aber den festgelegten Zins entrichten. Danach erlöschen alle seine und seiner Erben Rechte an dem Hof.