Nachlassangelegenheit Anna Hechelman
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B-Vormund, 174
B-Vormund Vormundschaften (Causae pupillares)
Vormundschaften (Causae pupillares) >> 1701-1800
1720
Enthält: Die Witwe Schneider Everhard Hechelman geb. Anna Hillmer hat in ihrem am 31.5.1720 eröffneten Testament den Bäcker Gerhard Leverman zum Erben eingesetzt. Er will die Erbschaft nur cum beneficio inventarii antreten und läßt daher am 5.6.1720 durch den Notar Johan Everhard Schreyer den Nachlass verzeichnen. Hierbei ist zugegen seine Nichte, Jungfer Katharina Elisabeth Richardi. Die Witwe Hechelman wohnte im Hause der Eheleute Spickerman auf der Königstraße. Everhard Hechelman war in erster (oder zweiter) Ehe mit Anna Elisabeth Bösendorff verheiratet und hatte aus dieser Ehe einen Sohn Everhard Henrich, dessen Vormünder Bernard Everwin Bösendorf und Schneider Wilhelm Tegeder sind. Am 23.8.1720 vergleicht sich Leverman mit den in dem genannten Testament bestimmten Vermächtnisnehmern, nämlich a) der Witwe Bäcker David Werneking geb. Anna Katharina Robers, b) Frau Zinngießer Herman Hillebrandt geb. Elisabeth Storp, c) Henrich Spiekerman und dessen Frau Maria Engele Krechters sowie dessen Vorkindern Engelbert und Klara Maria Borges(?) (deren Vater: M. Johan Borges?) und den Kindern aus der jetzigen Ehe namens Christoph Bernard und Wilhelmine Spickerman. Die Levermansche, früher Hiltmersche Hausbesitzung liegt an der Frauenstraße und heißt "Im Gülden Habig". Anlagen: 1. Ausfertigung des Testaments der Witwe Hechelman vom 18.4.1720. Zeugen: Kupferschmied Jakob Wöstman, Wagenmachergeselle Henrich Böckman, Kupferschmiedegeselle Kaspar Ellering sowie die Schneidergesellen Johan Oistberg, Henrich Hoetmaeker, Johan Bernd Adiek und Johan Henrich Wyburg. Notar: Henrich Boeker. 2. Abschrift eines Schuldscheins vom 13.5.1704. Schneidergildemeister Everhard Hechelman schuldet seinem Vetter Bernard Hechelman in Münster 250 Tlr. Er will mit dem Gelde die Behausung des verstorbenen Peter Kesselman auf der Breitenstegge, die er angekauft hat, bezahlen und stellt diese und sein Haus an der Königstraße zur Hypothek. Zeugen: Mauriz [Mauritz] Schmock, Vikar an St. Mauritz, und Henrich Frese, Schneidergeselle. Notar: Lambert Hüvet. 1707 quittieren Bernard Hechelman und seine älteste Tochter Benedikte über die Rückzahlung der Hälfte des Kapitals. Zeugen: Gerhard Sauerwin und Jakob Nahndrupf. 3. Abschrift eines Schuldscheins vom 8.5.1704. Schneider Henrich Everhard Heggelman und sein Vater (oder Sohn) Henrich Heggelman, Bäcker in Münster, empfangen von der Witwe Syndikus Bispinck geb. Agnes Heerde ein Darlehen von 200 Rtlr. Zeugen: Schneidergesellen Berndt Fleige und Henrich Freise. Notar: Gerhard Herman Humperding. 1718 quittiert Maria Elisabeth Bisping Witwe Nadeler über den Rückempfang namens ihrer Mutter Witwe Bisping. 4. Abschrift: Am 5.3.1718 verkaufen die Vormünder Bösendorf und Tegeder für ihr Mündel Henrich Hechelman unter Zustimmung des Schneiders Werner Weien als Vormund des Berndt Hechelman dem Schneider Henrich Spiekerman und dessen Frau Maria Engel Krechter das Haus an der Königstraße zwischen Häusern der Jungfer Stormb und des Gerd Hundtstegge nebst den zugehörigen Kirchenbänken. Erwähnt werden Johan Torhaer; Aestimator Johan Georg Hase; Dr. Arnold Wernike, advocatus pauperum; der verstorbene M. Johan Borges; Johan Kaspar Strübbe, Kaplan an St. Martini; Henrich Westhoff, vicarius vet. eccl. (=am Kollegiatstift Alter Dom); Diterich Berteling aus Rheine; Henrich Hoetmar aus Haltern; M. Ferdinand Tonnes.
Archivale
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
09.01.2026, 11:32 MEZ