Landesheilanstalten: Heil- und Pflegeanstalt Hadamar (Bestand)
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Hessisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Gliederung >> Preußen >> Bezirksverband des Regierungsbezirks Wiesbaden >> Landesheilanstalten >> Landesheilanstalten
Enthält: Keine Archivalien
Bestandsgeschichte: Die Überlieferung der Heil- und Pflegeanstalt Hadamar wurde nicht an das Hauptstaatarchiv abgegeben, sondern vom Träger der Einrichtung selbst archiviert. Zuständig ist das Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen. Die Akten werden in der Außenstelle des Archivs in der Gedenkstätte Hadamar gelagert. Die Patientenakten tragen seit den 1980er Jahren Archivstempel des Hessischen Hauptstaatsarchivs, ohne dass die ursprünglich geplante Abgabe vollzogen wurde.
Geschichte des Bestandsbildners: Die Heil- und Pflegeanstalt Hadamar entstand 1906 aus der 1883 auf dem Mönchsberg errichteten 'Corrigendenanstalt', die zuerst als Arbeitshaus zur Umerziehung von straffällig gewordenen Landstreichern und Prostituierten dienen sollte.
Mit dem steigenden Bedarf an stationärer psychiatrischer Versorgung wurde 1906 diese Einrichtung in die sog. Landespflege-Anstalt für psychisch Kranke umgewandelt. Träger war der Bezirksverband des Regierungsbezirks Wiesbaden, ein Vorgänger des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen.
Ab 1920 wurden zusätzlich zu den Patienten der Psychiatrie auch sog. 'Psychopathinnen' - zumeist Prostituierte und suchtkranke Frauen - aufgenommen, was zu der Umbenennung in 'Landesheil- und -Erziehungsanstalt' führte.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde 1934 die Anstaltsleitung ausgewechselt. Bereits im gleichen Jahr wurden gemäß dem 'Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses' die ersten Zwangssterilisationen an Patienten der Landesheilanstalt Hadamar vorgenommen.
Mit Kriegsbeginn wurde die Einrichtung von der Wehrmacht als Reservelazarett beschlagnahmt. Ein Teil der ursprünglichen Patienten verblieb jedoch in Hadamar.
Am 01.11.1940 wurde die Heil- und Pflegeanstalt Hadamar der 'Euthanasie'-Zentrale Berlin unterstellt und eine Gaskammer zur Tötung von Geisteskranken errichtet. Hadamar war eine von sechs nationalsozialistischen Gasmordanstalten in psychiatrischen Einrichtungen. Zwischen dem 13. Januar 1941 und dem 1. September 1941 wurden 10114 (Informationsstand 2006) Menschen im Rahmen der Aktion 'T4' in Hadamar mit Kohlenmonoxydgas ermordert und im eigenen Krematorium verbrannt.
Nach Abschluss dieser ersten Phase der 'Euthanasie'-Aktion wurde die Anstalt wieder dem Bezirksverband Nassau unterstellt. In der Zeit von August 1942 bis zum Kriegsende wurden in Hadamar weitere ca. 5000 Patienten, aber auch sog. 'Halbjuden' und 'Ostarbeiter', mit Hilfe von Medikamenten getötet.
Seit 1953 ist der neu gegründete Landeswohlfahrtsverband Hessen Träger der Heil- und Pflegeanstalt Hadamar, die 1957 in 'Psychiatrisches Krankenhaus' umbenannt wurde. Von 1969 an wurde der Maßregelvollzugsbereich für Suchtkranke und psychisch Kranke in Hadamar stufenweise ausgegliedert und ausgebaut.
Seit 1998 trägt die Klinik den Namen 'Zentrum für Soziale Psychiatrie'.
Bestandsgeschichte: Die Überlieferung der Heil- und Pflegeanstalt Hadamar wurde nicht an das Hauptstaatarchiv abgegeben, sondern vom Träger der Einrichtung selbst archiviert. Zuständig ist das Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen. Die Akten werden in der Außenstelle des Archivs in der Gedenkstätte Hadamar gelagert. Die Patientenakten tragen seit den 1980er Jahren Archivstempel des Hessischen Hauptstaatsarchivs, ohne dass die ursprünglich geplante Abgabe vollzogen wurde.
Geschichte des Bestandsbildners: Die Heil- und Pflegeanstalt Hadamar entstand 1906 aus der 1883 auf dem Mönchsberg errichteten 'Corrigendenanstalt', die zuerst als Arbeitshaus zur Umerziehung von straffällig gewordenen Landstreichern und Prostituierten dienen sollte.
Mit dem steigenden Bedarf an stationärer psychiatrischer Versorgung wurde 1906 diese Einrichtung in die sog. Landespflege-Anstalt für psychisch Kranke umgewandelt. Träger war der Bezirksverband des Regierungsbezirks Wiesbaden, ein Vorgänger des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen.
Ab 1920 wurden zusätzlich zu den Patienten der Psychiatrie auch sog. 'Psychopathinnen' - zumeist Prostituierte und suchtkranke Frauen - aufgenommen, was zu der Umbenennung in 'Landesheil- und -Erziehungsanstalt' führte.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde 1934 die Anstaltsleitung ausgewechselt. Bereits im gleichen Jahr wurden gemäß dem 'Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses' die ersten Zwangssterilisationen an Patienten der Landesheilanstalt Hadamar vorgenommen.
Mit Kriegsbeginn wurde die Einrichtung von der Wehrmacht als Reservelazarett beschlagnahmt. Ein Teil der ursprünglichen Patienten verblieb jedoch in Hadamar.
Am 01.11.1940 wurde die Heil- und Pflegeanstalt Hadamar der 'Euthanasie'-Zentrale Berlin unterstellt und eine Gaskammer zur Tötung von Geisteskranken errichtet. Hadamar war eine von sechs nationalsozialistischen Gasmordanstalten in psychiatrischen Einrichtungen. Zwischen dem 13. Januar 1941 und dem 1. September 1941 wurden 10114 (Informationsstand 2006) Menschen im Rahmen der Aktion 'T4' in Hadamar mit Kohlenmonoxydgas ermordert und im eigenen Krematorium verbrannt.
Nach Abschluss dieser ersten Phase der 'Euthanasie'-Aktion wurde die Anstalt wieder dem Bezirksverband Nassau unterstellt. In der Zeit von August 1942 bis zum Kriegsende wurden in Hadamar weitere ca. 5000 Patienten, aber auch sog. 'Halbjuden' und 'Ostarbeiter', mit Hilfe von Medikamenten getötet.
Seit 1953 ist der neu gegründete Landeswohlfahrtsverband Hessen Träger der Heil- und Pflegeanstalt Hadamar, die 1957 in 'Psychiatrisches Krankenhaus' umbenannt wurde. Von 1969 an wurde der Maßregelvollzugsbereich für Suchtkranke und psychisch Kranke in Hadamar stufenweise ausgegliedert und ausgebaut.
Seit 1998 trägt die Klinik den Namen 'Zentrum für Soziale Psychiatrie'.
Bestand
Korrespondierende Archivalien: Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, Bestand 12 (Außenstelle Gedenkstätte Hadamar).
Literatur: Bettina Winter (Bearb.): 'Verlegt nach Hadamar'. Die Geschichte einer NS-'Euthanasie'-Anstalt. Kassel 1991 (Historische Schriftenreihe des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen: Kataloge Bd. 2).
Literatur: Uta George et al. (Hrsg.): Hadamar. Heilstätte - Tötungsanstalt - Therapiezentrum. Marburg 2006 (Historische Schriftenreihe des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen: Quellen und Studien Bd. 12).
Literatur: Bettina Winter (Bearb.): 'Verlegt nach Hadamar'. Die Geschichte einer NS-'Euthanasie'-Anstalt. Kassel 1991 (Historische Schriftenreihe des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen: Kataloge Bd. 2).
Literatur: Uta George et al. (Hrsg.): Hadamar. Heilstätte - Tötungsanstalt - Therapiezentrum. Marburg 2006 (Historische Schriftenreihe des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen: Quellen und Studien Bd. 12).
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen der Staatsarchive in Hessen.
17.06.2025, 12:53 MESZ