Erziehungsanstalt Hardehausen (Bestand)
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M 17
Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archivtektonik) >> 1. Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe >> 1.2. Regierungsbezirk Minden (1816-1947), Regierungsbezirk Detmold (seit 1947) >> 1.2.1. Verwaltung >> 1.2.1.6. Arbeits-, Gesundheits-, Sozial- und Umweltverwaltung >> 1.2.1.6.3. Sozialverwaltung
(1841-1898) 1899-1939
Einrichtung, Führung und Auflösung der Erziehungsanstalt (1841-1900) 1901-1927 (26); Bauliche Einrichtung und Unterhaltung der Anstalt (1879) 1902-1926 (18); Anstaltsbetriebe und Werkstätten (1891) 1901-1927 (16); Anstaltspersonal (1899) 1901-1927 (11); Zöglinge (1877) 1902-1927 (34); Einlieferungs- und Pflegekosten (1877-1900) 1902-1939 (29); Kassen- und Versicherungswesen (1870-1898) 1899-1927 (43).
Bestandsgeschichte: 1902 gegründet; 1927 aufgelöst.
Form und Inhalt: Die königliche Erziehungsanstalt Hardehausen wurde zum 01.07.1902 in den erhaltenen Gebäuden der 1140 Hardehausen gegründeten, aber 1803 säkularisierten Zisterzienserabtei eröffnet. Die Anstalt nahm sowohl schulpflichtige, als auch schulentlassene männliche Fürsorgezöglinge aus den preußischen Provinzen auf. Die Gründung beruhte im wesentlichen auf einer Überführung der männlichen Insassen des aufgelösten Fürsorgeheimes für schulentlassene Jugendliche zu St. Martin in Boppard. Die beiden ersten Direktoren der Anstalt, die das Heim in Hardehausen in den Anfängen leiteten, waren die Pastoren Philler (1902-1906) und Hermann Knaut (1906-1911). Nur ein Teil der Domäne Hardehausen wurde jedoch in Pacht von der Anstalt bewirtschaftet; der wesentliche Teil derselben war vom Fiskus an private Hand verpachtet. Nach den schweren Jahren des Krieges und der Inflation stellte sich im Jahre 1926 unter Direktor Vollrath die Frage nach der Auflösung des Heimes. Anfängliche Bemühungen, die Anstalt unter Provinzialverwaltung zu bringen schlugen fehl; die Anstalt wurde Anfang 1927 aufgelöst. Zum 25.05.1927 erfolgte die Neugründung einer Zisterzienserabtei in Hardehausen von dem Kloster Marienstatt im Westerwald aus. Diese Neugründung musste 1938 jedoch einem nationalsozialistischen Schulungsheim weichen. Die Wiedereröffnung der Abtei scheiterte 1938 an finanziellen Schwierigkeiten. Das Gelände wurde an die Familie Henschel (Kassel) und den Verein für katholische Arbeitskolonien verkauft (vergl. Peter Nötring, Wiederbegründung und Umsiedlung der Zisterzienserabtei Hardehausen, in WZ Bd. 148/1998, S. 419 ff). Die Napola Bensberg (Rheinland) wurde erst im September 1944 nach Hardehausen evakuiert. Sie existierte bis zum 02.04.1945.
Über die weitere Entwicklung von Hardehausen unterrichtet am besten Wilhelm Schwarze "Chronik der Gemeinde Scherfelde ", S. 99. Hinweise über die Erziehungsanstalt sind auch in M 1 I S, Nr. 394-429 enthalten. Aufzeichnungen des Leiters der Berliner Landeswohlfahrts- und Jugendamtes Hermann Knaut über seine Tätigkeit als Direktor der Erziehungsanstalt befinden sich im Bestand D 71, Akte Nr. 431; Ein Grundriss der Heilanstalt Hardehausen von 1939/42 im Bestand M 2 Warburg/Amt Warburg, Akte Nr. 731.
Zu einem nicht mehr zu ermittelnden Zeitpunkt gelangten die Akten der Erziehungsanstalt an das Staatsarchiv Münster. Von dort wurden sie nach dem 2. Weltkrieg im Rahmen der allgemeinen Aktenüberführung an das Staatsarchiv Detmold übergeben. Die Nummern 15, 23, 75, 77,95,98,99,120,121 sind unbesetzt.
Wehlt, 1970
Das maschinenschriftliche Findbuch wurde im Dezember 2007 in VERA abgeschrieben.
Gahde
Bestandsgeschichte: 1902 gegründet; 1927 aufgelöst.
Form und Inhalt: Die königliche Erziehungsanstalt Hardehausen wurde zum 01.07.1902 in den erhaltenen Gebäuden der 1140 Hardehausen gegründeten, aber 1803 säkularisierten Zisterzienserabtei eröffnet. Die Anstalt nahm sowohl schulpflichtige, als auch schulentlassene männliche Fürsorgezöglinge aus den preußischen Provinzen auf. Die Gründung beruhte im wesentlichen auf einer Überführung der männlichen Insassen des aufgelösten Fürsorgeheimes für schulentlassene Jugendliche zu St. Martin in Boppard. Die beiden ersten Direktoren der Anstalt, die das Heim in Hardehausen in den Anfängen leiteten, waren die Pastoren Philler (1902-1906) und Hermann Knaut (1906-1911). Nur ein Teil der Domäne Hardehausen wurde jedoch in Pacht von der Anstalt bewirtschaftet; der wesentliche Teil derselben war vom Fiskus an private Hand verpachtet. Nach den schweren Jahren des Krieges und der Inflation stellte sich im Jahre 1926 unter Direktor Vollrath die Frage nach der Auflösung des Heimes. Anfängliche Bemühungen, die Anstalt unter Provinzialverwaltung zu bringen schlugen fehl; die Anstalt wurde Anfang 1927 aufgelöst. Zum 25.05.1927 erfolgte die Neugründung einer Zisterzienserabtei in Hardehausen von dem Kloster Marienstatt im Westerwald aus. Diese Neugründung musste 1938 jedoch einem nationalsozialistischen Schulungsheim weichen. Die Wiedereröffnung der Abtei scheiterte 1938 an finanziellen Schwierigkeiten. Das Gelände wurde an die Familie Henschel (Kassel) und den Verein für katholische Arbeitskolonien verkauft (vergl. Peter Nötring, Wiederbegründung und Umsiedlung der Zisterzienserabtei Hardehausen, in WZ Bd. 148/1998, S. 419 ff). Die Napola Bensberg (Rheinland) wurde erst im September 1944 nach Hardehausen evakuiert. Sie existierte bis zum 02.04.1945.
Über die weitere Entwicklung von Hardehausen unterrichtet am besten Wilhelm Schwarze "Chronik der Gemeinde Scherfelde ", S. 99. Hinweise über die Erziehungsanstalt sind auch in M 1 I S, Nr. 394-429 enthalten. Aufzeichnungen des Leiters der Berliner Landeswohlfahrts- und Jugendamtes Hermann Knaut über seine Tätigkeit als Direktor der Erziehungsanstalt befinden sich im Bestand D 71, Akte Nr. 431; Ein Grundriss der Heilanstalt Hardehausen von 1939/42 im Bestand M 2 Warburg/Amt Warburg, Akte Nr. 731.
Zu einem nicht mehr zu ermittelnden Zeitpunkt gelangten die Akten der Erziehungsanstalt an das Staatsarchiv Münster. Von dort wurden sie nach dem 2. Weltkrieg im Rahmen der allgemeinen Aktenüberführung an das Staatsarchiv Detmold übergeben. Die Nummern 15, 23, 75, 77,95,98,99,120,121 sind unbesetzt.
Wehlt, 1970
Das maschinenschriftliche Findbuch wurde im Dezember 2007 in VERA abgeschrieben.
Gahde
14 Kartons = 177 Archivbände (1841-1898) 1899-1939. - Findbuch: M 17.
Bestand
German
Rake, A., Königliche Erziehungsanstalt Hardehausen, in: Deutsche Fürsorge-Erziehungs-Anstalten in Wort und Bild, Bd. 1, Halle a.d. Saale 1912, S. 469-476.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Ostwestfalen-Lippe
- Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archivtektonik)
- 1. Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archival tectonics)
- 1.2. Regierungsbezirk Minden (1816-1947), Regierungsbezirk Detmold (seit 1947) (Archival tectonics)
- 1.2.1. Verwaltung (Archival tectonics)
- 1.2.1.6. Arbeits-, Gesundheits-, Sozial- und Umweltverwaltung (Archival tectonics)
- 1.2.1.6.3. Sozialverwaltung (Archival tectonics)
- Erziehungsanstalt Hardehausen (Archival holding)