Etappen-Inspektion 7 (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 456 F 146
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Neuere Bestände (vornehmlich ab ca. 1800) >> Krieg >> XIV. (Badisches) Armeekorps >> Etappen-Formationen
1914-1920
Inhalt und Bewertung
Es handelt sich um die Akten der Etappen-Inspektion Nr. 7.
Die Etappen-Inspektion Nr. 7 gehörte zum Bereich der 7. Armee. Die Etappe hatte die Aufgabe, das Heer durch die Zuführung von Streitkräften und anderen Heeresbedürfnissen zu versorgen. Ebenso konnten die Hilfsmittel und Vorräte des Kriegsschauplatzes verwertet werden. Zu jeder Armee gehörte eine Etappen-Inspektion; zu selbständigen Korps bzw. Heeresabteilungen ein Etappen-Kommando. Das Etappengebiet gliederte sich wiederum in Etappen-Kommandanturen, deren Aufgabenbereich dem einer Etappen-Inspektion entsprach.
Inhaltlich besteht der Bestand vor allem aus der Überlieferung der allgemeinen internen Verwaltung der Etappen-Inspektion, ihren Aufgaben und der Gewährleistung der permanenten Versorgung der Truppe. Besonders nennenswert sind die Aktengruppen über die Organisation, das Flugwesen, die Etappenkommandanturen, die Spionageabwehr, die Etappeneinrichtungen, die Aufstellung von neuen Formationen, die Requisitionen, die Ernährungslage, das Quartierwesen, die Anordnungen bezüglich der Heeresversorgung, die Kriegsgefangenen, die Kriegsgräber, die deutschen Pfarrer, die Zivilarbeiter, die Kriegsbeute, die Wirtschaftskompanien, das Passierwesen, die Verpflegung, die Bäckereikolonnen, die Ortsbelegungslisten, die Genesungsabteilungen, die ärztliche Versorgung der Zivilbevölkerung, die Lazarette, die medizinische Versorgung der Truppe, die Rückführung der Verwundeten, die Tätigkeit des Etappen-Veterinärs, die Seuchenberichte, die Bautätigkeit, die Verfügungen über die Kriegsrohstoffe, die industriellen und landwirtschaftlichen Betriebe, die Wirtschaftstätigkeit, die Personalangelegenheiten, die Volkszählungslisten der Einwohner der französischen Gemeinden, die Etappenverordnungen, die Unterbringung der Etappenformationen, die Zivilarbeiterbataillone, die Rückführung von Zivilgefangenen, den Abschub von unerwünschten Personen, die Feldkriegskasse, die Kriegskontributionen, die Kriegstagebücher, die Operationen, die Kriegsgliederungen und die militärischen Befehle.
Formationsgeschichte: Nach der Kriegsetappenordnung vom 12.03.1914 diente die Etappe der Heeresversorgung durch Zuführung von Streitkräften und Heeresbedürfnissen, durch Ausnutzung der Hilfsmittel und Vorräte des Kriegsschauplatzes und durch Übernahme von allem, was das Feldheer in seiner Verwendungsfähigkeit behindern könnte. An der Spitze der Etappenorganisation stand der Generalquartiermeister im Großen Hauptquartier. Er legte den jeweiligen Umfang von Operations- und Etappengebiet sowie die Trennungslinie der Etappengebiete der einzelnen Armeen fest. Das Gebiet einer Armee gliederte sich in das Operations- und Etappengebiet. Die Etappe grenzte rückwärts wiederum an die Heimat bzw. an ein unter deutscher Verwaltung stehendes Generalgouvernement an. Zu jeder Armee gehörte eine Etappen-Inspektion; zu selbständigen Korps bzw. Heeresabteilungen ein Etappen-Kommando. Die Etappen-Inspektion 7 war die Etappeneinrichtung der 7. Armee. Das Etappengebiet gliederte sich wiederum in Etappen-Kommandanturen, deren Aufgabenbereich dem einer Etappen-Inspektion entsprach. Neben den Versorgungsaufgaben des Feldheeres fielen insbesondere Sicherungsaufgaben sowie die wirtschaftliche Ausnutzung des Etappengebietes an. Für ihre Aufgabenerfüllung wurden ihr Landsturmformationen für Verwaltungs- und Sicherungsaufgaben zugewiesen. Den Heerespolizeidienst übte eine Feldgendarmerieabteilung aus. Hinzu kamen Fuhrpark-, Magazinfuhrpark- und Bäckereikolonnen. Im Etappengebiet befanden sich auch die Umschlageplätze für den Nachschub, so etwa Munitionslager, Gerätedepots und Etappenmagazine. Hinzu kamen zahlreiche Heeresbetriebe für die Instandsetzungsarbeiten an Waffen und Gerätschaften sowie die Nutzbarmachung aller Hilfsmittel des besetzten Gebietes für das Heer. Ab dem 22.04.1916 wurde das Personal dieser Betriebe in Wirtschaftskompanien zusammengefasst. Ein höherer Zivilbeamter bei der Etappen-Inspektion war für die Angelegenheiten der Zivilverwaltung seines Gebietes zuständig. Sie kontrollierte die landeseigenen Polizei- und Gemeindebehörden und übte die Zensur über die lokale Presse aus. Eine Übersicht über die Etappenformationen des Feldheeres ist in Faszikel 456 F 148 Nr. 40 enthalten. Der vorliegende Bestand ist neben den militärischen Belangen vor allem wegen der Ausnutzung der Wirtschaftskraft des Etappengebietes, der Bekämpfung der Spionage und den Lebensverhältnissen der Zivilbevölkerung von besonderem Interesse.
Bestandsgeschichte: Nach Kriegsende verblieben die Akten des Stabes der Etappeninspektion 7 beim Generalkommando des XIV. Armeekorps. Ab Januar 1920 wurde mit der Einrichtung eines Korpsarchivs begonnen. Im Herbst 1920 zog das Korpsarchiv in die Infanteriekaserne Heilbronn um. Ab Januar 1921 trat das Korpsarchiv unter der Bezeichnung Aktenverwaltung XIV in den Geschäftsbereich des Reichsministeriums des Innern, bevor es am 1. April 1921 als Archivzweigstelle Heilbronn dem Reichsarchiv in Potsdam eingegliedert wurde. Infolge der Vereinigung der Reichsarchivzweigstellen Heilbronn und Stuttgart gelangten die Bestände im Jahr 1924 nach Stuttgart. Die Württembergische Archivdirektion, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Verwaltung der Bestände des Heeresarchivs Stuttgart übernahm, gab in den Jahren 1947 bis 1949 die Überlieferung des XIV. Armeekorps an das Generallandesarchiv Karlsruhe ab. Eine sehr ausführliche Bestandsgeschichte ist im Vorwort des Stellvertretenden Generalkommandos des XIV. Armeekorps (Bestand 456 F 8) enthalten. Der Bestand umfasst 416 Faszikel mit einem Umfang von 13,50 laufenden Metern.
Literaturhinweise: Die Badener im Weltkrieg 1914/18, bearbeitet von Wilhelm Müller-Loebnitz, Karlsruhe 1935. Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt Freiburg, München 1983. Fenske, Hans: Die Verwaltung im Ersten Weltkrieg, in: Deutsche Verwaltungsgeschichte, Bd. 3, Stuttgart 1984, S. 866-908. Fischer, Joachim: Zehn Jahre Militärarchiv des Hauptstaatsarchivs Stuttgart, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 37 (1978), S. 362-368. Jäger, Harald: Das militärische Archivgut in der Bundesrepublik für die Zeit von 1871 bis 1919, in: Militärgeschichtliche Mitteilungen 1968/2, S. 135-138. Übersicht über die Bestände des Hauptstaatsarchivs Stuttgart, bearbeitet von Joachim Fischer (Veröffentlichung der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, Bd. 31), Stuttgart 1983.
Es handelt sich um die Akten der Etappen-Inspektion Nr. 7.
Die Etappen-Inspektion Nr. 7 gehörte zum Bereich der 7. Armee. Die Etappe hatte die Aufgabe, das Heer durch die Zuführung von Streitkräften und anderen Heeresbedürfnissen zu versorgen. Ebenso konnten die Hilfsmittel und Vorräte des Kriegsschauplatzes verwertet werden. Zu jeder Armee gehörte eine Etappen-Inspektion; zu selbständigen Korps bzw. Heeresabteilungen ein Etappen-Kommando. Das Etappengebiet gliederte sich wiederum in Etappen-Kommandanturen, deren Aufgabenbereich dem einer Etappen-Inspektion entsprach.
Inhaltlich besteht der Bestand vor allem aus der Überlieferung der allgemeinen internen Verwaltung der Etappen-Inspektion, ihren Aufgaben und der Gewährleistung der permanenten Versorgung der Truppe. Besonders nennenswert sind die Aktengruppen über die Organisation, das Flugwesen, die Etappenkommandanturen, die Spionageabwehr, die Etappeneinrichtungen, die Aufstellung von neuen Formationen, die Requisitionen, die Ernährungslage, das Quartierwesen, die Anordnungen bezüglich der Heeresversorgung, die Kriegsgefangenen, die Kriegsgräber, die deutschen Pfarrer, die Zivilarbeiter, die Kriegsbeute, die Wirtschaftskompanien, das Passierwesen, die Verpflegung, die Bäckereikolonnen, die Ortsbelegungslisten, die Genesungsabteilungen, die ärztliche Versorgung der Zivilbevölkerung, die Lazarette, die medizinische Versorgung der Truppe, die Rückführung der Verwundeten, die Tätigkeit des Etappen-Veterinärs, die Seuchenberichte, die Bautätigkeit, die Verfügungen über die Kriegsrohstoffe, die industriellen und landwirtschaftlichen Betriebe, die Wirtschaftstätigkeit, die Personalangelegenheiten, die Volkszählungslisten der Einwohner der französischen Gemeinden, die Etappenverordnungen, die Unterbringung der Etappenformationen, die Zivilarbeiterbataillone, die Rückführung von Zivilgefangenen, den Abschub von unerwünschten Personen, die Feldkriegskasse, die Kriegskontributionen, die Kriegstagebücher, die Operationen, die Kriegsgliederungen und die militärischen Befehle.
Formationsgeschichte: Nach der Kriegsetappenordnung vom 12.03.1914 diente die Etappe der Heeresversorgung durch Zuführung von Streitkräften und Heeresbedürfnissen, durch Ausnutzung der Hilfsmittel und Vorräte des Kriegsschauplatzes und durch Übernahme von allem, was das Feldheer in seiner Verwendungsfähigkeit behindern könnte. An der Spitze der Etappenorganisation stand der Generalquartiermeister im Großen Hauptquartier. Er legte den jeweiligen Umfang von Operations- und Etappengebiet sowie die Trennungslinie der Etappengebiete der einzelnen Armeen fest. Das Gebiet einer Armee gliederte sich in das Operations- und Etappengebiet. Die Etappe grenzte rückwärts wiederum an die Heimat bzw. an ein unter deutscher Verwaltung stehendes Generalgouvernement an. Zu jeder Armee gehörte eine Etappen-Inspektion; zu selbständigen Korps bzw. Heeresabteilungen ein Etappen-Kommando. Die Etappen-Inspektion 7 war die Etappeneinrichtung der 7. Armee. Das Etappengebiet gliederte sich wiederum in Etappen-Kommandanturen, deren Aufgabenbereich dem einer Etappen-Inspektion entsprach. Neben den Versorgungsaufgaben des Feldheeres fielen insbesondere Sicherungsaufgaben sowie die wirtschaftliche Ausnutzung des Etappengebietes an. Für ihre Aufgabenerfüllung wurden ihr Landsturmformationen für Verwaltungs- und Sicherungsaufgaben zugewiesen. Den Heerespolizeidienst übte eine Feldgendarmerieabteilung aus. Hinzu kamen Fuhrpark-, Magazinfuhrpark- und Bäckereikolonnen. Im Etappengebiet befanden sich auch die Umschlageplätze für den Nachschub, so etwa Munitionslager, Gerätedepots und Etappenmagazine. Hinzu kamen zahlreiche Heeresbetriebe für die Instandsetzungsarbeiten an Waffen und Gerätschaften sowie die Nutzbarmachung aller Hilfsmittel des besetzten Gebietes für das Heer. Ab dem 22.04.1916 wurde das Personal dieser Betriebe in Wirtschaftskompanien zusammengefasst. Ein höherer Zivilbeamter bei der Etappen-Inspektion war für die Angelegenheiten der Zivilverwaltung seines Gebietes zuständig. Sie kontrollierte die landeseigenen Polizei- und Gemeindebehörden und übte die Zensur über die lokale Presse aus. Eine Übersicht über die Etappenformationen des Feldheeres ist in Faszikel 456 F 148 Nr. 40 enthalten. Der vorliegende Bestand ist neben den militärischen Belangen vor allem wegen der Ausnutzung der Wirtschaftskraft des Etappengebietes, der Bekämpfung der Spionage und den Lebensverhältnissen der Zivilbevölkerung von besonderem Interesse.
Bestandsgeschichte: Nach Kriegsende verblieben die Akten des Stabes der Etappeninspektion 7 beim Generalkommando des XIV. Armeekorps. Ab Januar 1920 wurde mit der Einrichtung eines Korpsarchivs begonnen. Im Herbst 1920 zog das Korpsarchiv in die Infanteriekaserne Heilbronn um. Ab Januar 1921 trat das Korpsarchiv unter der Bezeichnung Aktenverwaltung XIV in den Geschäftsbereich des Reichsministeriums des Innern, bevor es am 1. April 1921 als Archivzweigstelle Heilbronn dem Reichsarchiv in Potsdam eingegliedert wurde. Infolge der Vereinigung der Reichsarchivzweigstellen Heilbronn und Stuttgart gelangten die Bestände im Jahr 1924 nach Stuttgart. Die Württembergische Archivdirektion, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Verwaltung der Bestände des Heeresarchivs Stuttgart übernahm, gab in den Jahren 1947 bis 1949 die Überlieferung des XIV. Armeekorps an das Generallandesarchiv Karlsruhe ab. Eine sehr ausführliche Bestandsgeschichte ist im Vorwort des Stellvertretenden Generalkommandos des XIV. Armeekorps (Bestand 456 F 8) enthalten. Der Bestand umfasst 416 Faszikel mit einem Umfang von 13,50 laufenden Metern.
Literaturhinweise: Die Badener im Weltkrieg 1914/18, bearbeitet von Wilhelm Müller-Loebnitz, Karlsruhe 1935. Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt Freiburg, München 1983. Fenske, Hans: Die Verwaltung im Ersten Weltkrieg, in: Deutsche Verwaltungsgeschichte, Bd. 3, Stuttgart 1984, S. 866-908. Fischer, Joachim: Zehn Jahre Militärarchiv des Hauptstaatsarchivs Stuttgart, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 37 (1978), S. 362-368. Jäger, Harald: Das militärische Archivgut in der Bundesrepublik für die Zeit von 1871 bis 1919, in: Militärgeschichtliche Mitteilungen 1968/2, S. 135-138. Übersicht über die Bestände des Hauptstaatsarchivs Stuttgart, bearbeitet von Joachim Fischer (Veröffentlichung der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, Bd. 31), Stuttgart 1983.
416 Akten
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
03.04.2025, 11:03 AM CEST
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